Luis M. Alcántara frei

Luis Manuel Otero Alcántara, Mary Karla Ares, Esteban Rodríguez, Thais Franco

Luis Manuel Otero Alcántara nach Zwangsaufenthalt in Krankenhaus entlassen. Esteban Rodríguez López und Thais Franco bleiben weiterhin in Haft. Mary Karla Ares wurde in Hausarrest entlassen.

„Wir werden weiter kämpfen“: Kubanischer Künstler nach Zwangsaufenthalt in Krankenhaus entlassen

Medienschaffende weiterhin in Haft und Hausarrest

Frankfurt am Main/Havana, 01. Juni 2021 – Der bekannte Künstler und Regimekritiker  Luis Manuel Otero Alcántara wurde nach 29 Tagen Zwangsaufenthalt aus dem Krankenhaus entlassen. Er wurde dort aufgrund eines Hungerstreiks von Behörden gegen seinen Willen eingeliefert und unterlag einer Kontaktsperre. Der Journalist Esteban Rodríguez und die Aktivistin Thais Franco, die ihn während des Streiks besuchen wollten, bleiben weiterhin unschuldig in Haft. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtete, wurden sie zusammen mit anderen Demonstranten am 30. April in der Innenstadt von Havanna festgenommen. Sie hatten friedlich dafür protestiert, Zugang zum damals hungerstreikenden Künstler Luis Manuel Otero Alcántara zu erhalten. 

Eine halbe Stunde, nachdem Luis Manuel Otero Alcántara aus dem Krankenhaus entlassen wurde, gab er dem Nachrichtenportal CubaNet ein Interview und verkündete, dass es ihm den Umständen entsprechend gut gehe. Er sei gewillt “weiterzumachen und weiter zu kämpfen”. Im Krankenhaus ist er zeitweise mit Elektroschocks in der psychiatrischen Abteilung behandelt worden, wie ein anonymer Augenzeuge wenige Tage vor der Entlassung berichtete. Alcántara will sich für die Freilassung der befreundeten Aktivisten Maykel Osorbo und Esteban Rodríguez einsetzen. Der Künstler Alcántara, Sprecher des Künstlerkollektivs San Isidro, durfte während des Krankenhausaufenthalts nicht mal mit seiner Familie Kontakt halten.

Maria Karla Ares wartet im Hausarrest auf Prozess

Währenddessen entließ das Regime die Journalistin Maria Karla Ares nun in den Hausarrest. Sie hatte einen Protest für die Freilassung Alcántaras aufgenommen und darüber live auf Facebook berichtet.  Mindestens zwei Anträge auf Haftprüfung und Freilassung wurden seither vom Gericht abgelehnt. Die IGFM fordert die sofortige Freilassung und Rehabilitierung von Mary Karla Ares, sowie von Thais Franco und Esteban Rodríguez, die weiterhin in Haft sind. „Hausarrest ist kein Freispruch. Die Anklage gegen Maria Karla Ares bleibt bestehen und ihr droht bis zu einem Jahr Haft. Sie wird ihrer Freiheitsrechte beraubt und ihre Kommunikation wird überwacht. Daher schauen wir weiter mit Sorge nach Kuba und fordern das Regime mit Nachdruck auf, die unschuldig und willkürlich Inhaftierten freizulassen und zu rehabilitieren“, so die IGFM.

Bis die Ermittlungen zu ihrem Fall beendet sind und ihr Prozess wegen Widerstand” und öffentlicher Unruhe” beginnt, sitzt Maria Karla Ares nun im Hausarrest in Havanna fest. Wie die IGFM erfahren hat, wurde die 29-jährige Journalistin – die als Reporterin für die Zeitung Amanecer Habanero arbeitet – während ihrer einmonatigen Inhaftierung mehrmals von Polizeistationen in unterschiedliche Gefängnisse gebracht. Zuletzt wurde sie am 26. Mai 2021 in das Frauengefängnis von Guatao verlegt. Während sie in Haft saß, übten die Polizeibehörden auf ihre Mutter Marisol González und ihren Vater starken Druck aus.

Thais Franco und Esteban Rodríguez López weiterhin in Haft 

Die Bürgerrechtlerin und dreifache Mutter Thais Franco ist aber immer noch in demselben Strafvollzugszentrum inhaftiert. Die IGFM, die auf Kuba durch eine Sektion vertreten ist,  weist darauf hin, dass die kubanische Regierung dieses Gefängnis im Januar aufgrund eines Coronavirus-Ausbruchs unter Verschluss hielt und fürchtet daher besonders um die Gesundheit der Inhaftierten. Der zweifache Vater Esteban Rodríguez López – Mitarbeiter des unabhängigen Mediums ADN Cuba  wurde am 26. Mai 2021 in das Gefängnis Valle Grande verlegt. Er konnte seine Frau Zuleidis Gómez Cepero darüber telefonisch informieren. Ihren Angaben zufolge wird er in Einzelhaft gehalten und darf aktuell keinen Kontakt zu seiner Familie aufnehmen.

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