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28 Jahre Haft für verschleppten ukrainischen Zivilisten

Kostiantyn Zinovkin (rechts) gemeinsam mit drei weiteren Ukrainern vor Gericht. Alle stammen aus der russisch besetzten Stadt Melitopol. Bild: Kommersant

Ukraine/Russland: 28 Jahre Haft für verschleppten ukrainischen Zivilisten

IGFM: Russland kriminalisiert einen verschleppten Zivilisten als angeblichen Terroristen

Frankfurt am Main, 24. September 2026 – Der ukrainische Ingenieur Kostiantyn Zinovkin ist am 22. September 2026 von einem Militärgericht in Rostow am Don zu 28 Jahren Haft in einer Strafkolonie mit strengem Regime und einer Geldstrafe von 600.000 Rubel verurteilt worden. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) verurteilt das Urteil auf das Schärfste und fordert seine sofortige Freilassung. Verfolgung, Terror, Folter, Verschleppung und Inhaftierung seien systematischer Bestandteil russischer Repressionspolitik gegen ukrainische Zivilisten. Neben der täglichen Bombardierung von Wohnhäusern und der Drohnen-Jagd auf Zivilisten seien Zehntausende Ukrainer Opfer kontinuierlicher Verbrechen durch die russische Okkupationsmacht, so die IGFM.

„28 Jahre Haft für einen verschleppten Zivilisten sind kein rechtsstaatliches Urteil, sondern Ausdruck der brutalen Repression Russlands gegen freie und unschuldige ukrainische Zivilisten. Kostiantyn Zinovkin wurde seiner Freiheit beraubt, verschleppt und anschließend mit immer schwereren Vorwürfen überzogen. Russland nutzt die Besatzung dazu, ukrainische Zivilisten durch politisch motivierte Strafverfahren zum Schweigen zu bringen“, kritisiert Valerio Krüger, Sprecher des Vorstands der IGFM.

Ehefrau kämpft für seine Freilassung
Kostiantyn Zinovkin wurde am 12. Mai 2023 im russisch besetzten Melitopol verschleppt. Zinovkins Ehefrau Liusiena Zinovkina lebt in Deutschland und kämpft seit mehr als drei Jahren für die Freilassung ihres Mannes. Zuletzt hatten die beiden am 11. Mai 2023 persönlich miteinander gesprochen. Am nächsten Morgen verschwand Kostiantyn.

Liusiena Zinovkina macht öffentlich auf das Schicksal ihres Mannes und das weiterer ukrainischer Zivilgefangener aufmerksam. Sie sind keine Kriegsgefangenen, sondern Zivilisten, die Russland in den besetzten Gebieten festnimmt, verschleppt und strafrechtlich verfolgt. Für sie gibt es keinen funktionierenden Austauschmechanismus. Die IGFM fordert deshalb verstärkten internationalen Druck auf Russland.

Für Kostiantyn Zinovkin haben der Europaabgeordnete Michael Gahler (CDU/ EVP) und der hessische Landtagsabgeordnete Frank Steinraths (CDU) politische Patenschaften übernommen und setzen sich für seine Befreiung ein.

Die IGFM fordert die russischen Behörden auf, Kostiantyn Zinovkin unverzüglich freizulassen und die rechtswidrige Verfolgung aller ukrainischer Zivilisten in den besetzten Gebieten zu beenden.

Kostiantyn Zinovkin (rechts) gemeinsam mit drei weiteren Ukrainern vor Gericht. Alle stammen aus der russisch besetzten Stadt Melitopol. Bild: Kommersant

Berichten zufolge werden mehr als 16.000 ukrainische Zivilisten, die von der russischen Armee illegal entführt wurden, in Gefangenenlagern in Russland oder in den besetzten Gebieten festgehalten – darunter etwa 2.000 Menschen über 65 Jahre. Die genaue Anzahl ist unklar.

Ukrainische Zivilisten werden vom russischen Militär illegal und gewaltsam verschleppt und unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten. Sie werden schlecht ernährt, medizinisch nicht versorgt und schlafen auf dem Boden. Es kommt vor, dass sie im Schlaf von Ratten gebissen werden. Die Zivilgefangenen kehren teils mit schweren Verletzungen, Knochenbrüchen und Gehirnerschütterungen aus der Gefangenschaft zurück und berichten von physischem, sexuellem und psychischem Missbrauch.

Von Smolensk bis Burjatien, Gefangenenlager auf dem Gebiet der russischen Föderation. Auch in den besetzten Gebieten gibt es Gefängnisse und Lager. Bild: IGFM 

Das Grauen in meinem Haus
Seit der russischen Vollinvasion am 24. Februar 2022 sind die in den besetzten Gebieten lebenden Ukrainerinnen und Ukrainer systematischer Unterdrückung, Verfolgung und Folter durch das russische Okkupationsregime ausgesetzt.

Die IGFM veröffentlichte im September 2025 die Dokumentation „Das Grauen in meinem Haus – die russisch besetzten Gebiete in der Ukraine“.

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48 Tage Hungerstreik, schwere gesundheitliche Folgen und wiederholte Misshandlungen: Der kubanische Menschenrechtsaktivist Roilán Álvarez Rensoler sitzt seit Januar 2026 in Haft. Er soll ein regimekritisches Plakat angebracht haben. Die IGFM fordert die sofortige Freilassung von ihm und von mehr als 1.200 weiteren Menschen, die in Kuba wegen ihres friedlichen Engagements verfolgt werden.

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Zersetzen, liquidieren, ausschalten – die Stasi-Methoden leben in Russland und anderen Staaten weiter

Ob Mielke, Putin oder Lukaschenko, die Methoden der DDR-Staatssicherheit leben in Russland und anderen Staaten weiter. Anlässlich der Erklärung der IGFM als Staatsfeind im September 1975 durch die Stasi berichtet die Menschenrechtsorganisation über die Fortführung der Stasi-Methoden und kritisiert Putin-Freunde und -Unterstützer hier in Deutschland.

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Der tschetschenische Aktivist Mansur Mowlajew hat am 15. September in einem Gefängnis in Almaty einen Suizidversuch unternommen. Er erhielt rechtzeitig medizinische Hilfe, sein Leben ist nicht mehr in Gefahr. In seinem Abschiedsbrief bat er darum, ihn in Kasachstan zu beerdigen und auch die Auslieferung der Aktivistin Julia Emelianova nach Russland zu verhindern. IGFM und Partner fordern Schutz statt Auslieferung.

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Die Darmstädter Grünen-Fraktionsvorsitzende Eva Bredow-Cordier hat gemeinsam mit der IGFM die politische Patenschaft für die in Belarus verfolgten Frauen Neli Alfiorawa und Aliaksandra Pulinovich übernommen. Sie fordert ihre sofortige und bedingungslose Freilassung und will mit der Patenschaft auf die brutale politische Repression und die systematischen Menschenrechtsverletzungen des Lukaschenko-Regimes aufmerksam machen.

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