Kirill Moriev

Der Taxifahrer aus Chrustalnyj (Krasnyj Lutsch) wurde am 18. August 2022 verschleppt. In Luhansk verurteilte ihn ein russisches Gericht in einem nichtöffentlichen Verfahren zu 19 Jahren Haft. Kirill wird derzeit in einer Strafkolonie in Wachruschewo festgehalten.
Ukranischer Taxifahrer verschleppt
Kirill Moriev stammt aus der Stadt Chrustalnyj und arbeitete als Taxifahrer. Er vertritt eine starke pro-ukrainische Haltung und äußerte offen seine Kritik über den russischen Angriff und die Besatzung im Internet und der Öffentlichkeit.
Verschleppung
Aufgrund seiner offenkundigen Missbilligung gegenüber Russland wurde Kirill am 18. August 2022 von Vertretern der Besatzungsmacht festgenommen. Seine Wohnung wurde grundlos auf aggressivste Weise durchsucht.
Kirills Eltern engagierten sofort einen Anwalt, dieser konnte jedoch erst nach einem Monat Zugang zu seinem Mandaten bekommen. Der Anwalt verhielt sich Kirill gegenüber voreingenommen, äußerte sich negativ über dessen pro-ukrainische Ansichten und drängte ihn dazu, falsche Aussagen zu machen, mit der Begründung, dass er dann nicht weiter gefoltert werden würde.
Die russischen Behörden klagten Kirill wegen angeblicher Spionage an. Am 26. Januar 2023 fand eine nicht öffentliche Sitzung des sogenannten Obersten Gerichtshofs von Luhansk statt. Bei diesem Scheinprozess gab es weder Zeugen noch Debatten und Kirill wurde willkürlich zu 19 Jahren Gefängnis unter strengen Bedingungen verurteilt. Derzeit wird Kirill in einer Strafkolonie in der Stadt Wachruschewo in der Region Luhansk festgehalten.
Im Zeitraum von Kirills Festnahme bis hin zur Urteilsverkündung war den Familienangehörigen jeglicher Kontakt in Form von Briefen und Besuchen untersagt. Erst im Juni 2024 konnte ihn seine Frau für einen längeren Zeitraum besuchen und berichtete über seinen schlechten Gesundheitszustand.
Gesundheit
Während der Gefangenschaft in einem russischen Untersuchungsgefängnis verlor Kirill 21kg (sein Gewicht sank von 104kg auf 83kg). Er wurde insbesondere im ersten Monat seiner Haft brutal gefoltert. Dabei verband man Drähte mit seinen Fingern und Zehen sowie seinen Ohrläppchen und versetzte ihm Stromstöße. Zudem stülpte man ihm eine Plastiktüte über den Kopf, würgte ihn bis zur Bewusstlosigkeit und schlug ihn mit Händen, Füßen und Hilfsmitteln. Man drohte ihm auch, seine Familie zu töten.
Durch die menschenunwürdige Behandlung wurden seine Zähne stark beschädigt und seine Skoliose verschlimmerte sich. Die illegale Inhaftierung, bei der psychische und physische Gewalt über einen längeren Zeitraum hinweg angewendet wurde, hat fatale Auswirkungen auf seine Gesundheit.
Stand: August 2025



