FÜR DIE MENSCHENRECHTE – Mitteilungen an Freunde und Förderer, Nr. 05 – Juni - 2026
Hilfe kam im richtigen Augenblick

„Dank der großzügigen Unterstützung der IGFM konnte Flamme de Charité die Kosten für die Reparatur von Pierres Auto übernehmen. Der Familienvater kehrte zu seiner Arbeit als Taxifahrer zurück, und es kam wieder Einkommen herein. Die Medikamente waren gesichert. Die Miete wurde bezahlt. Das Licht blieb an, denn die Stromrechnung konnte auch gleich beglichen werden. Eine Lösung, von der sie nicht zu träumen gewagt hatten, war eingetroffen – still, konkret und genau im richtigen Moment.“
Diese Zeilen richtete die Gründerin der libanesischen Hilfsorganisation „Flamme de Charité“, Penelope Boujaoude, am 7. Mai 2026 in einer E-Mail an die IGFM. Sie berichtet darüber, was die jüngste Unterstützung bei Pierre bewirkt hat, der als einziger für das Auskommen seiner fünfköpfigen Familie sorgen kann. Seine Frau Caroline ist die Vollzeitbetreuerin für zwei Töchter mit schweren Beeinträchtigungen aufgrund erblicher Stoffwechselstörungen, die 16-jährige Petra und eine elfjährige Tochter Gaëlle. „Die Einnahme von Medikamenten ist für die zwei Mädchen unverzichtbar: Ohne sie erleiden sie schwere Anfälle“, schreibt Penelope Boujaoude weiter.
Zu der erdrückenden Hilflosigkeit, die der Einkommensausfall mit sich brachte, kam auch noch der Krieg hinzu. Der fand auf einmal vor ihrem Fenster im überwiegend christlichen Stadtviertel Beiruts, Bourj Hammoud statt: „Zwei Häuser weiter wurde ein Gebäude durch das Bombardement getroffen. Die Familie erlebte es mit … den Lärm, den Schock, die Angst, während sie bereits erschöpft, bereits ausgelaugt, bereits am Ende ihrer Kräfte war“, so schildert Boujaoude.
Pierre und seine Familie gehören zu der Bevölkerungsgruppe, die Not leidet, die aber weder ein soziales Netzwerk noch eine ausländische Macht in dieser Lage auffängt. Von den Christen sind nach all den jüngsten Krisen wie Zahlungsunfähigkeit des Staates, Blockade der politischen Führung und zudem Waffengänge zwischen der vom Iran gesteuerten Terrororganisation Hisbollah und Israel fast nur noch die Ärmsten geblieben. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hilft „Flamme de Charité“ solchen Familien mit Zuschüssen für den Grundbedarf und mit Ausbildungsförderung, damit die nächste Generation eine Zukunftsperspektive erhält.
Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses, während der Verlängerungsphase des Waffenstillstands, sei das Leben im Libanon nach wie vor schwierig. „Der Krieg hat tiefe Spuren hinterlassen – im Land und in Familien wie dieser. Viele Schulen sind noch immer geschlossen“, berichtet Boujaoude weiter. Der Wiederaufbau wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Menschen, denen Boujaoude und ihr Team in der Lage ist zu helfen, können aber wieder Hoffnung schöpfen. „Flamme de Charité“ unterstützt rund 200 Familien. Um möglichst vielen von ihnen beistehen zu können, bitten wir um Ihre großherzige Hilfe.
Dieser Artikel wurde publiziert in der Juni - 2026-Ausgabe der Zeitschrift ‚Für die Menschenrechte‘
Jetzt spenden
Libanon (18)
Zum Spendenformular
Weitere Beiträge der Juni - 2026-Ausgabe
Zeitschrift: Für die Menschenrechte05 - 2026
Trotz des anhaltenden Krieges leistet die ukrainische IGFM-Sektion unter Anastasija Aleksejewa wichtige Arbeit: Neben humanitärer Hilfe für über 100.000 Menschen überwacht das Juristenteam Gerichtsverfahren, um den Rechtsstaat und europäische Werte zu stärken. Die IGFM bittet um Spenden für diese Projekte.
Zeitschrift: Für die Menschenrechte05 - 2026
Das ecuadorianische Kinderheim Casa Hogar de Jesús schützt Jugendliche vor Kriminalität und fördert Talente wie den paralympischen Sportler Steven. Die IGFM bittet um Spenden für Schulmaterial.
Zeitschrift: Für die Menschenrechte05 - 2026
Am 18. April 2026 griff eine Gruppe in Lahore eine christliche Friedhofswärter-Familie brutal an, verletzte Mitglieder schwer und schändete Gräber. Die IGFM bittet um Spenden, um die Opfer medizinisch und rechtlich zu unterstützen.
Zeitschrift: Für die Menschenrechte05 - 2026
Die 16-jährige Schülerin Aliaksandra Pulinovich wurde 2024 in Minsk verhaftet. Das Regime warf ihr Terrorplanung vor, laut Eltern malte sie jedoch nur Antikriegs-Graffiti. Man wartete ihre Volljährigkeit ab, um sie im Oktober 2025 unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu über 10 Jahren Haft zu verurteilen.
