Majid Asadi

Majid Asadi

Der iranische Bürgerrechtsaktivist Majid Asadi ist seit seiner Studienzeit politisch engagiert. Dafür saß er von 2011 bis 2015 im Gefängnis (linkes Bild). Nach seiner Freilassung setzte er sich für die Rechte politischer Gefangener in der Islamischen Republik ein, wofür ihn die Behörden im Februar 2017 erneut verhafteten. Im November desselben Jahres wurde Asadi zu einer neuen Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt. Am 17. Juli 2021 kam er aus dem Rajai-Shahr-Gefängnis in Karatsch frei (siehe Bild unten).

Nach mehr als 4 Jahren Haft freigekommen

Der 1983 geborene Majid Asadi ist ein iranischer Bürgerrechtsaktivist aus Karatsch (Karaj), westlich von Teheran, der bereits seit seiner Studienzeit politisch aktiv ist. Er studierte Wirtschaftswissenschaften an der Allameh-Universität in Teheran und arbeitete später als Übersetzer.

Im Februar 2017 wurde Asadi verhaftet und temporär ins Evin-Gefängnis in Teheran gebracht. Wegen „Propaganda gegen den Staat“ und „Versammlung und Verschwörung gegen die nationale Sicherheit“ wurde er im November 2017 schließlich zu sechs Jahren Haft und zwei Jahren im Exil verurteilt. Am 17. Juli 2021 wurde Asadi nach fast viereinhalb Jahren Haft aus dem Rajai-Shahr-Gefängnis in Karatsch entlassen.

Festnahmen und Urteile

Asadi wurde erstmals am 3. Juli 2008 verhaftet, als er einer studentischen Aktivistengruppe angehörte, kam aber nach drei Monaten gegen Zahlung einer Kaution wieder frei. Das Revolutionsgericht in Teheran verurteilte ihn im März 2010 trotzdem wegen „Verschwörung gegen die nationale Sicherheit“ zu vier Jahren Haft. Die Strafe musste er nach der Bestätigung des Urteils durch ein Berufungsgericht am 5. Oktober 2011 antreten. Nach Ende seines Strafmaßes wurde Asadi am 8. Juni 2015 freigelassen.

Am 18. Februar 2017 stürmten Geheimdienstmitarbeiter sein Haus, verhafteten Asadi und steckten ihn ins Evin-Gefängnis. Im November 2017 wurde er zu einer sechsjährigen Haftstrafe sowie zwei Jahren im Exil in der Stadt Borozjan in der südlichen Provinz Buschehr verurteilt. Am 17. Juli 2021 kam er frei.

Seine Verhaftungen sind auf sein früheres politisches Engagement und ab 2015 für seinen Einsatz für politische Gefangene und die Verbesserung ihrer Haftbedingungen zurückzuführen.

Haftbedingungen

Bereits während seiner ersten Gefängnisstrafe wurde Asadi über 50 Tage in Einzelhaft festgehalten, ohne die Möglichkeit, einen Anwalt zu konsultieren. Er wurde sowohl psychisch unter starken Druck gesetzt als auch körperlich misshandelt. Um dagegen zu protestieren, trat er für mehr als einen Monat in den Hungerstreik. Dies wiederholte sich im Sommer 2017 nach seiner zweiten Inhaftierung, als Asadi erneut gegen ausbleibende medizinische Betreuung mit einem 40-tägigen Hungerstreik protestierte.

In Folge der Folter und der schlechten Haftbedingungen leidet der Bürgerrechtler an schweren Krankheiten darunter an einem Magen- und einem Zwölffingerdarmgeschwür, sowie an Leberzysten, Bandscheibenproblemen und Rheuma. Sein Vater ist schwer an Lungenkrebs erkrankt, was eine zusätzliche mentale Belastung für Asadi darstellt.

Majid Asadi nach seiner Freilassung im Juli 2021.

Majid Asadi nach seiner Freilassung im Juli 2021.

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