Kuba: Inhaftierung aufgrund Glaubens

Weil sie bekennende Christen sind: Eltern auf Kuba weggesperrt
Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Zu „Gefangenen des Monats Oktober“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea Pastor Ramón Rigal und seine Frau Ayda Expósito aus Kuba benannt. Sie rufen dazu auf, sich für die beiden seit einem halben Jahr Inhaftierten einzusetzen. In dem karibischen Inselstaat kontrolliert noch immer die Kommunistische Partei die Gerichte und vor allem das Bildungssystem. Der Leidensweg der Eheleute begann mit Mobbing ihrer 13-jährigen Tochter Ruth in der Schule, weil sie sich als Christin zu erkennen gab. Die Eltern schickten sie und ihren vier Jahre jüngeren Bruder nach tätlichen Übergriffen nicht mehr in die staatliche Einrichtung.
Sie nahmen schließlich an einem Hausunterrichtsprogramm teil, das immerhin in Guatemala durch die dortige Regierung anerkannt ist. Weil sie damit ihre Kinder dem kommunistischen Schulzwang entzogen und sich außerdem einer nicht registrierten Kirche angeschlossen hatten, sitzen die Eheleute seit dem 16. April 2019 hinter Gittern. Die Kinder, um deren Wohl der kubanische Staat angeblich besorgt ist, erlebten die Festnahme mit. Am 18. April begann der Prozess, an dem kein Verteidiger zugelassen war und am 22. April 2019 erging das Urteil: Der Pastor bleibt für zwei Jahre unter harten Bedingungen eingesperrt, während die Frau 18 Monate im Gefängnis ausharren muss. Mit Appellen soll die sofortige Freilassung der Eltern gefordert werden, deren Kinder zwar bei Großeltern, jedoch getrennt voneinander untergebracht sind.
Die Unterdrückung und Verfolgung Andersdenkender ist in Kuba trauriger Standard. Seit dem Amtsantritt von Fidel Castro 1959 ist die ohnehin sehr große Zahl willkürlicher Verhaftungen immer weiter gestiegen. Weite Teile der kubanischen Oppositionsbewegung werden regelmäßig verhaftet, auch Christen zählen immer öfter zu Opfern staatlicher Willkür.
Ayda Expósito wurde im April 2020 aus dem Gefängnis entlassen, und ihr Ehemann, Pastor Rigal, wurde kurz darauf, im Juli 2020, freigelassen.
Stand: März 2022.





