Zahra Esmaeili

ZahraEsmaeli

Am 17. Februar 2020 ist Zahra Esmaeili wegen Mordes an ihrem Ehemann zum Tode verurteilt worden. Genau ein Jahr später, am 17. Februar 2021 fand nun die Hängung, an ihrem schon leblosen Körper, statt. Auch Nasrin Sotoudeh äußerte sich zu dieser menschenverachtenden Hinrichtung.

Iran: Mutter nach tödlichem Herzinfarkt noch erhängt 

IGFM und Nasrin Sotoudeh verurteilen grausame Hinrichtung von Zahra Esmaeili

Teheran / Frankfurt am Main, 24. Februar 2021 – Opfer statt Täterin: Zahra Esmaeili wurde am 17. Februar 2021 wegen Mordes an ihrem gewalttätigen Ehemann Alireza Zamani im Rajai-Shahr Gefängnis in der iranischen Stadt Karadesch erhängt, nachdem sie bereits durch einen Herzinfarkt gestorben war. Sie musste zuvor 16 Hinrichtungen im Gefängnishof mitansehen und erlitt durch diesen Schock einen Herzstillstand, so die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).

Wie die IGFM weiter berichtet, hatte nicht sie, sondern ihre Tochter den gewalttätigen Vater – einen hochrangigen Agenten des iranischen Geheimdienstes – mit einer Pistole erschossen. Mutter und Kinder waren seit langer Zeit Opfer häuslicher Gewalt. Zahra Esmaeili gab den Mord zu, um ihre Tochter zu schützen. Die IGFM verurteilt diese grausame und menschenverachtende Hinrichtung aufs Schärfste.

„Während der Präsidentschaft von Hassan Rohani wurden insgesamt bereits mehr als 4.300 Menschen, davon mindestens 114 Frauen, hingerichtet. Viele Hinrichtungen werden heimlich durchgeführt, so dass die tatsächliche Zahl noch wesentlich höher sein dürfte. Dieser Fall einer Mutter, die vom unschuldigen Opfer häuslicher Gewalt zum Tode verurteilt wurde, weil sie ihre Tochter schützen wollte, zeigt erneut, dass der Iran kein Rechtsstaat ist. Deutschland muss zu solch gravierenden Menschenrechtsverletzungen des Irans Position beziehen und diese aufs Schärfste verurteilen“, so Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.

Zahra Esmaeili war am 17. Februar 2020 wegen Mordes an ihrem Ehemann zum Tode verurteilt worden. Die 42-Jährige war genau wie ihre zwei Kinder seit Jahren Opfer häuslicher Gewalt. Wie die IGFM berichtet, hatte Alireza Zamani gedroht, seine Frau vor den Augen der Kinder umzubringen. Ihre Tochter im Teenageralter wusste sich eines Tages nicht mehr anders zu helfen, als den gewalttätigen Vater zu erschießen. Zahra Esmaeili gestand den Mord, um ihre Tochter vor dem Gefängnis und der Hinrichtung zu bewahren. Nach Informationen der IGFM war dies auch dem Richter bekannt, der die zweifache Mutter trotzdem zum Tode verurteilte.

Nasrin Sotoudeh ruft internationale Gemeinschaft auf, Hinrichtungen im Iran zu verhindern

Diese Ansicht vertritt auch die bekannte Menschenrechtsverteidigerin und politische Gefangene Nasrin Sotoudeh, die aktuell im Qarchak Gefängnis inhaftiert ist. In einem Statement, das der IGFM vorliegt, sagt sie: „Als jemand, der mit Zahra Esmaeilis Fall vertraut ist, bin ich sicher, dass sie keinen Mord begangen hat. Ich rufe daher die internationale Gemeinschaft und Menschenrechtsaktivisten weltweit auf, die Hinrichtungen im Iran kritisch zu beobachten – insbesondere die von religiösen und ethnischen Minderheiten sowie von Frauen – und alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um diese Exekutionen zu verhindern.“

Rekordhalter bei Hinrichtungen

Während weltweit mehr als 130 Staaten die Todesstrafe abgeschafft haben, sind Hinrichtungen im Iran weiterhin an der Tagesordnung. Menschenrechtsexperten gehen davon aus, dass seit Anfang des Jahres bereits 210 Menschen im Iran hingerichtet worden sind. Im Verhältnis zur Bevölkerung hat der Iran die höchste Zahl an Exekutionen weltweit. Außerdem werden in keinem Land mehr Frauen zum Tode verurteilt.

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