Kuba: 10 Jahre Haft für Professor

Foto links: Gefängnisaufstand 19.02 in Canaleta in der kubanischen Stadt Ciego de Ávila / El Nacional, DO. Foto rechts: Ariel Manuel Martin / Observatorio de Libertad Académica

IGFM kritisiert Zunahme der Menschenrechtsverletzungen und fordert Freilassung aller politischen Gefangenen auf der Karibikinsel

Havanna/Frankfurt am Main, 20. Februar 2026 – Gefängniszelle statt Hörsaal: Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, wurde der renommierte kubanische Professor Ariel Manuel Martin Barroso wegen Graffitis mit regierungskritischen Parolen zu zehn Jahren Haft verurteilt. Die in Frankfurt ansässige Menschenrechtsorganisation weist darauf hin, dass Kuba schon Anfang des Jahres 2026 einen traurigen historischen Rekord aufgestellt hat: Noch nie gab es so viele politische Gefangene auf der Karibikinsel – aktuell sind 1.207 politische Gefangene bekannt. Von diesen seien 436 schwer erkrankt und 42 würden unter psychischen Störungen leiden, aber keine Medikamente erhalten. Erst gestern kam es in dem Hochsicherheitsgefängnis Canaleta in der kubanischen Stadt Ciego de Ávila aufgrund der katastrophalen Situation der Gefangenen zu einem Gefängnisaufstand.

Foto: Gefängnisaufstand 19.02 in Canaleta in der kubanischen Stadt Ciego de Ávila / El Nacional, DO.

„Die Situation auf Kuba ist für die Menschen schon so katastrophal – stundenlange Stromausfälle, Lebensmittelknappheit und Infrastrukturprobleme stellen sie Tag für Tag vor immense Herausforderungen. Wer sich dann noch öffentlich gegen das autoritäre Regime stellt, der muss zusätzlich noch Einschüchterung, Schikane, Misshandlungen und lange Haftstrafen fürchten. Das Regime hat die digitale Überwachung seiner Bürger mittlerweile professionalisiert: Viele Menschen werden schon wenige Stunden nach dem Veröffentlichen beziehungsweise Teilen kritischer Beiträge gegen das Regime verhaftet. Die Menschenrechtsverletzungen der kubanischen Regierung nehmen ein Ausmaß an, das die internationale Gemeinschaft nicht länger hinnehmen darf“, erklärt Valerio Krüger, Vorstandssprecher der IGFM.

Foto: Ariel Manuel Martin / Observatory of Academic Freedom, via Havana Times.

Lange Haftstrafe und Lehrverbot

Der 42-jährige Ariel Manuel Martin Barroso lehrte an der Universität von Sancti Spiritus und wurde im Februar 2025 festgenommen, weil er angeblich gegen Miguel Díaz-Canel gerichtete Botschaften gemalt hatte. Agenten der Staatssicherheit hätten den angesehenen Professor auf dem Campus beobachtet, wie die IGFM erfahren hatte. Er sei „aufgrund seines Verhaltens gegen den revolutionären Prozess immer verdächtig“ gewesen. Wie erst jetzt bekannt wurde, wurde er am 8. September 2025 vom Volksgericht der Provinz Villa Clara, Kammer für Verbrechen gegen die Staatssicherheit, wegen „Propaganda gegen die verfassungsmäßige Ordnung und Missachtung“ zu einer Gefängnisstrafe von zehn Jahren verurteilt. Zudem darf er nicht mehr als Dozent an Bildungseinrichtungen arbeiten und sich nicht mehr an der Universität, an der er tätig war, aufhalten.

@AussenMinDE @AuswaertigesAmt Es gibt keine konstruktiven Gespräche mit den Mullahs. Sie täuschen, morden und halten sich mit allen Mitteln an der Macht. Tausende Menschen im Land sind in Gefahr vor Haft, Folter und Hinrichtung.

"Das Internet von 90 Millionen Iranern ist seit über einem Monat abgeschaltet, damit Leute wie diese im Westen als angebliche Stimmen des iranischen Volkes fungieren und in Wahrheit die Propaganda des Regimes verbreiten."
Eigentlich ein veritabler Skandal. @tagesschau

Es scheint, als wollten europäische Staaten und die USA das Mullah-Regime um jeden Preis retten, nur um Ölpreise und Energiekosten niedrig zu halten. Dabei vergessen sie, dass sie damit eine Ideologie stärken, die früher oder später selbst zur Bedrohung für ihre Demokratien

Iran: Militärischer Konflikt und staatliche Repression stehen weiterhin an der Tagesordnung. Es fanden zahlreiche Hinrichtungen von politischen Gefangenen und Protestteilnehmern statt.

🔴 Die IGFM beobachtet einen deutlichen Anstieg der Exekutionen seit Kriegsbeginn.

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