Kirill Moriev 

Der Taxifahrer aus Chrustalnyj (Krasnyj Lutsch) wurde am 18. August 2022 verschleppt. In Luhansk verurteilte ihn ein russisches Gericht in einem nichtöffentlichen Verfahren zu 19 Jahren Haft. Kirill wird derzeit in einer Strafkolonie in Wachruschewo festgehalten.

Ukranischer Taxifahrer verschleppt

Kirill Moriev (ru. Кирилл Мориев)
Geburtsdatum: 29. November 1997

Verschleppt seit: 18. August 2022

Letzter Aufenthaltsort: Stadt Chrustalnyj (Krasnyj Lutsch), Region Luhansk

Unrechtmäßiges Urteil: 19 Jahre Haft

Kirill Moriev stammt aus der Stadt Chrustalnyj und arbeitete als Taxifahrer. Er vertritt eine starke pro-ukrainische Haltung und äußerte offen seine Kritik über den russischen Angriff und die Besatzung im Internet und der Öffentlichkeit.  

Verschleppung
Aufgrund seiner offenkundigen Missbilligung gegenüber Russland wurde Kirill am 18. August 2022 von Vertretern der Besatzungsmacht festgenommen. Seine Wohnung wurde grundlos auf aggressivste Weise durchsucht. 

Kirills Eltern engagierten sofort einen Anwalt, dieser konnte jedoch erst nach einem Monat Zugang zu seinem Mandaten bekommen. Der Anwalt verhielt sich Kirill gegenüber voreingenommen, äußerte sich negativ über dessen pro-ukrainische Ansichten und drängte ihn dazu, falsche Aussagen zu machen, mit der Begründung, dass er dann nicht weiter gefoltert werden würde.

Die russischen Behörden klagten Kirill wegen angeblicher Spionage an. Am 26. Januar 2023 fand eine nicht öffentliche Sitzung des sogenannten Obersten Gerichtshofs von Luhansk statt. Bei diesem Scheinprozess gab es weder Zeugen noch Debatten und Kirill wurde willkürlich zu 19 Jahren Gefängnis unter strengen Bedingungen verurteilt. Derzeit wird Kirill in einer Strafkolonie in der Stadt Wachruschewo in der Region Luhansk festgehalten. 

Im Zeitraum von Kirills Festnahme bis hin zur Urteilsverkündung war den Familienangehörigen jeglicher Kontakt in Form von Briefen und Besuchen untersagt. Erst im Juni 2024 konnte ihn seine Frau für einen längeren Zeitraum besuchen und berichtete über seinen schlechten Gesundheitszustand. 

 Gesundheit
Während der Gefangenschaft in einem russischen Untersuchungsgefängnis verlor Kirill 21kg (sein Gewicht sank von 104kg auf 83kg). Er wurde insbesondere im ersten Monat seiner Haft brutal gefoltert. Dabei verband man Drähte mit seinen Fingern und Zehen sowie seinen Ohrläppchen und versetzte ihm Stromstöße. Zudem stülpte man ihm eine Plastiktüte über den Kopf, würgte ihn bis zur Bewusstlosigkeit und schlug ihn mit Händen, Füßen und Hilfsmitteln. Man drohte ihm auch, seine Familie zu töten.  

Durch die menschenunwürdige Behandlung wurden seine Zähne stark beschädigt und seine Skoliose verschlimmerte sich. Die illegale Inhaftierung, bei der psychische und physische Gewalt über einen längeren Zeitraum hinweg angewendet wurde, hat fatale Auswirkungen auf seine Gesundheit. 

Stand: August 2025 

So können Sie Kirill helfen:

Briefe und Postkarten sind kleine, aber wirkungsvolle Gesten, die die Isolation der Gefangenschaft durchbrechen und die Menschen daran erinnern, dass sie nicht vergessen sind. Schreiben Sie aufmunternde Worte an die verschleppten Zivilisten.

Wichtig: Der Inhalt darf nicht politisch sein oder sich auf den Krieg/die Verschleppung beziehen, sonst wird der Brief eingezogen.


Textvorschlag – der Text muss auf Russisch verfasst sein, damit er die Zensur passieren kann.

Дорогой …, (männliche Person)
Дорогая …, (weibliche Person)

Посылаю тебе лучи света и добра! Я горжусь твоей силой и стойкостью. Помни, что самая темная ночь – перед рассветом. Желаю тебе крепкого здоровья и душевных сил. Мы помним о тебе и с нетерпением ждем твоего возвращения.

Обнимаю тебя!

[Name], [Land aus dem man schreibt]

Deutsche Übersetzung
Lieber …,
Liebe …,
ich sende dir Strahlen des Lichts und der Güte. Ich bin stolz auf deine Stärke und Tapferkeit. Denke daran, dass die dunkelste Nacht immer vor der Morgendämmerung liegt. Ich wünsche dir gute Gesundheit und geistige Stärke. Wir denken an dich und freuen uns auf deine Rückkehr.
Ich umarme dich!


