Joshua Wong

Von Schüleraktivismus über die Regenschirm-Bewegung bis hin zu Wahlkampf – Joshua Wong setzt sich seitdem er 15 Jahre alt ist für die Demokratie in Hongkong ein. Immer wieder drohten ihm Haftstrafen, nun wurde er zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Anfang Juni 2025 wurde Wong erneut angeklagt.

Hongkongs Kämpfer der Demokratie inhaftiert

Joshua Wong
Geburtstag: 13. Oktober 1996

Anklage: „Verschwörung zum Umsturz“

Urteil: Vier Jahre und acht Monate Haft

Joshua Wong wurde am 13. Oktober 1996 geboren und ist eines der bekanntesten Gesichter im Zusammenhang mit der pro-demokratischen Bewegung in Hongkong. Der Demokratieaktivist hat bereits 2014 internationale Bekanntschaft erlangt durch seine Führungsposition in der Regenschirm-Bewegung, welche zu Protesten für eine Wahlreform aufrief. Joshuas bisheriger Lebenslauf ist geprägt durch seinen Aktivismus für Hongkong. Bereits seit seiner frühen Jugend setzt er sich gegen autokratische Strukturen ein, so gründete er mit 15 Jahren eine aktivistische Schülergruppe unter dem Namen „Scholarism". Die Gruppe veranstaltete einen Protest mit mehr als 100.000 Teilnehmern gegen die Einführung des Schulfachs „Nationale Erziehung". 2016 gründete er zusammen mit anderen Aktivisten, darunter Mitstreiter aus Scholarism und der Regenschirm-Bewegung, die pro-demokratische Partei Demosistō. Diese wurde am 30. Juni 2020 aufgrund des neuen „national security law" (NSL) aufgelöst.

Festnahme und Verurteilung

Wong wurde bereits oft verhaftet, das erste Mal am 17. August 2017. Er und weitere pro-demokratische Studentenführer wurden für ihre Beteiligung an der Regenschirm-Bewegung von 2014 mit sechs bis acht Monaten Gefängnis bestraft. Sie kämpften gegen die Einführung einer von China vorselektierten Kandidatenliste für die Legislativwahlen 2017. Im Oktober desselben Jahres wurde er erneut verhaftet, diesmal, weil er die Räumung der Protestzone 2014 behindert haben soll. Im Januar 2018 wurde er dafür zu drei Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.

Am 24. September 2020 wurde er aufgrund seiner Teilnahme an einer nicht genehmigten Versammlung gegen das Anti-Masken-Gesetz, welches Gesichtsmasken bei öffentlichen Versammlungen verbieten sollte, festgenommen, später jedoch wieder auf Kaution freigelassen. Zwei Monate später, am 23. November 2020, fand die Anhörung zu seiner Teilnahme am Protest vom 21. Juni 2019 statt. Wong wurde bis zur nächsten Anhörung Anfang Dezember 2020 festgehalten. Die Verurteilung zu 13,5 Monaten Haft erfolgte am 2. Dezember 2020. Das West Kowloon Magistrates Gericht befand ihn der Anstiftung zur wissentlichen Teilnahme und Organisation schuldig.

Für den Verstoß gegen das Anti-Masken-Gesetz bei einer nicht genehmigten Versammlung im Oktober 2019 erhielt er am 13. April 2021 weitere vier Monate Haft. Aufgrund seines Mitwirkens an der verbotenen Mahnwache am 4. Juni 2020 zum Gedenken an das Tian'anmen-Massaker wurden erneut 10 Monate Haft verhängt.

Im November 2024 wurde Joshua erneut zu einer Haftstrafe von vier Jahren und acht Monaten verurteilt. Zusammen mit ihm werden 44 weitere Aktivisten der „Hongkong 47" eine Haft antreten. Alle sind wegen „Verschwörung zum Umsturz" angeklagt und unter dem „Nationalen Sicherheitsgesetz" Chinas verurteilt worden. Die Gruppe wurde bereits 2021 angeklagt, die Verhandlung wurde von Februar bis Dezember 2023 geführt und im November 2024 das Urteil gesprochen.

Anfang Juni 2025 wurde Joshua erneut wegen angeblicher Verstöße gegen das „nationale Sicherheitsgesetz" angeklagt. Er soll im Ausland dazu aufgerufen haben, Sanktionen oder Embargos gegen China und Hongkong zu verhängen. Zudem wird ihm vorgeworfen, feindselige Maßnahmen gegen die Volksrepublik und ihre Sonderverwaltungszone angestoßen zu haben. Joshua Wong droht eine lebenslange Haftstrafe. 

Die „Hongkong 47" und das „National Security Law (NSL)"

Die "Hongkong 47" sind eine Gruppe Oppositioneller, unter ihnen Parlamentarier, Aktivisten und Wissenschaftler. Ihnen wird vorgeworfen, 2020 illegale Vorwahlen für den Legislativrat organisiert zu haben. Es ist der bislang größte Prozess gegen die hongkonger demokratische Opposition. Benny Tai, Juraprofessor, wurde vom Gericht als Organisator definiert und erhielt die höchste Strafe von zehn Jahren Haft.

Die „Hongkong 47" wurden auf Grundlage des „Nationalen Sicherheitsgesetzes" verurteilt, das der Stadt Hongkong von China auferlegt wurde. Mit der Anklage „Verschwörung zum Umsturz" hätten sie eine lebenslange Haftstrafe erhalten können. Das „Nationale Sicherheitsgesetz" aus Beijing beschneidet die Unabhängigkeit der Justiz und die bürgerlichen Freiheiten in Hongkong.

Stand: August 2025

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