Tibet

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Die systematische Ausrottung der Tibetischen Kultur hat in den letzten Jahrzehnten drastisch zugenommen. Die IGFM verurteilt die Unterdrückung der Tibeter durch die chinesische Regierung und fordert China auf, das Menschenrecht auf Religionsfreiheit zu respektieren. 

Tibeter wegen Beten in der Öffentlichkeit zu Tode gefoltert

IGFM kritisiert massive Verletzungen der Religionsfreiheit und fordert China auf, die Menschenrechte der Tibeter zu achten

Lhasa / Frankfurt am Main, 11. Oktober 2022 – Wegen Glaubensausübung getötet: Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) erfahren hat, wurden fünf Tibeter verhaftet und gefoltert, weil sie in der Öffentlichkeit Weihrauch angezündet und gebetet hatten. Einer der Inhaftierten starb an den Folgen der Misshandlungen. Die IGFM kritisiert die systematische Verletzung der Religionsfreiheit in Tibet aufs Schärfste und fordert die Volksrepublik China auf, die willkürlich Inhaftierten sofort freizulassen. 

„Die Volksrepublik China professionalisiert die Ausrottung der tibetischen Kultur seit Jahren. Die Sinisierung der besetzten Region wird immer umfassender – seit Jahrzehnten werden Tibeter unterdrückt und erleiden massivste Menschenrechtsverletzungen. Immer wieder erreichen uns Nachrichten wie diese der inhaftierten und zu Tode gefolterten Tibeter. Solche Nachrichten dürfen für die Weltöffentlichkeit aber nicht zur Normalität werden, sondern müssen vehement kritisiert werden“, erklärt Hubert Körper, Sprecher des Arbeitsausschusses China der IGFM.

Polizei leugnet Folter und setzt Angehörige unter Druck

Die fünf Tibeter Chugdhar, Ghelo, Tsedo, Bhamo und Kori verbrannten am 24. August im Kreis Serthar in der Provinz Sichuan Weihrauch und beteten für ein langes Leben des Dalai Lama. Laut Informationen der IGFM nahm die Polizei sie kurz darauf fest, obwohl sie gegen kein Gesetz verstoßen hatten. Der 52-jährige Chugdhar starb in einem Gefängnis in der Autonomen Tibetischen Präfektur Kardze (Ganzi), in dem auch die anderen vier Tibeter inhaftiert sind. Die chinesische Polizei hat mehrfach geleugnet, ihn zu Tode gefoltert zu haben. Die Beamten haben seiner Familie unter anderem umgerechnet mehr als 14.000 US-Dollar angeboten, wenn sie seine Leiche mitnehmen. Bisher habe die Familie kein Geld erhalten, so die IGFM. Stattdessen wurde sein Vater gezwungen, ein Dokument zu unterschreiben, das besagt, dass die Polizei nicht für den Tod seines Sohnes verantwortlich sei.

Einschränkungen der Religionsfreiheit nehmen zu

Der Prozess gegen die vier noch inhaftierten Tibeter läuft noch. Wie die IGFM erfahren hat, dürfen die Familien ihre Angehörigen nicht im Gefängnis besuchen. Die China-Experten berichten, dass die Einschränkungen der chinesischen Regierung bei der Religionsfreiheit in Tibet immer umfassender werden. So sei es nicht mal erlaubt, Gebetsfahnen vor dem Haus aufzuhängen oder das „Sang-sol“-Ritual, bei dem Weihrauch verbrannt wird, durchzuführen. Bei letzterem wird behauptet, dass es schädlich für die Umwelt sei. Die IGFM betont die Universalität der Menschenrechte und weist darauf hin, dass die Volksrepublik China seit Jahren die Rangliste der Menschenrechtsverletzer weltweit anführe.

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