Tibet: Haftstrafen gegen Mönche

Im September 2020 wurden die vier Mönche Choegyal Wangpo, Lobsang Jinpi, Ngawang Yeshe und Norbu Dondrup zu Haftstrafen zwischen fünf und zwanzig Jahren verurteilt – ohne Offenlegung der Anklage. Sie hatten im Vorfeld den Wiederaufbau eines nepalesischen Klosters nach dem Erdbeben 2015 unterstützt.

Langjährige Gefängnisstrafen gegen tibetische Mönche

IGFM kritisiert unfaire Prozesse und fordert Offenlegung der Anklage

Frankfurt am Main / Lhasa, 9. August 2021 – Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) verurteilt die erst jetzt bekannt gewordenen unfairen Prozesse und langjährigen Haftstrafen gegen vier tibetische Mönche durch Gerichte der Volksrepublik (VR) China. Die Verurteilten standen in Kontakt mit buddhistischen Glaubensbrüdern im benachbarten Nepal und waren bereits vor der Urteilsverkündung im September 2020 über Monate ohne Rechtsgrundlage oder Anklage inhaftiert. Die Gründe ihrer Verurteilungen werden weiterhin geheim gehalten.

Die Mönche Choegyal Wangpo, Lobsang Jinpi, Ngawang Yeshe und Norbu Dondrup aus dem Kloster Tendro im Norden Tibets wurden unter unbekannten Anschuldigungen im September 2020 von einem chinesischen Volksgericht in Shigatse verurteilt. Wangpo wurde zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt, Jinpi zu 19 Jahren. Dondrup, der während der Haftzeit gefoltert und geschlagen wurde, muss für 17 Jahre ins Gefängnis, während Yeshe zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde.

Die IGFM kritisiert die hohen Strafen und fordert die sofortige und bedingungslose Freilassung der Betroffenen. „Diese exorbitanten Urteile gegen die vier friedlichen Mönche, die lediglich den Wiederaufbau eines nepalesischen Klosters nach der Erdbebenkatastrophe 2015 unterstützt hatten, sind durch nichts zu rechtfertigen! Jeder Angeklagte hat ein Recht auf einen Verteidiger und Kenntnis der Anklageschrift. Die VR China muss umgehend die Anklagen und Urteilsbegründungen offenlegen,“ fordert die IGFM.

Tibets Unterdrückung durch China

Aus Sicht der Tibet beherrschenden, allein regierenden Kommunistischen Partei Chinas stehen die tibetische Sprache, Religion und Kultur der vollständigen Kontrolle über das Land im Weg. Buddhistisch-lamaistische Tibeter werden daher seit dem Einmarsch der chinesischen Volksbefreiungsarmee im Jahr 1950 unterdrückt, inhaftiert, gefoltert und teilweise sogar getötet. Immer wieder kommt es in Tibet zu Razzien in Klöstern, Verhaftungswellen und weiteren Repressionen gegen buddhistische Mönche. Festgenommene Gläubige werden oftmals nach China verschleppt und dort monatelang festgehalten und gefoltert. Auch jegliche Erinnerung an den Dalai Lama, das geistige Oberhaupt der Tibeter, soll ausgelöscht werden.

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