Schreib-Workshop 5.12.

Gemeinsam für verschleppte ukrainische Zivilisten aktiv werden – mit kleinen, wirkungsvollen Gesten, die die Menschen in Gefangenschaft daran erinnern, dass sie nicht vergessen sind.
„Postkarten der Hoffnung“
Solidaritätsaktion der IGFM und Libereco für ukrainische Zivilisten in russischer Gefangenschaft
Gemeinsam mit der NGO Libereco hatte die IGFM am 5. Dezember zu einer besonderen Solidaritätsaktion aufgerufen: Unter dem Motto „Jede Postkarte zählt“ verfassten die Teilnehmenden Postkarten an ukrainische Zivilisten, die in russischer Gefangenschaft in Russland oder in den besetzten ukrainischen Gebieten festgehalten werden. Vor Ort berichtete Liusiena Zinovkina über ihren Ehemann Kostiantyn Zinovkin, der in russischer Gefangenschaft ist.
Ein Zeichen gegen das Vergessen
„Mehr als 16.000 ukrainische Zivilisten befinden sich derzeit in russischer Haft – viele von ihnen wurden willkürlich verschleppt, ihr Schicksal ist oft unbekannt“, betont Valerio Krüger, Sprecher der IGFM. Mit der Aktion will die Menschenrechtsorganisation die Isolation der Inhaftierten durchbrechen und ihnen zeigen: Ihr Schicksal wird gesehen, sie sind nicht vergessen. Gleichzeitig richtet sich der Appell an die deutsche Öffentlichkeit, sich für die Einhaltung der Menschenrechte einzusetzen und politischen Druck auf die russischen Behörden auszuüben.
Ein Schicksal: Kostiantyn Zinovkin
Besonders bewegend war der Beitrag von Liusiena Zinovkina, deren Ehemann Konstantin Zinovkin seit Jahren in russischer Gefangenschaft ist. Sie berichtete über das Schicksal ihres Ehemanns und das der Ukrainer, die in den besetzten Gebieten geblieben sind, und über die harten Bedingungen, welchen die Inhaftierten ausgesetzt sind. Liusiena betonte, wie wichtig es für die Betroffenen sei, zu wissen, dass sie nicht vergessen sind.
Gemeinsam – für die Menschenrechte
Die Aktion, die gemeinsam mit der Menschenrechtsorganisation Libereco durchgeführt wurde, fand in den Räumen der IGFM-Geschäftsstelle in Frankfurt am Main statt. Am Workshop wurden mehr als 110 Postkarten an ukrainische Zivilisten in russischer Gefangenschaft geschrieben. Jede Karte ist ein Zeichen der Hoffnung und der Solidarität mit den unrechtmäßig inhaftierten Ukrainern.
Hintergründe und Ziele
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Jahr 2022 und bereits seit der Annexion der Krim 2014 werden ukrainische Zivilisten systematisch verschleppt. Viele von ihnen wurden nur wegen ihrer patriotischen Haltung verhaftet. Laut ukrainischen Statistiken befinden sich allein über 16.000 Zivilisten in russischen Gefängnissen. Das Europäische Parlament verurteilte bereits 2022 die Zwangsverschleppung und -adoption ukrainischer Kinder als völkerrechtswidrig. Erst im September hat die Menschenrechtsorganisation eine Dokumentation über die unzähligen Verbrechen des russischen Regimes im Krieg gegen die Ukraine veröffentlicht.





