Amir Paul 

Der Christ Amir Paul aus Pakistan ist Beamter. Paul wurde von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA als „Gefangener des Monats“ August 2025 ernannt. Foto: rawpixel.com

Nach Debatte beim Alltagseinkauf: Christ wegen Blasphemie eingesperrt 

Amir Paul
Geburtsdatum: –

Festnahme: 19. Juli 2025

Inhaftiert in: unbekannt

Urteil: unklar

Gefangener des Monat August 2025

Als „Gefangenen des Monats August" haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den pakistanischen Christen Amir Paul aus Lahore (Provinz Punjab) benannt. Der Beamte kam am 19. Juli 2025 wegen angeblicher Blasphemie in Polizeigewahrsam.  

Paul hatte in einem Gemischtwarenladen im Stadtviertel Nishat Colony eingekauft, und dort eine Debatte geführt. Der Geschäftsinhaber warf ihm vor, „ein Agent Amerikas und des Westens" zu sein. Er alarmierte daraufhin Imame aus der Umgebung und behauptete, sein Kunde habe im Verlauf der Diskussion den islamischen Propheten Mohammed beleidigt.  

Paul weist diesen Vorwurf zurück: Er habe sich keineswegs zu religiösen Fragen geäußert. Zeugen, die vor Ort befragt wurden, bestätigten die Aussage des Festgenommenen. Seine Familie und die Nachbarn befürchten, dass es zu Mobgewalt kommen könnte, wie bereits in früheren vergleichbaren Fällen. Die IGFM und IDEA bitten um Appellbriefe an den pakistanischen Präsidenten Asif Ali Zardari. 

Gefangener des Monats der IGFM
Die IGFM setzt sich seit ihrer Gründung 1972 für aus Glaubensgründen Verfolgter und Menschen, die dieses wichtige Recht verteidigen ein. Als „Gefangener des Monats“ wird monatlich das Schicksal einer Person vorgestellt, die aufgrund ihres Glaubens inhaftiert ist oder verfolgt wird. Mehr zu den „Gefangenen des Monats“ und wie Sie sich für diese Person einsetzen können, können Sie in der Zeitschrift „Religionsfreiheit im Fokus“ oder in den Portraits der Gefangenen nachlesen.

Hier geht es zur Zeitschrift „Religionsfreiheit im Fokus“

So können Sie Amir helfen:

Bitte schreiben Sie an den pakistanischen Präsidenten. Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung des Gefangenen:

Pakistanische Botschaft in Deutschland

Herrn Präsidenten Asif Ali Zardari 

c/o Botschaft der Islamischen Republik Pakistan 

Schaperstraße 29 

10719 Berlin 

Betreff: „Bitte um die unverzügliche und bedingungslose Freilassung des Gefangenen Amir Paul“

Exzellenz, 

ich wende mich wegen des pakistanischen Staatsbürgers Amir Paul aus Lahore an Sie. Der 60-jährige Beamte wurde am 19. Juli 2025 wegen angeblicher Blasphemie festgenommen. Paul, der Christ ist, hatte in einem Gemischtwarenladen im Stadtviertel Nishat Colony eingekauft, wo sich eine Debatte mit dem Ladenbesitzer entfachte. Der Inhaber des Geschäfts beschimpfte ihn als „Agenten Amerikas und des Westens“ und alarmierte schließlich Imame aus der Umgebung mit der Behauptung, sein Kunde habe im Verlauf der Diskussion den islamischen Propheten Mohammed beleidigt. Amir Paul weist diesen Vorwurf zurück: Er habe sich keineswegs zu religiösen Fragen geäußert. Zeugen, die vor Ort befragt wurden, bestätigten die Aussage des Festgenommenen.  

Mit Blick auf frühere schwere Mobgewalt infolge von Blasphemie-Vorwürfe, zum Beispiel im August 2023 in Jaranwala, befürchten Einwohner des Viertels Nishat Colony, insbesondere die Familie des Beschuldigten, dass es zu Ausschreitungen kommen könnte. So bitte ich Sie, für die Sicherheit des Inhaftierten, seiner Familie sowie seiner Nachbarschaft zu sorgen und auf seine Freilassung hinzuwirken. 

Hochachtungsvoll,

Machen Sie in den sozialen Medien auf Amir aufmerksam und nutzen Sie diese Hashtags:

#AmirPaul

#Amir_Paul

#GefangenerDesMonats

Teilen Sie diesen Beitrag, setzen Sie sich für Amirs Freiheit ein!

Weitere Glaubensgefangene

Laleh Saati

Die Iranerin Laleh Saati gehört der unterdrückten christlichen Minderheit im Iran an. Saati wurde am 13. Februar 2024 im Haus ihres Vaters willkürlich festgenommen und am 26. März 2024 zu einer zwei-jährigen Haft verurteilt. Sie wurde von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA zur „Gefangenen des Monats“ Februar 2025 ernannt.

Choi Chun-gil

Der südkoreanische Missionar Choi Chun-gil lieferte humanitäre Hilfe nach Nordkorea und wurde wegen angeblicher Spionage für den südkoreanischen Geheimdienst zu lebenslanger Haft verurteilt. Er wurde von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA als „Gefangenen des Monats“ Januar 2025 ernannt.

Kan Xiaoyong und Wang Fengying

Das chinesische Ehepaar gründete im Jahr 2018 eine christliche Hauskirchen-Gemeinde. Bei einer Razzia 2021 wurden sie wegen angeblicher „Gründung und Nutzung von Sektenorganisationen“ festgenommen. Das Paar wurde von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und der Evangelische Nachrichtenagentur IDEA zu den "Gefangenen des Monats Dezember 2024" ernannt.

Aktuelle Mitteilungen zur Religionsfreiheit

2410, 2024

Eritrea: 30 Jahre Entrechtung und Verfolgung von Zeugen Jehovas

Die IGFM macht auf die anhaltende Verfolgung religiöser Gruppen im Land aufmerksam. Seit 1994 wurden über 270 Zeugen Jehovas inhaftiert, derzeit sitzen 64 von ihnen unter unmenschlichen Bedingungen im Gefängnis. Nach Angaben des UN-Sonderberichterstatters für Eritrea sind über 400 Christen ohne Anklage und Verhandlung in Lagern und Gefängnissen.

Teilen Sie diesen Beitrag!

Nach oben