Jahrbücher Religionsfreiheit 2024

Auf der Pressekonferenz wird Bilanz gezogen, wie sich die Lage der Menschenrechte, insbesondere vor dem Hintergrund der Religionsfreiheit, im Jahr 2024 verhielt. Es sprechen unter anderem Frank Schwabe MdB (Foto rechts, rechts), Martin Lessenthin (Foto rechts, Mitte) und Thomas Rachel MdB (Foto rechts, links).

Schirrmacher: Es gibt praktisch kein gesellschaftlich relevantes Thema, das für die Religionsfreiheit keine Rolle spielt

Weltweit kaum eine Region, in der sich die Lage der Religionsfreiheit verbessert hat

Berlin / Bonn 5. Dezember 2024Es gibt praktisch kein gesellschaftlich relevantes Thema, dass für die Religionsfreiheit keine Rolle spielt. Weltweit hat sich in kaum einer Region, die Lage der Religionsfreiheit und der Menschenrechte verbessert, als vor zehn Jahren. Das Gegenteil ist leider der Fall“, erklärt Prof. Thomas Schirrmacher anlässlich der Vorstellung der Jahrbücher „Religionsfreiheit“ 2024 am heutigen Donnerstag in Berlin. Der Präsident der International Society for Human Rights (ISHR) ist auch Mitgründer und Herausgeber der Jahrbücher.

Besondere Sorge bereiten den Menschenrechtexperten die Entwicklungen im Mittleren und Nahen Osten mit ihren Auswirkungen aus Europa, die Türkei und
speziell auf Deutschland. Weitere Brennpunkte sind in Afrika, Indien und China. Schirrmacher: „Wir wissen heute wesentlich mehr als noch vor zehn Jahren und können weltweit Schicksale und Fakten erfassen sowie neutral analysieren. Die Jahrbücher und die neue „Violant Incidents Data Base“ des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit dokumentieren dies aktuell und vielfältig. Politik und Medien können darauf zurückgreifen.“

Der Vorstand der Deutschen Evangelischen Allianz, Frank Heinrich, weist auf den Missbrauch der Religion für politische und geostrategische Ziele hin: Ein Beispiel für eine umgekehrte Instrumentalisierung von Religion findet sich im langjährigen und immer stärker zur Schau getragenen anti-jüdischen, bzw. anti-
israelischen Hass des türkischen Präsidenten Erdogan. Dies ist kein neues Phänomen, bereits 2010 wurde seine Einstellung im Zusammenhang der Gaza- Flotte, die von Istanbul aus in Richtung Gaza aufbrach, deutlich. Seine feindlichen und hassvollen Einstellungen scheinen sich heute aber mehr denn je innenpolitisch zu lohnen. Gewalt und Hassverbrechen gegen Juden und Muslime werden öffentlich stärker wahrgenommen. Aber in Europa gibt es auch eine wachsende Zahl von Hassverbrechen gegen Christen. Die Rolle Chinas bei der Unterdrückung von Gläubigen, Blasphemiegesetze in Indien und islamischen Staaten sowie Antikonversionsgesetze sind zu großen Bedrohungen für das Menschenrechte auf religiöse Selbstbestimmung geworden. Auch von Russland gehen neue Gefahren für die Religionsfreiheit aus“.


Der Beauftragte der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Frank Schwabe MdB, bezieht Stellung: „Das internationale Recht auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit wird weltweit massiv verletzt oder infrage gestellt. Wer dieses Jahrbuch zur Hand nimmt, weiß darum. Und neue Entwicklungen wie zum Beispiel die sogenannte Künstliche Intelligenz führen hier international zu neuen Herausforderungen. All das betrifft religiöse Mehrheiten und Minderheiten ebenso, wie Menschen, die sich keiner Religion anschließen wollen.“


Der langjährige Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder, erklärt dazu: „Ein Angriffskrieg auf die Souveränität eines anderen
Landes ist durch nichts gerechtfertigt. Indem die Russisch-Orthodoxe Kirche diesen Krieg befürwortet, untergräbt sie die christliche Moral. Die Religionsfreiheit schützt grundsätzlich jede Religion und jeden Glauben, ohne eine Wertung vorzunehmen. Eine Glaubensauffassung als richtig zu definieren, führt gerade in islamischen Staaten zu großem Verfolgungsdruck vor allem für die Christen.

Eindrücke der Pressekonferenz:

Aktuelle Pressemitteilungen der IGFM

204, 2026

Iran: 18-Jähriger hingerichtet – Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh festgenommen

Mit rücksichtsloser Brutalität demonstriert die Islamische Republik Iran ihre Macht. Am 2. April wurde der 18-jährige Amirhossein Hatami hingerichtet, weitere politische Gefangene in den Tagen zuvor. Hunderte werden in diesen Tagen verhaftet. Die Islamische Republik regiert mit Terror.

Teilen Sie diesen Beitrag!

Nach oben