„Der Literaturnobelpreis für Handke ist eine Verhöhnung der Opfer von Verbrechen gegen die Menschlichkeit“
Frankfurt / Oslo / Wien 9. Dezember 2019 – Dem österreichischen Schriftsteller und Übersetzer Peter Handke wurde der Nobelpreis für Literatur 2019 zuerkannt. Die Entscheidung des Nobel-Komitees für den Leugner schwerster Kriegsverbrechen Serbiens, ist nach Auffassung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) skandalös. „Der Literaturnobelpreis für Handke ist eine Verhöhnung der Opfer von Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Handke hat in seinen Jugoslawien-Texten stets Partei für Serbien ergriffen und sich nie um Ausgleich bemüht“, kritisiert IGFM-Vorsitzender Edgar Lamm.
Noch im Jahre 2006 hat Peter Handke bei der Beerdigung von Slobodan Milosevic eine Rede gehalten und einem Mann gehuldigt, der sich schwerster Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht hat. Vor allem bei den überlebenden Opfern der serbischen Vernichtungspolitik stößt dies auf Unverständnis: „Handke hat schwerste Verbrechen bagatellisiert und geleugnet“, erklären Jadranka Cigelj, Vorsitzende der IGFM-Kroatien und Mirzad Duratovic, Sprecher der bosnisch-herzegowinischen IGFM. Jadranka Cigelj war Folteropfer in den Konzentrations-Lagern Omarska und Trnoplje, Mirzad Duratovic in den Konzentrationslagern Omarska und Manjaka. 47 seiner Angehörigen wurden von serbischen Milizen am 20. Juli 1992 im Dorf Biscani, 4 km von Prijedor entfernt, ermordet.