Über 67 Todesopfer nach Anschlägen in Nigeria

Bei Angriffen bewaffneter Männer im nigerianischen Bundestaat Kaduna starben in den letzten Wochen Dutzende Menschen. Seit mehreren Jahren bereits kommt es zu Gebietskonflikten zwischen den mehrheitlich muslimischen Fulani-Viehhirten und den ansässigen Bauern. Bild rechts: Dailymail.co.uk

Welle der Gewalt im christlich geprägten Bundesstaat Kaduna

Der Bundesstaat Kaduna in Nigeria. Quelle: CommonsWikipedia

Frankfurt am Main/ Abuja, 29. Juli 2020 – Bei Angriffen bewaffneter Männer im nigerianischen Bundestaat Kaduna starben in den letzten Wochen Dutzende Menschen. Der jüngste Anschlag am 19. Juli forderte 18 Todesopfer, alle waren Gäste einer Hochzeitsfeier. Die Angreifer gehören Zeugenaussagen zufolge zur ethnischen Gruppe der Fulani. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) verurteilt die Massaker und fordert die nigerianische Regierung dazu auf, Maßnahmen gegen die Gewaltwelle zu ergreifen und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

Seit mehreren Jahren bereits kommt es zu Gebietskonflikten zwischen den mehrheitlich muslimischen Fulani-Viehhirten und den ansässigen Bauern. Um diesen Konflikt zu befrieden hatte Nigerias Regierung unter Präsident Muhammadu Buhari (77) angekündigt, sogenannte Ruga-Settlements einzuführen. Ruga-Zonen sollten speziell für die Viehzucht ausgewiesen werden, und so die Gebietskonflikte mit den ansässigen Bauern entschärfen.

Das aktuelle Aufflammen der Gewalt sieht die IGFM mit großer Sorge. So scheint die nigerianische Regierung die Maßnahmen zur Befriedung des Konflikts nicht glaubhaft umzusetzen, kritisiert Dr. Emmanuel Ogbunwezeh, Afrika-Referent der IGFM. Ihm zufolge, kann die Passivität der nigerianischen Regierung die gesamte Subregion Westafrika in eine ernste Krise stürzen und massive Fluchtwellen nach sich ziehen, die auch Europa erreichen können.

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