José Daniel Ferrer-García – im Exil

Der Oppositionsführer und Gründer der Bürgerrechtsbewegung Unión Patriótica de Cuba (UNPACU), José Daniel Ferrer-García, wurde am 11. Juli 2021 mit seinem Sohn festgenommen, als sie sich den massiven Protesten auf den Straßen Kubas anschlossen. Sein Sohn wurde eine Woche später freigelassen, aber Ferrer-García blieb in Haft. Im Januar 2025 wurde er schließlich freigelassen, nur drei Monate später jedoch erneut willkürlich inhaftiert. Am 13. Oktober 2025 verließ er schließlich gemeinsam mit seiner Familie Kuba in Richtung Vereinigte Staaten, wo er seinen politischen Einsatz aus dem Exil fortsetzt.
Oppositionsführer im Exil
José Daniel Ferrer-García wurde am 29. Juli 1970 in Palma Soriano, Kuba, geboren. Er ist Vater von fünf Kindern. Ferrer-García war 20 Jahre lang mit der Aktivistin und Mitglied der Damas de Blanco Belkis Cantillo Ramírez verheiratet. Seit 2018 ist er mit der Ärztin Nelva Ismarais Ortega Tamayo verheiratet. Ferrer-García ist als Kopf der Oppositionsbewegung innerhalb und außerhalb der Insel bekannt. 2011 gründete er die Bürgerrechtsbewegung Unión Patriótica de Cuba (UNPACU). Er setzt sich für die gewaltfreie Beendigung der kubanischen Diktatur ein und ist davon überzeugt, dass dies nur durch die Stärkung der Zivilgesellschaft möglich ist. José Daniel Ferrer-García wurde im Juni 2020 vom Außenministerium der Vereinigten Staaten mit der Truman-Reagan Medal of Freedom Award für seine Arbeit und seinen Mut im Kampf für die Freiheit des kubanischen Volkes und die Verbreitung der Demokratie auf der Insel ausgezeichnet.
Seit den Protesten vom 11. Juli 2021 war er im Gefängnis Mar Verde in Santiago de Cuba inhaftiert, wo ihm „öffentliche Unruhen“ und „Aggression“ vorgeworfen wurden. Ferrer-García galt nach seiner Verhaftung fast drei Monate als vermisst, da das kubanische Regime jegliche Auskunft über seinen Aufenthaltsort verweigerte. Im Januar 2025 wurde er endlich freigelassen, nur drei Monate später jedoch erneut willkürlich inhaftiert. Am 13. Oktober 2025 verließ er schließlich gemeinsam mit seiner Familie Kuba in Richtung Vereinigte Staaten, wo er seinen politischen Einsatz aus dem Exil fortsetzt.
Festnahme nach den Protesten 2021
José Daniel Ferrer-Garcia wurde zuletzt am 11. Juli 2021 in Santiago de Cuba festgenommen, als die massiven Proteste in Kuba gegen das Díaz-Canel-Regime begannen. Er war mit seinem Sohn José Daniel unterwegs, um sich der Menge anzuschließen, als sie beide festgenommen wurden. Sein Sohn wurde am 19. Juli freigelassen, Ferrer selbst blieb aber in Haft. Nachdem er am 11. Juli 2021 mit seinem Sohn José Daniel außerhalb seiner Wohnung bei einem Spaziergang in Richtung der Proteste angetroffen wurde, entschied die Regierung den Hausarrest aufzuheben und ordnete an, dass Ferrer-García die verbleibenden vier Jahre und vierzehn Tage seiner Verurteilung im Gefängnis verbringen müsse. Für sein Aktion vom 11. Juli wird er der Störung der öffentlichen Ordnung beschuldigt, eine Anklage, die gegen viele Personen erhoben wurde, die während der Proteste im Juli festgenommen wurden.
Ferrer-García wurde unter anderem am 1. Oktober 2019 wegen des angeblichen Verbrechens der Aggression inhaftiert. Er und seine Familie bestreiten dies, dennoch wurde er im Februar 2020 verurteilt und nach sechs Monaten Haft im April 2020 unter der Bedingung freigelassen, dass er seine Verurteilung im Hausarrest verbringen würde.
