Schikane statt medizinischer Behandlung

Die bekannteste Menschenrechtsverteidigerin des Irans, Nasrin Sotoudeh hat den Alternativen Nobelpreis der schwedischen Right Livelihood Foundation erhalten. Erst vor wenigen Tagen, am 26. September beendete Nasrin Sotoudeh gemeinsam mit einer weiteren politischen Gefangenen einen knapp 50-tägigen Hungerstreik. Martin Lessenthin, der Vorstandssprecher der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) begrüßt die weitere Auszeichnung für Nasrin Sotoudeh und fordert die deutsche Regierung auf, die katastrophale Menschenrechtssituation im Iran endlich angemessen zu thematisieren und politische Sanktionen gegen führende Vertreter des iranischen Regimes umzusetzen.

Die bekannteste Menschenrechtsverteidigerin des Irans, Nasrin Sotoudeh, war 2019 zu 38 Jahren Haft und 148 Peitschenhieben verurteilt worden. Das iranische Regime verweigert ihr seit Monaten jegliche medizinische Versorgung. Im November 2020 wurde sie vom Evin-Gefängnis ins südlich von Teheran gelegene Shar-e Rey-Gefängnis, auch Qarchak-Gefängnis genannt, verlegt. Dadurch ist ihrer Familie der Kontakt massiv erschwert.

Nasrin Sotoudeh trotz Hitze fünf Stunden lang in Lastwagen eingesperrt

IGFM fordert sofortige Freilassung aus dem Gefängnis

Teheran / Frankfurt am Main, 7. Juli 2021 – Schikane statt medizinischer Behandlung: Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) von Reza Khandan erfahren hat, wurde dessen Frau, Nasrin Sotoudeh, am Montag fünf Stunden lang bei großer Hitze in einem kaputten Lastwagen ohne Klimaanlage eingesperrt. 

Nach Informationen ihrer Familie sollte die bekannteste politische Gefangene des Iran angeblich wegen einer Infektion und Atemwegs- sowie Herzproblemen in die Gerichtsmedizin der Stadt Qarchak gebracht werden. Dort wartete die Familie am Morgen allerdings drei Stunden lang vergeblich. Die IGFM fordert das iranische Regime auf, Nasrin Sotoudeh medizinische Behandlung sowie Familienbesuche zu ermöglichen und die unschuldig inhaftierte Frauenrechtlerin umgehend freizulassen.

Familie systematisch ferngehalten

Vor neun Monaten wurde Nasrin Sotoudeh unter dem Vorwand, sie sei wegen unpolitischer Anschuldigungen angeklagt, in das Qarchak-Gefängnis verlegt worden. Seitdem wurden ihr grundlegende Hafterleichterungen, wie monatlicher Hafturlaub, verweigert.

Ihr Ehemann, Reza Khandan, berichtet: „Meine Kinder konnten ihre Mutter schon seit Monaten nicht mehr sehen. Das Gefängnis ist schmutzig, der Weg nach Qarchak sehr weit und der Besucherraum befindet sich in einem katastrophalen Zustand. All das machte es meinen Kindern unmöglich, ihre Mutter zu besuchen» . Die IGFM kritisiert die gängige Praxis des iranischen Regimes aufs Schärfste, politische Gefangene in Haftanstalten zu verlegen, die sich weit weg von ihren Familien befinden. Dadurch werden Kinder von ihren Eltern entfremdet und das Leid der Inhaftierten wie auch der Familien zusätzlich vergrößert.

Nasrin Sotoudeh war 2019 zu 38 Jahren Haft und 148 Peitschenhieben verurteilt worden. Nach einem Hungerstreik hatte sich der Gesundheitszustand von Nasrin Sotoudeh dramatisch verschlechtert, unter anderem leidet die 58-Jährige an Herz- und Atembeschwerden. Das iranische Regime verweigert ihr seit Monaten jegliche medizinische Versorgung. Im November letzten Jahres wurde sie vom Evin Gefängnis ins südlich von Teheran gelegene Shar-e Rey-Gefängnis, auch Qarchak-Gefängnis genannt, verlegt.

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