„Sklaverei-Importe“ aus Nordkorea stoppen

Das Bild zeigt eine patriotische Formation von Nordkoreanern. Für einige Bürger des asiatischen Landes, die jeden Tag ausgebeutet und als Sklaven behandelt werden, sieht die Realität jedoch ganz anders aus. Foto: Roman Harak, CC BY-SA 2.0 via Wikimedia Commons
IGFM: Nordkorea exportiert Kohle aus Sklavenarbeit und gefügige Arbeiter, die keine Ansprüche stellen
Frankfurt am Main/Pjöngjang/Warschau, 20. Mai 2021 – Nordkorea exportiert Kohle und versklavt für die Förderung Gefangene. Es werden aber auch nordkoreanische Arbeitskräfte ins Ausland „verliehen“. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, werden sie u.a. in der russischen Holzindustrie und auf WM-Baustellen im Emirat Katar eingesetzt. Die IGFM fordert dazu auf, diese Importe zu stoppen und die Zusammenarbeit mit allen Staaten und Projekten zu beenden, in denen nordkoreanische Zwangsarbeiter eingesetzt werden.
Der nordkoreanische Staatsapparat hat über Jahre hinweg ein System der Erpressung, Unterdrückung und Sklaverei aufgebaut. Nordkoreaner, die als politisch unzuverlässig eingestuft werden, werden getötet oder als Arbeitssklaven missbraucht. Neben der Zwangsarbeit in Lagern zur Herstellung von Exportgütern umfasst dies auch den „Export“ von Leiharbeitskräften, beispielsweise nach Russland, China oder Katar. Dort müssen die billigen Arbeitskräfte aus Nordkorea rechtelos und ohne nennenswerten eigenen Lohn arbeiten. Die Löhne fließen in die Kassen des nordkoreanischen Regimes. Die IGFM verurteilt diese sklavenähnliche Behandlung nordkoreanischer Arbeiter in anderen Staaten sowie in den Gefangenenlagern und fordert die Freilassung aller zu Unrecht inhaftierten Gefangenen sowie ein Ende der systemischen Erpressung von Arbeitnehmern und staatlicher Sklaverei.
Systematische Versklavung in Gefangenen- und Arbeitslagern
Immer wieder wird von groben Menschenrechtsverletzungen in Gefangenenlagern berichtet. Bestätigt werden diese Praktiken von ehemaligen Gefangenen, die nach Südkorea fliehen konnten. Die Export-Kohle wird vor allem im „Straflager Nr. 18“ in der zentral gelegenen Provinz Süd-Pyongan abgebaut. Dort sind mindestens 37.600 Menschen untergebracht, unterteilt in ein Gefangenenlager und einen Zwangsarbeitsbezirk, in dem „entlassene“ Häftlinge arbeiten. In Nordkorea erhalten aus den Lagern Entlassene oftmals keine Chance auf gesellschaftliche Wiedereingliederung und müssen zum Beispiel gegen ihren Willen im Bergbau arbeiten. „Die Nutzung von Sklaven- und Zwangsarbeit zur Devisenbeschaffung ist eine besonders perfide Praktik des Kim-Regimes“, kritisiert Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM und mahnt die internationale Staatengemeinschaft an, den Druck auf Nordkorea zu verstärken.
Mit dem Export von Kohle und anderen Gütern finanziert das Regime sein Raketenprogramm. Allein der Kohleexport bringt jährlich bis zu 200 Millionen US-Dollar an Devisen ein.
Systematisches System von Zwangsarbeit und Folterlagern
Millionen von Menschen in Nordkorea sind einer drastischen Unterdrückung durch die Regierung ausgesetzt, welche die Meinungs-, Glaubens-, Bewegungs- sowie Informationsfreiheit rigoros einschränkt und „politisch unzuverlässige“ Bürger verfolgt und unter unmenschlichen Bedingungen in Straflagern bis hin zum Tode foltert. Mindestens 200.000 werden in den berüchtigten Lagern festgehalten, viele davon in Sippenhaft. Hierbei wird auch vor Kindern kein Halt gemacht – bei vielen der Inhaftierten handelt es sich lediglich um Familienangehörige von vermeintlichen Regimekritikerinnen und -kritikern, die im Sinne einer Kollektivbestrafung willkürlich inhaftiert wurden.

IGFM: Nordkorea exportiert Kohle aus Sklavenarbeit und gefügige Arbeiter, die keine Ansprüche stellen