Valentyn Sobol

Der ehemalige Leiter eines Gebrauchtwarenlagers wurde am 29. April 2022 vom russischen Militär in ein Auto geladen und verschleppt. Das russische Militär behauptete, Valentyn sei nach Cherson gebracht worden. Es gibt keine Informationen über Valentyns Verbleib oder seinen Zustand.
Schicksal des ukrainischen Zivilisten weiterhin unklar
Valentyn studierte an der Universität und arbeitete als Leiter eines Gebrauchtwarenlagers. Seine Familie beschreibt ihn als fürsorglichen Vater und Ehemann.
Verschleppung
Als russische Truppen am 24. Februar 2022 begannen, die Stadt Cherson zu bombardieren, beschlossen Valentyn und seine Familie, die Stadt zu verlassen und zu den Verwandten im Dorf Iwaniwka in der Region Cherson zu gehen. Am 10. März 2022 drangen zahlreiche russische Soldaten und militärisches Gerät in das Dorf ein, in dem Valentyn und seine Familie untergebracht waren. Am 12. März 2022 gingen russische Militärangehörige von Haus zu Haus und sammelten Informationen über die Bewohner des Dorfes. Am selben Tag beschlagnahmte das russische Militär Valentyns Telefon und nahm ihn zum Verhör mit. Nach zwei Stunden wurde er wieder freigelassen.
Am 14. April 2022 beschlossen Valentyns Frau, seine Schwester und ihre Kinder, das Dorf mit einem Evakuierungsbus zu verlassen. Der Mann blieb im Dorf und wollte später mit seinem eigenen Auto wegfahren. Am 27. April 2022 kam das russische Militär erneut zu Valentyns Haus und teilte ihm mit, dass sie ihm sein Auto wegnehmen würden. Am 28. April 2022 demolierten betrunkene Russen sein Auto und verbrannten es später, als sie merkten, dass sie es nicht reparieren konnten.
Am Abend des 29. April 2022, gegen 19:00 Uhr, fuhr ein Kleinbus mit russischen Militärangehörigen vor dem Haus vor, in dem Valentyn wohnte. Sie bedrohten ihn und forderten ihn auf, keinen Widerstand zu leisten und in das Auto einzusteigen. Die Russen forderten seine Nachbarn, die zu diesem Zeitpunkt in der Nähe waren, auf, nach Hause zu gehen. Zeugenaussagen zufolge fuhr das Auto in Richtung des Dorfes Wysokopillja (Region Cherson).
Am nächsten Tag fragten die Nachbarn, die das russische Militär getroffen hatten, wann Valentyn freigelassen würde. Das russische Militär antwortete, der Mann sei nach Cherson gebracht worden, und wenn er tatsächlich kein Soldat sei, werde er freigelassen. Seitdem hat die Familie keine Informationen über Valentyns Verbleib oder seinen Zustand.
Gesundheitszustand
Valentyn hatte vor seiner Gefangenschaft keine ernsthaften gesundheitlichen Probleme. Sein derzeitiger Gesundheitszustand ist leider unbekannt.
Stand: Mai 2025



