Iran will Deutschland erpressen 

Free-Nahid-Taghavi

Die deutsch-iranische Architektin und Frauenrechtlerin Nahid Taghavi wurde im Oktober 2020 in ihrer Wohnung in Teheran festgenommen. Im August 2021 wurde sie wegen „Mitgliedschaft in einer illegalen Gruppe“ zu 10 Jahren und 8 Monaten Haft verurteilt. Im Juli 2022 wurde sie in den dringend benötigten medizinischen Hafturlaub entlassen.

IGFM: Iran will Deutschland erpressen – Deutsch-Iranerin muss zurück ins Gefängnis

Nach Kritik der Bundesregierung nutzt Mullah-Regime Nahid Taghavi erneut als Faustpfand

Teheran / Köln / Frankfurt am Main, 14. November 2022 – Zurück hinter Gittern: Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) erfahren hat, musste die Deutsch-Iranerin Nahid Taghavi gestern zurück ins Evin Gefängnis. Die Architektin war seit ihrer willkürlichen Verhaftung am 16. Oktober 2020 eine politische Gefangene des Iran. Sie wurde im Juli 2022 in dringend benötigten medizinischen Hafturlaub entlassen. 

„Die erneute Inhaftierung von Nahid Taghavi ist eine direkte Reaktion des Mullah-Regimes auf die Kritik der Bundesregierung an den Menschenrechtsverletzungen des Iran. Das Unrechtsregime in Teheran möchte Deutschland zum Schweigen erpressen. Im Zuge der Revolution im Iran sind tausende Menschen festgenommen worden. Doppelstaatler wie Nahid Taghavi sind für die iranische Regierung aktuell besonders wertvoll, um auf Kritik aus dem Ausland zu reagieren oder diese vielmehr abzustrafen“, erklärt Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM. 

Gesundheitszustand könnte sich wieder verschlechtern

Nahid Taghavi war 194 Tage in Isolationshaft und wurde 1.000 Stunden verhört. In einem unfairen Prozess wurde sie zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt. Sie litt bereits an Bluthochdruck und Diabetes – zudem hatte sie sich im Juli im Gefängnis mit dem Corona-Virus infiziert und benötigte dringend eine Wirbelsäulen-Operation. Den größten Teil ihrer Haft verbrachte Nahid Taghavi in der von den Revolutionsgarden kontrollierten Isolationsabteilung 2A des berüchtigten Evin-Gefängnisses. Die dortigen besonders restriktiven Bedingungen hatten gravierende Auswirkungen auf die psychische und physische Gesundheit von Nahid Taghavi. Die IGFM befürchtet, dass sich der Gesundheitszustand der Deutsch-Iranerin nun in Haft wieder verschlechtert und fordert daher ihre umgehende Freilassung. 

 

Die IGFM setzt sich seit ihrer Inhaftierung für die Frauenrechtlerin Nahid Taghavi ein und steht in engem Kontakt mit deren Tochter Mariam Claren. Die in Frankfurt ansässige Menschenrechtsorganisation fordert nun gemeinsam mit den politischen Paten Bijan Djir-Sarai, MdB und Axel Voss, MdEP die sofortige Freilassung der Kölnerin.

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