Valentyn Sobol

Der ehemalige Leiter eines Gebrauchtwarenlagers wurde am 29. April 2022 vom russischen Militär in ein Auto geladen und verschleppt.  Das russische Militär behauptete, Valentyn sei nach Cherson gebracht worden. Es gibt keine Informationen über Valentyns Verbleib oder seinen Zustand.

Schicksal des ukrainischen Zivilisten weiterhin unklar

Valentyn Sobol (ru. Валентин Соболь)
Geburtsdatum: 18. November 1982

Verschleppt seit: 29. April 2022

Letzter Aufenthaltsort: Dorf Iwaniwka, Region Cherson

Valentyn studierte an der Universität und arbeitete als Leiter eines Gebrauchtwarenlagers. Seine Familie beschreibt ihn als fürsorglichen Vater und Ehemann.

Verschleppung
Als russische Truppen am 24. Februar 2022 begannen, die Stadt Cherson zu bombardieren, beschlossen Valentyn und seine Familie, die Stadt zu verlassen und zu den Verwandten im Dorf Iwaniwka in der Region Cherson zu gehen. Am 10. März 2022 drangen zahlreiche russische Soldaten und militärisches Gerät in das Dorf ein, in dem Valentyn und seine Familie untergebracht waren. Am 12. März 2022 gingen russische Militärangehörige von Haus zu Haus und sammelten Informationen über die Bewohner des Dorfes. Am selben Tag beschlagnahmte das russische Militär Valentyns Telefon und nahm ihn zum Verhör mit. Nach zwei Stunden wurde er wieder freigelassen.

Am 14. April 2022 beschlossen Valentyns Frau, seine Schwester und ihre Kinder, das Dorf mit einem Evakuierungsbus zu verlassen. Der Mann blieb im Dorf und wollte später mit seinem eigenen Auto wegfahren. Am 27. April 2022 kam das russische Militär erneut zu Valentyns Haus und teilte ihm mit, dass sie ihm sein Auto wegnehmen würden. Am 28. April 2022 demolierten betrunkene Russen sein Auto und verbrannten es später, als sie merkten, dass sie es nicht reparieren konnten.

Am Abend des 29. April 2022, gegen 19:00 Uhr, fuhr ein Kleinbus mit russischen Militärangehörigen vor dem Haus vor, in dem Valentyn wohnte. Sie bedrohten ihn und forderten ihn auf, keinen Widerstand zu leisten und in das Auto einzusteigen. Die Russen forderten seine Nachbarn, die zu diesem Zeitpunkt in der Nähe waren, auf, nach Hause zu gehen. Zeugenaussagen zufolge fuhr das Auto in Richtung des Dorfes Wysokopillja (Region Cherson).

Am nächsten Tag fragten die Nachbarn, die das russische Militär getroffen hatten, wann Valentyn freigelassen würde. Das russische Militär antwortete, der Mann sei nach Cherson gebracht worden, und wenn er tatsächlich kein Soldat sei, werde er freigelassen. Seitdem hat die Familie keine Informationen über Valentyns Verbleib oder seinen Zustand.

Gesundheitszustand
Valentyn hatte vor seiner Gefangenschaft keine ernsthaften gesundheitlichen Probleme. Sein derzeitiger Gesundheitszustand ist leider unbekannt.

Stand: Mai 2025

So können Sie Valentyn helfen:

Briefe und Postkarten sind kleine, aber wirkungsvolle Gesten, die die Isolation der Gefangenschaft durchbrechen und die Menschen daran erinnern, dass sie nicht vergessen sind. Schreiben Sie aufmunternde Worte an die verschleppten Zivilisten.

Wichtig: Der Inhalt darf nicht politisch sein oder sich auf den Krieg/die Verschleppung beziehen, sonst wird der Brief eingezogen.


Textvorschlag – der Text muss auf Russisch verfasst sein, damit er die Zensur passieren kann.

