FÜR DIE MENSCHENRECHTE – Mitteilungen an Freunde und Förderer, Nr. 05 – Mai 2026

Trotz des Kriegs Bleibewillen fördern

Unser Auftrag: humanitär helfen, Menschenrechte sichern, Rechtsstaat aufbauen

“Seit 15 Jahren bin ich Mitglied der IGFM. Mein Mann und ich sind Juristen, und für uns ist der Schutz der Menschenrechte nicht nur ein Beruf. Er ist ein Wert, auf dem unser gesamtes Leben aufgebaut ist. Wir leben und arbeiten in der Ukraine. Wir sind nicht geblieben, weil es leicht ist. Wir sind geblieben, weil es unser Zuhause ist.

Wir sind der IGFM unendlich dankbar für die Jahre der Zusammenarbeit, für Freundschaft und Unterstützung. Die deutsche Sektion der IGFM war eine der ersten, die uns im Februar/März 2022 die Hand reichte. Damals begann eine Arbeit, die sich kaum in Worte fassen lässt: Wir lieferten humanitäre Hilfe über die Frontlinie hinweg. Wir unterstützten Krankenhäuser, psychoneurologische Einrichtungen und Kinderheime, wir halfen Entbindungskliniken mit lebensnotwendigen Medikamenten, wir brachten Hilfe zu Menschen mit Behinderungen – buchstäblich von Hand zu Hand. In dieser Zeit haben wir mehr als 100.000 Menschen unterstützt: mit Lebensmitteln, Medikamenten, Technik sowie juristischer und psychologischer Hilfe. Und selbst heute, trotz Müdigkeit und der Dauer des Krieges, helfen wir weiter.

Doch heute stehen wir an einem Punkt, an dem humanitäre Hilfe allein nicht mehr ausreicht. Wir wollen, dass die Ukraine unsere Heimat bleibt. Und dafür muss dieses Zuhause nicht nur verteidigt, sondern entwickelt werden. Hier beginnt unsere nächste Aufgabe: Als Menschenrechtsorganisation wollen wir unseren Beitrag leisten, dass die Ukraine zu einem wirklich demokratischen Staat wird, gegründet auf europäischen Werten. Wir arbeiten daran, dass die Ideen der Menschenrechte nicht nur Teil der Gesetzgebung, sondern auch Teil des Denkens werden. Deshalb helfen wir mit Unterstützung der deutschen Sektion der IGFM durch die Beobachtung von Gerichtsverfahren bei der Entwicklung wirklich unabhängiger Gerichte als Instrument gesellschaftlicher Kontrolle. Denn ohne unabhängige Gerichte gibt es weder Entwicklung, noch Vertrauen oder Zukunft. Gerade jetzt in Kriegszeiten ist die Versuchung groß, Gerichtsverfahren zu vereinfachen. Aber gerade jetzt darf das nicht geschehen.

Unser Team steht vor einer großen Herausforderung: demokratische Werte zu entwickeln, junge Menschen in den Standards der Europäischen Konvention auszubilden und humanitäre Prinzipien zu verteidigen. Wir zählen auf Ihre Unterstützung. Nicht nur, um zu überleben, sondern um uns zu entwickeln.”

Das ist ein Auszug aus dem Redebeitrag von Rechtsanwältin Anastasia Alekseyeva, mit dem sie sich persönlich an die Teilnehmer der diesjährigen Jahresversammlung der IGFM wandte. Und sie bezieht alle Freunde und Förderer der IGFM in ihren Dank mit ein. Ihre Spenden für Hilfs- und Entwicklungsprojekte in der Ukraine sind bei Anastasia Alekseyeva, ihrem Mann Anton und der IGFM-Sektion Ukraine in guten Händen.

Dieser Artikel wurde publiziert in der  Mai 2026-Ausgabe der Zeitschrift ‚Für die Menschenrechte‘

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