Zum Inhalt springen

Menschenrechte verteidigen beginnt mit Hinsehen.

Aktuelle Fälle
IGFM Internationale Gesellschaft
für Menschenrechte
Jetzt Spenden

Mehdi Bahman

Der iranische Schriftsteller wurde der Spionage beschuldigt und im Oktober 2022 willkürlich verhaftet. Seine Todesstrafe wurde zu einer Haftstrafe auf ungewisse Zeit umgewandelt. Zuvor gab er im April 2022 ein regimekritisches Interview mit einem israelischen Fernsehsender.  Nach dreijähriger Haft wurde Bahman am 20. Mai 2025 aus dem Evin-Gefängnis entlassen.

Frei nach dreijähriger Haft wegen Spionagevorwürfen

Mehdi Bahman
Verhaftet: 13. Oktober 2022

Vorwürfe: Spionage

Urteil: Haftstrafe auf ungewisse Zeit

Der Schriftsteller und Illustrator Mehdi Bahman wurde am 13. Oktober 2022 in Teheran festgenommen. Mehdi wurde aufgrund eines regimekritischen Interviews mit einem israelischen Fernsehsender, das er im April 2022 gegeben hatte, der Spionage beschuldigt und zum Tode verurteilt. In dem Interview kritisierte er das Regime in Teheran und die Einführung des islamischen Rechts im Land. Gleichzeitig forderte er eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und Iran. Im März 2023 wurde die Todesstrafe zu einer Haftstrafe auf ungewisse Zeit umgewandelt. Am 20. Mai 2025 wurde Bahman nach dreijähriger Haft aus dem Evin-Gefängnis entlassen.

Mehdi Bahman wurde am 13. Oktober 2022 in seiner Wohnung in Teheran festgenommen und in die Abteilung 209 des Evin-Gefängnisses verlegt, die für politische Gefangene vorgesehen ist. Seit April 2023 befindet er sich in der Abteilung 6 des Evin-Gefängnisses. Seine Familie durfte er in dieser Zeit nur einmal treffen. Das Recht auf einen Anwalt wird ihm verwehrt.

Mehdi Bahman engagiert sich seit mehr als 20 Jahren für die friedliche Koexistenz der Religionen und hat Aktivitäten für einen interreligiösen Dialog durchgeführt. Zusammen mit dem schiitischen Geistlichen Masoumi Teherani schuf er Kunstwerke mit Symbolen aus verschiedenen Religionen. Diese schenkte er den Führern der jüdischen, christlichen, zoroastrischen, sunnitischen, mandäisch-sabäischen und Bahai-Minderheiten im Iran.

Die Islamische Republik Iran missachtet systematisch die Rechte ihrer Bürgerinnen und Bürger. Angehörige ethnischer, religiöser, sexueller und politischer Minderheiten sind im Iran vielfacher Diskriminierungen ausgesetzt: Immer wieder kommt es zu willkürlichen Festnahmen, Verurteilungen ohne faire Gerichtsprozesse sowie zu Misshandlungen und Hinrichtungen von Andersdenkenden.

Stand: Februar 2026

So können Sie Mehdi helfen:

Post an politische Gefangene ist oft ein wirksamer Schutz gegen Misshandlungen, denn die Post zeigt dem Gefängnispersonal und den Behörden, dass ein Gefangener im Ausland bekannt ist. Den politischen Gefangenen hilft das Wissen, in der Welt nicht vergessen zu sein.

Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja sagte der IGFM: „Schreibt Briefe, schreibt an die politischen Gefangenen. Sie freuen sich zum Teil wirklich wie kleine Kinder, wenn sie Post bekommen, man kann es sich kaum vorstellen. Es ist enorm wichtig. Nehmt Euch vor: Einmal in der Woche schreibt jeder eine Karte, damit die Menschen wissen, dass sie nicht vergessen werden“

Deshalb: Schreiben Sie aufmunternde Worte direkt an Mehdi Bahman.

To

Mehdi Bahman

Evin Prison

Kachoui Alley

Tehran

Islamic Republic of Iran

Bitte schreiben Sie an die Botschaft der Islamischen Republik Iran und den Justizchef in Teheran, Gholamhossein Mohseni-Ejei. Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung des Gefangenen:

Iranische Botschaft in Deutschland
Botschafter: Herr Majid Nili Ahmadabadi
Botschaft der Islamischen Republik Iran
Podbielskiallee 65-67
14195 Berlin
E-Mail: [email protected]

Iranischer Justizchef 
Chief Justice Gholamhossein Mohseni-Ejei
The judiciary
Valiasr Avenue, Pastor Avenue, In front of Jami police station
Tehran
Islamic Republic of Iran

Sehr geehrter Herr Botschafter,

ich schreibe Ihnen, um Sie auf die willkürliche Gefangenschaft des iranischen Schriftstellers und Illustrators Mehdi Bahman aufmerksam zu machen.

