Studenten droht Todesstrafe

 Amirhossein Moradi (links) und Ali Younesi (rechts), zwei iranische Studenten der Sharif-Universität in Teheran, wurden im April 2020 vom iranischen Geheimdienst verhaftet und ins Evin-Gefängnis gebracht. Sie wurden zwei Monate in Einzelhaft festgehalten und mehrfach gefoltert, um falsche Geständnisse zu erzwingen. Am 3. Juli 2021 begann der Prozess gegen die beiden Freunde wegen „Korruption auf Erden”, wofür ihnen als Höchstmaß die Todesstrafe droht.

Iran: Studenten droht Todesstrafe wegen „Korruption auf Erden” 

Folter und Einzelhaft sollen falsche Geständnisse erzwingen 

Frankfurt am Main / Teheran, 6. Juli 2021 – Am Samstag, 3. Juli 2021, begann der Prozess gegen Ali Younesi und Amirhossein Moradi, die unter dem Vorwurf der „Korruption auf Erden” vor dem Revolutionsgericht in Teheran angeklagt sind. Als Höchststrafe droht den Studenten die Hinrichtung so die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).
Der Prozess der Studenten, die seit April im Evin-Gefängnis inhaftiert sind, sollte bereits  im April 2021 beginnen, wurde aber mehrfach verschoben. Neben „Korruption auf Erden” wird beiden „Verschwörung gegen die nationale Sicherheit” sowie „Propaganda gegen den Staat” vorgeworfen. Younesi und Moradi saßen 15 Monate lang ohne Anklageschrift in Untersuchungshaft. Die Angeklagten erfuhren erst wenige Tage vor Prozessbeginn, weshalb sie sich vor Gericht verteidigen müssen. Auch ihre Anwälte durften bis dato keine Akteneinsicht nehmen. Die IGFM fordert ein rechtsstaatliches Verfahren ohne Behinderung und Bedrohung der Anwälte.
Younesi und Moradi wurden im April 2020 vom iranischen Geheimdienst in ihren Wohnungen verhaftet und ins Evin-Gefängnis gebracht. Bei der die Festnahme begleitenden Razzia wurden sämtliche Mobiltelefone, Computer und Ordner aller Familienangehöriger der beiden Studenten konfisziert. Sie wurden zwei Monate in Einzelhaft festgehalten und mehrfach gefoltert, um falsche Geständnisse zu erzwingen. Auch der Kontakt zur Familie oder ihrem Anwalt wird ihnen weitestgehend verwehrt. Younesi wurde zu Beginn seiner Haft 60 Tage in einer kleinen Zelle mit einer durchgehend brennenden Glühbirne festgehalten. Im Juni 2020 wurde bekannt, dass er sich im Gefängnis mit dem Coronavirus infiziert hatte.

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