Haftbedingungen
Ferrer-García hatte zum Zeitpunkt seiner Festnahme ein blutendes Magengeschwür und erwähnte gegenüber seiner Frau, dass er im Falle seiner Verhaftung in den Hungerstreik treten würde, weshalb sich seine Familie Sorgen um seine Gesundheit und sein Wohlergehen macht. Während seiner Verhaftung wurde der Bürgerrechtler in unbekannten Gefängnissen und Haftanstalten festgehalten, ohne Kontakt zu seiner Familie. Seine Frau und seine Familienangehörigen bemühten sich regelmäßig um internationale Unterstützung und berichteten, dass Ferrer weiterhin als verschwunden galt.
Nach fast drei Monaten der Ungewissheit konnte sein älterer Sohn Ferrer am 8. Oktober 2021 für die kurze Dauer von 20 Minuten im Gefängnis Mar Verde in Santiago besuchen. Der Besuch wurde von den Gefängnisbehörden überwacht, und das Thema der Massenproteste im Juli durfte nicht angesprochen werden. Wie Ferrers Sohn berichtete, wird sein Vater in Isolationshaft gehalten und darf nur Unterwäsche tragen und hat extrem hohen Blutdruck. Zudem klagte Ferrer-García über Kopf- und Gliederschmerzen sowie Atemnot.
Frühere Verhaftungen
José Daniel Ferrer-García war ein wichtiges Mitglied des Bürgerkomitees für das Proyecto Varela in Santiago de Cuba, ein von Oswaldo Payá 1998 eingebrachter Gesetzesentwurf, der auf politische Reformen in Kuba zugunsten größerer individueller Freiheiten abzielte. Er leitete die Unterschriftensammlung, um den Gesetzentwurf voranzutreiben und die kubanische Regierung aufzufordern, die Rede- und Versammlungsfreiheit zu garantieren und eine Mehrparteiendemokratie einzuführen. Ferrer-García gelang es, 25.000 Unterschriften zu sammeln. Diese Beteiligung an der Förderung des Gesetzes führte dazu, dass er als einer von 75 Gefangenen, die während des Schwarzen Frühlings in Kuba 2003 inhaftiert wurden, zu 25 Jahren Haft verurteilt wurde. Die kubanische Generalstaatsanwaltschaft forderte die Todesstrafe für ihn doch die Sicherheitskräfte boten ihm an, ins Exil zu gehen als ‘Tausch’ gegen die Todesstrafe. Ferrer-García weigerte sich, die Insel zu verlassen und wurde dank des internationalen Drucks zusammen mit Felix Navarro am 22. März 2011 freigelassen.
Ferrer-García wurde während mehrerer Festnahmen an versteckten Orten festgehalten und der Kontakt zu seiner Familie verweigert. Er hat auch mehrere Hungerstreiks durchgeführt, um seine eigenen oder die Rechte anderer Gefangener einzufordern.
Seit seiner Freilassung im Jahr 2011 wurde ihm die Ausreise verweigert, obwohl andere Oppositionelle das Land verlassen durften und die bestehenden Normen in Kuba es jedem Bürger ermöglichen, frei außerhalb der Insel zu reisen. Erst ab 2016 durfte Ferrer-García wieder ins Ausland reisen.
Freilassung von 553 Gefangenen im Januar 2025
Im Januar wurde José Daniel Ferrer-García aus dem Gefängnis entlassen, nachdem das Kuba-Regime im Rahmen von Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten die „Freilassung von 553 Personen, die für verschiedene Verbrechen bestraft wurden“, angekündigt hatte. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine Begnadigung, das die völlige Aufhebung der Saktionen bedeuten würde. Die aus dem Gefängnis Entlassenen müssen die von den Behörden auferlegten Bedingungen erfüllen und könnten erneut inhaftiert werden, wenn das Regime dies beschließt. José Daniel Ferrer-García wurde im April 2025 nur drei Monate nach der Freilassung erneut willkürlich inhaftiert.
Stand: Februar 2026
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José Daniel Ferrer-García mit seinem Sohn am 8. Oktober 2021, nachdem dieser ihn zum ersten Mal im Gefängnis besuchen durfte.





