Fahimi übernimmt Politische Patenschaft

Die Bundestagsabgeordnete der SPD Yasmin Fahimi setzt sich für die iranische Frauenrechtlerin Yasaman Aryani (rechts im Bild) ein. Diese hat friedlich gegen den Verschleierungszwang im Iran protestiert und wurde daraufhin zusammen mit ihrer Mutter, Monireh Arabshahi, und der Frauenrechtlerin Mojgan Keshavarz verhaftet. Bildquelle: Yasmin Fahimi Pressefoto
Frauenrechtlerin zu 9 Jahren und 7 Monaten Gefängnis verurteilt
Hannover (12. Mai 2020) – Die Bundestagsabgeordnete Yasmin Fahimi hat eine politische Patenschaft für die iranische Frauenrechtsaktivistin Yasaman Aryani übernommen. Fahimi setzt sich damit persönlich und dauerhaft für deren Freilassung ein. Die iranische Frauenrechtlerin protestierte friedlich gegen den Verschleierungszwang und wurde dafür zu neun Jahren und sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Im Rahmen des Patenschaftsprogramms der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) engagieren sich prominente Politiker für politische Gefangene.
Am 8. März 2019, dem Internationalen Frauentag, verteilte die Frauenrechtsaktivistin Yasaman Aryani gemeinsam mit ihrer Mutter und einer Freundin in der Teheraner U-Bahn Blumen an die dort anwesenden Frauen und informierte sie über ihre Rechte. Anschließend wurde ein Video dieser Aktion in den Sozialen Medien verbreitet und Yasaman Aryani verhaftet. Die im Jahr 1996 geborene Frauenrechtlerin wurde ursprünglich am 31. Juli 2019 vom Revolutionsgericht in Teheran zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt, unter anderem wegen „Aufforderung zur Korruption und Prostitution“. Später wurde das Haftmaß auf neun Jahre und sieben Monate gesenkt. Die Sozialdemokratin Yasmin Fahimi hilft als politische Patin von nun an dabei, auf das Schicksal von Yasaman Aryani aufmerksam zu machen und die Freilassung der 24-Jährigen zu fordern.
Yasaman Aryani ist seit dem 13. August 2019 im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis inhaftiert. Während der Verhöre im Gefängnis wurde sie wiederholt unter Druck gesetzt, um Geständnisse abzulegen. Politische Gefangene im Iran leiden zudem unter extremen Bedingungen. „Das Wachpersonal des Evin-Gefängnis hat zum Beispiel in der Vergangenheit immer wieder kriminelle, psychisch kranke und drogenabhängige Insassen angestiftet, die politischen Gefangenen zu schlagen und zu misshandeln“, kritisiert Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.
Obligatorischer Schleier als Mittel zur Unterdrückung von Frauen im Iran
Mit Beginn der Revolution im Iran haben iranische Politiker versucht, Frauen von der Gesellschaft zu isolieren. Das verletzt das Wahlrecht und auch die Freiheit der Frauen. Bis dato haben Frauen nie aufgehört, gegen unmenschliche und erniedrigende Gesetze im Iran zu kämpfen. In den letzten Jahren haben sie viele Rückschläge auf dem Weg dorthin erlebt. Trotz zunehmender Verhaftungen und Gefängnisstrafen ist es der iranischen Regierung nicht gelungen, die Einhaltung des Verschleierungszwangs durchzusetzen. Seit Januar 2018 wurden mindestens zwölf Personen zu Freiheitsstrafen zwischen sechs Monaten und 33 Jahren verurteilt, weil sie ihr Kopftuch abgelegt oder auf andere Art öffentlich gegen den Verschleierungszwang verstoßen hatten.


