FÜR DIE MENSCHENRECHTE – Mitteilungen an Freunde und Förderer, Nr. 8 – September - 2026
Libanon: Unverdrossener Einsatz für Familien in Bedrängnis

„Hier ist die Lage nach wie vor sehr instabil. Immer wenn wir glauben, der Frieden sei endlich eingekehrt, passiert wieder etwas, das die Spannungen schürt. Es sieht nicht besonders gut aus. Wir hoffen aber weiter“, berichtet Penelope Boujaoude von der libanesischen Hilfsorganisation „Flamme de Charité“ („Flamme der Nächstenliebe“) in einer E-Mail am 23. Juli 2026. Seit dem Einstieg der Hisbollah in den Krieg des Iran mit den USA, Israel und einigen arabischen Staaten kommt der Libanon nicht recht zur Ruhe. Mitte April kam zwar ein Übereinkommen über eine Waffenruhe zustande, die im Libanon bislang brüchig blieb. Seit Kriegsausbruch setzt „Flamme de Charité“ ihren Einsatz unverdrossen fort. Die 30-jährige libanesische Christin Boujaoude aus Beirut und ihr Team unterstützen seit der Gründung ihres Werks im Jahr 2020 mehr als 200 christliche Familien mit Zuschüssen für Wohnen, Medizin, Ausbildung sowie Gutscheinen für alltäglichen Bedarf und Sachspenden.
„Wir machen weiter, so gut es geht“, schreibt Boujaoude. Auf ihren Social-Media-Kanälen berichtet sie in einem Film: „Wir konnten das Zuhause der Kinder Rosaline, Rose-Mary und Robert „bewohnbar“ machen. Es fehlte darin an vielem, was für uns selbstverständlich ist. Wir haben alles Notwendige besorgt oder repariert, darunter die Küchenspüle und selbst das Waschbecken im Bad.“ – IGFM-Referentin Michaela Koller kennt die Familie, besuchte sie im Februar in Beirut und erinnert sich an den strengen Geruch von Schimmel in der Wohnung. „Nun haben wir die starken Feuchtigkeitsprobleme und den Schimmelbefall an den Wänden beseitigt“, berichtet Boujaoude. Obwohl die Wohnungen vieler Bedürftiger in einem erbärmlichen Zustand sind, haben die Mieten deutlich angezogen. Zugleich sind viele Menschen arbeitslos geworden, weil einige Firmen den Betrieb kriegsbedingt eingestellt und nicht wieder aufgenommen haben. Die Not ist somit nochmals gewachsen.
Viele Christen sind bereits unter dem Druck ausgewandert und die Verbliebenen fürchten zurecht, zwischen den Fronten in Nahost aufgerieben zu werden. Dabei spielen viele von ihnen eine wichtige Rolle als Brückenbauer sowie durch ihren Einsatz für Frieden und Mitmenschlichkeit. Die libanesische Führung, insbesondere der christliche Präsident Joseph Khalil Aoun, zeigt eine klare Haltung gegenüber der Terrormiliz Hisbollah im Land, pocht auf die Durchsetzung des staatlichen Gewaltmonopols und die Entflechtung von der iranischen Mullah-Diktatur.
Nun berichtet Boujaoude der IGFM über die Familien, die um das Nötigste zum Überleben ringen, dass sich viele von ihnen große Sorgen um die Zukunft ihrer Kinder machen. „Sie können sich kaum noch etwas zu essen leisten, und für viele von ihnen sind die bei der Anmeldung für das kommende Schuljahr fälligen Gebühren schlichtweg unerschwinglich“, so schildert sie die Lage der Betroffenen.
Auch die Eltern von Rosaline und Rose-Mary zeigten sich schon bei der Sicherung ihres Lebensunterhaltes überfordert. „Flamme de Charité“ hat sich dafür eingesetzt, dass sie überhaupt eingeschult wurden. Penelope Boujaoude kennt rund 50 Kinder in vergleichbar schwierigen Situationen und wandte sich daher hilfesuchend an die IGFM. Bereits 100 Euro sichern den Schulbesuch für ein Jahr. Wir möchten „Flamme de Charité“ mit 5.000 Euro unterstützen und bitten um Ihre Großzügigkeit.
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BU: Rosaline und Rose-Mary freuen sich mit ihren Eltern über Beistand; Foto: FdC
Dieser Artikel wurde publiziert in der September - 2026-Ausgabe der Zeitschrift ‚Für die Menschenrechte‘
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