Für die Adresse wenden Sie sich bitte an patenschaften@igfm.de, da der genaue Aufenthaltsort der verschleppten Person nicht immer bekannt ist oder sich schnell ändern kann. 

Bitte schreiben Sie an die Botschaft der Russischen Föderation und die russische Ombudsfrau (sog. „Menschenrechtbeauftragte"). Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung des Gefangenen. 

Russische Botschaft in Deutschland
Botschafter: S. E. Herr Sergej J. Netschajew
Botschaft der Russischen Föderation
Unter den Linden 63-65
10117 Berlin
E-Mail:  info@russische-botschaft.de 

Ombudsfrau der Russischen Föderation
Tatjana H. Moskalkowa
Smolenskij, d. 19, str. 2
119121 Moskau
Russland
 

Anmerkung: Briefe an die russische Ombudsfrau sollten auf Russisch verfasst werden.  

Betreff: „Bitte um die unverzügliche Freilassung des ukrainischen Zivilisten Kirill Moriev 

Sehr geehrter Herr Botschafter Netschajew/ Sehr geehrte Ombudsfrau Moskalkowa,

ich schreibe Ihnen, um Sie auf die willkürliche Gefangenschaft des ukrainischen Zivilisten Kirill Moriev (geb. 29. November 1997) aufmerksam zu machen, der am 18. August 2022 in Chrustalnyj (Krasnyj Lutsch), Region Luhansk, verschleppt wurde. Sein letzter bekannter Aufenthaltsort ist eine Strafkolonie in der Stadt Wachruschewo (Region Luhansk).

Herr Moriev ist von Beruf Taxifahrer. Nach seiner Festnahme kam es an seinem Wohnort zu aggressiven Durchsuchungen. Obwohl seine Eltern unverzüglich einen Rechtsbeistand engagierten, erhielt dieser erst nach einem Monat Zugang zu seinem Mandanten. Den Informationen zufolge wurde Herr Moriev der angeblichen Spionage bezichtigt.

Am 26. Januar 2023 fand eine nicht öffentliche Sitzung des sogenannten Obersten Gerichtshofs von Luhansk statt. Diese hatte einen rein formalen Charakter: keine Zeugen, keine Debatten. In dieser Sitzung wurde Herr Moriev zu 19 Jahren Haft unter strengen Bedingungen verurteilt.

Von der Festnahme bis zur Urteilsverkündung waren der Familie Besuche und Briefkontakte untersagt. Erst im Juni 2024 konnte seine Ehefrau ihn für längere Zeit besuchen; sein Zustand war sehr schlecht. Im Zeitraum 12.07.2023–07.06.2024 verlor er 21 kg (von 104 kg auf 83 kg). Herr Moriev berichtete über Folter im ersten Haftmonat: Es seien Drähte an Finger, Zehen und Ohrläppchen befestigt und Stromstöße verabreicht worden; zudem sei ihm eine Plastiktüte über den Kopf gezogen, er sei bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und mit Händen, Füßen und Hilfsmitteln geschlagen worden. Man habe ihm außerdem mit der Tötung seiner Familie gedroht. Zahnschäden sowie eine Verschlimmerung seiner Skoliose sind dokumentiert. Der eingesetzte Anwalt zeigte sich Herrn Moriev gegenüber voreingenommen, äußerte sich abfällig über dessen pro-ukrainische Haltung und drängte ihn, falsche Aussagen zu machen – mit der Begründung, die Folter werde dann enden.

Ich bin zutiefst besorgt über anhaltende Berichte über Folter und Misshandlungen in von Russland kontrollierten Haftanstalten. Kirill Moriev ist Zivilist, der ohne legitime rechtliche Grundlage festgehalten und unter einem konstruierten Vorwurf verfolgt wird. Die Rechte und Freiheiten der Betroffenen müssen vollumfänglich respektiert und geschützt werden.

Ich appelliere an Sie, sich für eine rechtmäßige und humane Behandlung aller zivilen Gefangenen einzusetzen, insbesondere der verschleppten Ukrainerinnen und Ukrainer. Bitte teilen Sie den aktuellen Aufenthaltsort und den Verfahrensstand von Kirill Moriev mit, ermöglichen Sie ihm umgehend den Kontakt zu seiner Familie, stellen Sie unabhängigen Rechtsbeistand sowie notwendige medizinische Versorgung sicher und überprüfen Sie die Rechtmäßigkeit seiner Inhaftierung. Ohne eine legitime Rechtsgrundlage fordere ich seine unverzügliche Freilassung.

Hochachtungsvoll,

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