Дорогой …, (männliche Person)
Дорогая …, (weibliche Person)

Посылаю тебе лучи света и добра! Я горжусь твоей силой и стойкостью. Помни, что самая темная ночь – перед рассветом. Желаю тебе крепкого здоровья и душевных сил. Мы помним о тебе и с нетерпением ждем твоего возвращения.

Обнимаю тебя!

[Name], [Land aus dem man schreibt]

Deutsche Übersetzung
Lieber …,
Liebe …,
ich sende dir Strahlen des Lichts und der Güte. Ich bin stolz auf deine Stärke und Tapferkeit. Denke daran, dass die dunkelste Nacht immer vor der Morgendämmerung liegt. Ich wünsche dir gute Gesundheit und geistige Stärke. Wir denken an dich und freuen uns auf deine Rückkehr.
Ich umarme dich!


Für die Adresse wenden Sie sich bitte an patenschaften@igfm.de, da der genaue Aufenthaltsort der verschleppten Person nicht immer bekannt ist oder sich schnell ändern kann. 

Bitte schreiben Sie an die Botschaft der Russischen Föderation und die russische Ombudsfrau (sog. „Menschenrechtbeauftragte"). Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung des Gefangenen. 

Russische Botschaft in Deutschland
Botschafter: S. E. Herr Sergej J. Netschajew
Botschaft der Russischen Föderation
Unter den Linden 63-65
10117 Berlin
E-Mail:  info@russische-botschaft.de 

Ombudsfrau der Russischen Föderation
Tatjana H. Moskalkowa
Smolenskij, d. 19, str. 2
119121 Moskau
Russland

Anmerkung: Briefe an die russische Ombudsfrau sollten auf Russisch verfasst werden.  

Betreff: „Bitte um die unverzügliche Freilassung des ukrainischen Zivilisten Valentyn Sobol“

Sehr geehrter Herr Botschafter Netschajew/ Sehr geehrte Ombudsfrau Moskalkowa, 

ich schreibe Ihnen, um Sie auf die willkürliche Gefangenschaft des ukrainischen Zivilisten Valentyn Sobol (geb. 18.11.1982) aufmerksam zu machen, der am 29. April 2022 im Dorf Iwaniwka (Region Cherson) unschuldig verschleppt und verhaftet wurde.

Am 12. März 2022 gingen russische Militärangehörige von Haus zu Haus und sammelten Informationen über die Bewohner des Dorfes. Am selben Tag beschlagnahmte das russische Militär Valentyns Telefon und nahm ihn zum Verhör mit. Nach zwei Stunden wurde er wieder freigelassen. Am 27. April 2022 kam das russische Militär erneut zu Valentyns Haus und teilte ihm mit, dass sie ihm sein Auto wegnehmen würden. Am Abend des 29. April 2022, gegen 19:00 Uhr, fuhr ein Kleinbus mit russischen Militärangehörigen vor dem Haus vor, in dem Valentyn wohnte. Sie bedrohten ihn und forderten ihn auf, keinen Widerstand zu leisten und in das Auto einzusteigen. Zeugenaussagen zufolge fuhr das Auto in Richtung des Dorfes Wysokopillja (Region Cherson). Seitdem hat die Familie keine Informationen über Valentyns Verbleib oder seinen Zustand.

Besonders beunruhigend empfinde ich die Berichte über Folter und Misshandlungen von Gefangenen in russischen Straflagern und Untersuchungsgefängnissen. Valentyn Sobol ist ein unschuldiger Zivilist, der ohne legitime rechtliche Grundlage gefangen gehalten wird. Die Rechte und Freiheiten der betroffenen Personen müssen in vollem Umfang respektiert und geschützt werden. 

 Ich appelliere an Sie, sich für eine rechtmäßige und humane Behandlung aller zivilen Gefangenen in Russland, insbesondere der verschleppten Ukrainer, einzusetzen. Bitte ermöglichen Sie ihm den Kontakt zu seiner Familie und stellen einen Rechtsbeistand für ihn bereit.  

Hochachtungsvoll,

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