Erfan Soltani

Erfan Soltani wurde am 10. Januar 2026 ohne richterlichen Haftbefehl festgenommen. Wegen der Teilnahme an Anti-Regime-Demonstrationen drohte ihm die Hinrichtung. Nach internationalem Druck wurde er Anfang Februar gegen Kaution freigelassen.
Demonstrant nach willkürlicher Festnahme frei
Erfan Soltani wurde im Zuge der Proteste am 10. Januar 2026 festgenommen. Nach vorliegenden Informationen erfolgte seine Festnahme ohne richterlichen Haftbefehl und er hatte während der Ermittlungen keinen freien Zugang zu einem Anwalt. Sein Verfahren wurde im Rahmen eines beschleunigten Sondergerichtsverfahrens geführt und man zwang ihn angeblich unter massivem Druck zu einem Geständnis.
Wegen der Teilnahme an Anti-Regime-Demonstrationen wird ihm „Feindschaft gegen Gott“ (Moharrebeh) und „Korruption auf Erden“ vorgeworfen. Dieser Straftatbestand wird im iranischen Recht häufig zur Verhängung der Todesstrafe genutzt. Erfan Soltani sollte am Mittwoch, dem 14. Januar ohne Prozess hingerichtet werden. Seiner Familie wurde gesagt, das Urteil sei endgültig. Allerdings wurden Berichten zufolge, Hinrichtungen vorerst ausgesetzt. Die Vollstreckung des Todesurteils wurde, vermutlich auch wegen internationaler Aufmerksamkeit, verschoben.
Instrumentalisiert für die Machenschaften des Regimes
Der Fall Erfan Soltani steht exemplarisch für die zunehmende Instrumentalisierung der iranischen Justiz zur Einschüchterung der Protestbewegung. Gleichzeitig ziehen die brutalen Unterdrückungsmethoden des Regimes zunehmend die internationale Aufmerksamkeit auf den derzeitigen Ausnahmezustand im Land.
Dank des massiven internationalen Drucks wurde Erfan Soltani am 31. Januar 2026 gegen Kaution vorerst freigelassen. Sein Anwalt bestätigte die Freilassung und dass eine Kaution in Höhe von „zwei Milliarden Toman“ (etwa 10.600 Euro) gezahlt wurde.
Stand: 2. Februar 2026



