
„Stimmen des Krieges“ ist ein Projekt der Charkiwer Menschenrechtsgruppe, das darauf abzielt, Material und Interviews mit Augenzeugen der russischen Besatzung und der russischen Kriegsverbrechen in der Ukraine zu sammeln. Das Projekt ist Teil der globalen Initiative „Tribunal für Putin“, deren Gründung im Februar 2022 von drei ukrainischen Menschenrechtsorganisationen – der Ukrainischen Helsinki-Union für Menschenrechte, der Charkiwer Menschenrechtsgruppe und dem Zentrum für bürgerliche Freiheiten – initiiert wurde. Ziel ist, die Verantwortlichen für Verbrechen im Rahmen der bewaffneten Aggression der Russischen Föderation gegen die Ukraine zur Rechenschaft zu ziehen.
Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) beteiligte sich bis Februar 2025 an der Übersetzung und Verteilung der Projektmaterialien von „Stimmen des Krieges“ ins Deutsche und Englische, damit möglichst viele Menschen außerhalb der Ukraine wissen, welche Gräueltaten die russische Armee in der Ukraine begangen hat und weiterhin begeht.
Interviews
Gefoltert und getötet – Zivilisten aus dem Dorf Moschtschun
Der Großvater von Olha Iwanenko wurde mit drei Schusswunden im Kopf aufgefunden. Olha kann bis heute nicht verstehen, warum die Russen den 74-jährigen Mann getötet haben.
„Mach meinen Kindern keine Angst, nimm das Sturmgewehr weg“
Serhij versteckte seine Töchter im Keller, als ein russischer Soldat das Haus betrat. Glücklicherweise wurde an diesem Tag niemand verletzt. Serhij und seine Familie verließen kurz darauf das Dorf, und als er zurückkehrte, fand er sein Haus beschädigt und geplündert vor.
„Die Menschen in den zerstörten Häusern schrien, und niemand durfte ihnen helfen“
Sergiy wurde nicht aus Borodjanka evakuiert, weil er seinen Hund nicht zurücklassen konnte. Sergiy erzählt, wie die russischen Truppen niemandem erlaubten, Menschen aus den zerstörten Häusern zu retten, und wie sein Freund auf offener Straße erschossen wurde.
„Wir haben den ganzen Weg laut gebetet“
Mykola lebte mit seiner Familie in der Region Kyjiw. Um das Dorf zu verlassen, mussten russische Kontrollpunkte passieren. Sie sahen russische Panzerkolonnen und zertrümmerte Autos, aber mit Gottes Hilfe und Gebet brachten sie sich in Sicherheit.
„Als ich evakuiert wurde, hatte ich nur ein Paar Hosen, Schuhe, eine Jacke und meine Papiere“
Petro ist ein Rentner aus Moschun, dessen Haus zerstört wurde. Er hofft, dass der Krieg zu Ende geht und er wieder gesund genug sein wird, um ein neues Haus zu bauen.
„Mir ist klar geworden, dass man einen Kilometer durch Blindgänger laufen muss, um zum Brunnen zu kommen…“
Witalij verbrachte 100 Tage mit seiner Mutter im besetzten Isjum. Er musste Gräber für alte Menschen ausheben, die an der Kälte gestorben waren, und Lebensmittel aus zerstörten Supermärkten holen.