Mehdi Bahman wurde am 13. Oktober 2022 in Teheran festgenommen nachdem er ein regimekritisches Interview mit einem israelischen Fernsehsender gegeben hatte. Das Islamische Regime wirft ihm Spionage für Israel vor. Im ersten Gerichtsurteil wurde die Todesstrafe verhängt, diese wurde im März 2023 zu einer 5-jährigen Haftstrafe umgewandelt.

Mehdi wird das Recht auf einen selbst gewählten Anwalt verwehrt. 

Mit größter Sorge bewegen mich die zahllosen Berichte über Verhaftungen und das gewaltsame Vorgehen von Sicherheitskräften, die bei mir große Zweifel an der Rechtstaatlichkeit der Justizverfahren aufkommen lassen.

Ich appelliere an Sie, Herr Mehdi Bahman umgehend und ohne Auflagen freizulassen. Nach internationalen Rechtsstandards hat er in keiner Weise eine strafbare Handlung begangen.

Außerdem appelliere ich an Sie, die Haftbedingungen in einem transparenten Verfahren zu untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Ich bitte Sie herzlich, mir zu schreiben, was Sie unternommen haben.

Hochachtungsvoll

Machen Sie in den sozialen Medien auf Mehdi aufmerksam und nutzen sie diese Hashtags:

#MehdiBahman

مهدی_بهمن#

#FreeMehdiBahman

#WomanLifeFreedom

#IranRevolution

مهسا_امینی#

Teilen Sie diesen Beitrag, setzen Sie sich für Mehdi's Freiheit ein!

Weitere politische Gefangene in der Islamischen Republik Iran

Pejman Zareh

Pejman Zareh, Angehöriger der Bahá'í-Gemeinschaft im Iran, sitzt seit dem 14. März 2026 ohne Anklage in Haft. Fordern Sie mit uns seine Freilassung und den Zugang zu dringend notwendiger medizinischer Versorgung.

Peyvand Naimi

Der Bahá’í Peyvand Naimi wurde ohne Beweise festgenommen und wird unter schwerer Folter sowie Scheinhinrichtungen zu falschen Geständnissen gezwungen. Aufgrund seiner religiösen Identität droht ihm in einem unfairen Verfahren die Todesstrafe, während ihm trotz kritischen Zustands jede medizinische Hilfe verweigert wird.

Borna Naimi

Der Karate-Sportler Borna Naimi wurde aufgrund seiner Bahá’í-Zugehörigkeit inhaftiert und durch Elektroschocks, Scheinhinrichtungen sowie Drohungen gegen seine kleine Tochter zu einem falschen Geständnis gezwungen. Ohne Beweise oder rechtlichen Beistand droht dem Familienvater nun die Todesstrafe, während ihm die notwendige medizinische Behandlung seiner Folterverletzungen verweigert wird.

Aktuelle Pressemitteilungen der IGFM zur Menschenrechtssituation in Iran

709, 2026

Türk-Nachbaur übernimmt politische Patenschaft

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Derya Türk-Nachbaur hat die politische Patenschaft für sieben junge Männer übernommen, die nach Protesten in Isfahan festgenommen und zum Tode verurteilt wurden, und fordert ihre sofortige Freilassung sowie eine rechtsstaatliche Überprüfung der Vorwürfe. Die drohenden Hinrichtungen stehen im Zusammenhang mit der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste im Iran und dem Vorgehen der iranischen Justiz gegen zahlreiche Demonstrierende.

209, 2026

Eilmeldung: Todesurteil für Ali Zarei!

Die Justiz der Islamischen Republik Iran hat den 27-jährigen iranischen Aktivisten Ali Zarei Doozdarrehsi gestern zum Tode verurteilt. Bereits im Jahr 2022 wurde ihm von Regimeschergen ins Auge geschossen, worauf er zur medizinischen Behandlung nach Deutschland kam. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) verurteilt aufs Schärfste diese geplante Tötung und warnt vor hunderten weiteren Hinrichtungen.

2907, 2026

Öffentliche Hinrichtung auf dem Alikhani-Platz

Heute Morgen wurden Abolfazl Sepahi Badjani und Amirhossein Safari Hosseinabadi auf dem Alikhani-Platz in Isfahan öffentlich hingerichtet, nachdem sie während der Proteste im Januar 2026 festgenommen und zum Tode verurteilt worden waren. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) verurteilt diese brutale Repression des iranischen Regimes auf das Schärfste.

Teilen Sie diesen Beitrag!

Nach oben