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Geiseldiplomatie im Iran

Mohammadi, Jalali und Nouri

Iran: Kriegsverbrecher als Helden, Frauen als Verbrecher behandelt

Menschenrechtsverteidigerin Narges Mohammadi erhält weiteres Hafturteil

Frankfurt am Main, 19. Juni 2024 – In der Islamischen Republik Iran wird der zu lebenslanger Haft in Schweden verurteilte und nun entlassene Massenmörder Nouri vom Interims-Präsidenten Mohammad Mokhber wie ein Held empfangen, gleichzeitig werden Frauen mit Gewalt in Busse der Sittenpolizei gezerrt, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Dutzenden politischen Gefangenen droht derweil die Hinrichtung, darunter dem Deutschen Jamshid Sharmahd und dem schwedischen Staatsbürger Ahmadreza Djalali. Das antisemitische Mullah-Regime agiert seit Jahrzehnten mit brutaler Gewalt, kritisiert die IGFM.

Der an Massenhinrichtungen beteiligte und von einem schwedischen Gericht wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilte Iraner Hamid Nouri wurde vorgestern an das Mullah-Regime überstellt. Dafür wurden die zwei im Iran festgehaltenen schwedischen Geiseln Johan Floderus und Saeed Azizi freigelassen. Die IGFM freut sich über die Rückkehr der beiden politischen Gefangenen in ihre Heimat und verurteilt zeitgleich den „Deal“ der schwedischen Regierung, welcher die zum Tode verurteilte schwedische Geisel Ahmadreza Djalali außer Acht gelassen hat. Djalali sitzt weiterhin in Haft und erleidet täglich Angst hingerichtet zu werden.

„Mit der Geiseldiplomatie erpresst das Mullah-Regime weiter demokratische Staaten wie Schweden, Belgien, Deutschland und die USA. Es ist erschütternd, dass die Regierungen demokratischer Staaten dies scheinbar widerstandslos hinnehmen und das Mullah-Regime für seine Erpressung auch noch belohnen“, betont Edgar Lamm, Vorsitzender der IGFM.

Weiteres Urteil gegen Friedensnobelpreisträgerin

Zu einem weiteren Jahr Haft wurde die Menschenrechtsverteidigerin und Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi verurteilt. Das Teheraner Revolutionsgericht habe seiner Mandantin „propagandistische Aktivitäten gegen das System“ vorgeworfen, berichtet Mohammadis Anwalt Mostafa Nili. Damit erhöht sich die Haftstrafe Mohammadis auf mehr als dreizehn Jahre.

Die IGFM verurteilt die kontinuierliche Kriminalisierung und Entrechtung der Menschenrechtsverteidigerin.

Die IGFM appelliert zudem erneut an die Bundesregierung, die Freilassung der deutschen politischen Gefangenen Jamshid Sharmahd und Nahid Taghavi vom Iran einzufordern.

Aktuelle Pressemitteilungen der IGFM

2409, 2026

Ukraine/Russland: 28 Jahre Haft für verschleppten ukrainischen Zivilisten

Der ukrainische Ingenieur Kostiantyn Zinovkin ist am 22. September 2026 von einem Militärgericht in Rostow am Don zu 28 Jahren Haft verurteilt worden. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) verurteilt das Urteil auf das Schärfste und fordert seine sofortige Freilassung.

2309, 2026

Peru/Russland: Tödlicher Stellen-Schwarzmarkt

Hunderte peruanische Staatsbürger sollen mit falschen Stellenangeboten nach Russland gelockt und dort zum Dienst in den russischen Streitkräften gedrängt oder gezwungen worden sein. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) fordert eine umfassende Aufklärung der mutmaßlichen Rekrutierungsnetzwerke und den Schutz der Betroffenen.

2109, 2026

Kuba: Roilán Álvarez Rensoler in Haft misshandelt

48 Tage Hungerstreik, schwere gesundheitliche Folgen und wiederholte Misshandlungen: Der kubanische Menschenrechtsaktivist Roilán Álvarez Rensoler sitzt seit Januar 2026 in Haft. Er soll ein regimekritisches Plakat angebracht haben. Die IGFM fordert die sofortige Freilassung von ihm und von mehr als 1.200 weiteren Menschen, die in Kuba wegen ihres friedlichen Engagements verfolgt werden.

1709, 2026

Zersetzen, liquidieren, ausschalten – die Stasi-Methoden leben in Russland und anderen Staaten weiter

Ob Mielke, Putin oder Lukaschenko, die Methoden der DDR-Staatssicherheit leben in Russland und anderen Staaten weiter. Anlässlich der Erklärung der IGFM als Staatsfeind im September 1975 durch die Stasi berichtet die Menschenrechtsorganisation über die Fortführung der Stasi-Methoden und kritisiert Putin-Freunde und -Unterstützer hier in Deutschland.

1509, 2026

Kasachstan: Mansur Mowlajew unternimmt Suizidversuch

Der tschetschenische Aktivist Mansur Mowlajew hat am 15. September in einem Gefängnis in Almaty einen Suizidversuch unternommen. Er erhielt rechtzeitig medizinische Hilfe, sein Leben ist nicht mehr in Gefahr. In seinem Abschiedsbrief bat er darum, ihn in Kasachstan zu beerdigen und auch die Auslieferung der Aktivistin Julia Emelianova nach Russland zu verhindern. IGFM und Partner fordern Schutz statt Auslieferung.

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