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Nasrin Sotoudeh

Nasrin Sotoudeh

Auf einen Blick Menschenrechtlerin Nasrin Sotoudeh

Auf einen Blick Die Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh gehört weltweit zu den bekanntesten iranischen Menschenrechtsverteidigern. Die Behörden der Islamischen Republik verhafteten sie am 13. Juni 2018 ohne Vorwarnung. In ihrer Abwesenheit, ohne ihr Wissen und ohne Möglichkeit zur Verteidigung ist sie zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Anklage ist nicht bekannt. Sicherheitskräfte und Justiz weigern sich, Urteil und Urteilsbegründung auszuhändigen oder auch nur konkrete Vorwürfe gegen sie zu benennen.

 

Zur Person und Arbeit

Nasrin Sotoudeh (geboren am 30. Mai 1963 in Teheran) ist Rechtsanwältin. Das Europäische Parlament zeichnete sie im Jahr 2012 für ihren mutigen Einsatz für Menschenrechte mit dem Sacharow-Preis für geistige Freiheit aus. Sie ist verheiratet mit Reza Khandan. Das Paar hat zwei Kinder. Seit dem 14. April 2013 gehört die renommierte Menschenrechtlerin dem Kuratorium der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte an. Nasrin Sotoudeh setzt sich vor allem gegen frauenfeindliche Gesetze ein und kämpft gegen die willkürliche Verletzung der bestehenden Rechte innerhalb der Islamischen Republik. Sie war außerdem Mitgründerin der Eine-Million-Unterschriften-Kampagne für Frauenrechte im Iran. Im Iran und weltweit wurde sie bekannt, weil sie als Anwältin Opfer von politischer Willkür und Verfolgung vertrat. Sie verteidigte u.a. die iranische Friedensnobelpreisträgerin Dr. Shirin Ebadi vor Gericht. Gemeinsam mit ihr und anderen iranischen Menschenrechtlern hat sie 2002 das Zentrum für Menschenrechtsverteidiger in Teheran gegründet (Defenders of Human Rights Centre – DHRC). Es war die einzige iranische Menschenrechtsorganisation, die vor Ort tätig war. Das Zentrum wurde 2008 willkürlich und rechtswidrig von den iranischen Behörden geschlossen und 2009 von regierungstreuen Milizen verwüstet.

 

Willkürliche Verurteilung und Verhaftung

Wegen ihres Einsatzes für Menschenrechte geriet Nasrin Sotoudeh früh ins Visier der iranischen Staatssicherheit. Im Jahr 2010 verurteilte sie ein islamisches Revolutionsgericht zu elf Jahren Gefängnis wegen angeblicher „Propaganda gegen das System“ und „Verschwörung zum Schaden der nationalen Sicherheit“. Darüber hinaus verhängte das Gericht eine 20 Jahre lange Ausreisesperre und ein Berufsverbot als Rechtsanwältin. Die Strafe setzte sich aus einem Jahr Haft für “regimefeindliche Propaganda” und jeweils fünf Jahren wegen “Handlungen gegen die nationale Sicherheit” und “Verstoßes gegen die islamischen Kleidervorschriften in einer Videobotschaft” zusammen – die Anwältin hatte in einer Grußbotschaft, die im Iran nie gezeigt wurde, kein Kopftuch getragen.
Nach intensiven internationalen Protesten – auch im Rahmen des IGFM-Programms für politische Patenschaften – reduzierten die Behörden die Strafe auf sechs Jahre Haft und 10 Jahre Berufsverbot. Am 18. September 2013 kam sie durch “Begnadigung” vorzeitig frei. Während ihrer damaligen Haft protestierte sie mit drei Hungerstreiks gegen die unmenschlichen Haftbedingungen im Evin-Gefängnis. Sie verlor dabei über 14 Kilogramm Gewicht.
Vor ihrer erneuten Verurteilung arbeitete Nasrin Sotoudeh an der Verteidigung zwei junger Frauen, die öffentlich gegen das per Gesetz erzwungene Tragen des Kopftuches protestierten und daraufhin inhaftiert worden waren. Nasrin Sotoudeh ist eine Symbolfigur der iranischen Menschen- und Bürgerrechtsbewegung. Vielfach hat sie Menschen vor Gericht verteidigt, die sonst keinen Anwalt gefunden hätten.

 

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2019-01-14T14:27:24+00:00Dienstag, Dezember 11, 2018|