FÜR DIE MENSCHENRECHTE – Mitteilungen an Freunde und Förderer, Nr. 7 – August - 2026

IGFM-Arbeitsgruppe Wittlich: Erfolgsgeschichte des ehrenamtlichen Einsatzes

600. Lastzugmit humanitärer Hilfe für ukrainische Flüchtlinge und Caritas in Litauen 

„Liebe Frau Katrin, glauben Sie mir, dass ich diesen Brief mit schwerem Herzen und Tränen in den Augen geschrieben habe. Wir sind soweit gekommen, dass wir betteln müssen, und das ist unbeschreiblich schwer. … Unser Leben ist nur ein bitteres Leben. Ich will mich noch einmal bedanken für alles, was Sie für uns getan haben.“ Diese Zeilen aus Rumänien erreichten Katrin Bornmüller in Wittlich/Eifel im Januar 1990. Das rumänische Volk hatte für die Befreiung von der gnadenlosen Diktatur des rumänischen Präsidenten Nicolae Ceaușescu mit Tausenden Toten einen hohen Preis bezahlt. Die Versorgung der Bevölkerung mit den notwendigsten Lebensmitteln und Medikamenten war zusammengebrochen. Katrin Bornmüller hatte in den achtziger Jahren mit Freundinnen und Freunden Tausende Pakete an politische Gefangene und ihre Familien in die DDR und andere Länder jenseits des Eisernen Vorhangs geschickt. Nach der Öffnung der Grenzen erreichten sie ungeheuer viele Hilferufe einfacher Bürger, was einen neuen Hilfeansatz verlangte. Katrin Bornmüller entschied: Ende des individuellen Paketversands, es müssen Lastzüge rollen. Im März 1990 brachte die Arbeitsgruppe Wittlich ihren ersten Hilfsgütertransport mit 14 Tonnen Lebensmitteln auf den Weg nach Temeschburg, Hermannstadt und Mediasch in Rumänien. 

Am 3. Juli 2026 – 36 Jahre nach dem Ersten – verließ der 600. Transport, ein randvoll beladener 40-Tonner, unter Leitung der neuen Vorsitzenden Carmen Jondral-Schuler den Fuhrhof der Arbeitsgruppe Wittlich. In jedem Jahr wurden somit mindestens 15 Lastkraftwagen oder Lastzüge zusammengestellt, Hilfsgüter in der Region gesammelt, sortiert, gepackt und schließlich geladen; was fehlte, wurde zugekauft. Alle Transporte – durchschnittlich 3.000 Euro Aufwand für Fahrer, Sprit, Zoll – wurden aus Spenden und aus Flohmarkterlösen finanziert, alle IGFM-Mitglieder helfen ehrenamtlich seit über 36 Jahren! Am 3. Oktober 2026 erfährt Katrin Bornmüller persönlich, und mit ihr die Arbeitsgruppe Wittlich, höchste Anerkennung durch Auszeichnung mit dem Europäischen Sozialpreis. Bis dahin wird die Arbeitsgruppe weitere zwei Lastzüge laden. Wenn Sie diese Arbeit überzeugt hat, dann unterstützen Sie die Gruppe durch Ihre Spende.

Dieser Artikel wurde publiziert in der August - 2026-Ausgabe der Zeitschrift ‚Für die Menschenrechte‘

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