Gefangene in China

Im China engagieren sich zahlreiche Menschen unter Einsatz ihres Lebens für Freiheit und Menschenrechte. Tausende von ihnen werden dafür politisch verfolgt und inhaftiert. Das politische Patenschaftsprogramm der IGFM schenkt inhaftierten Bürgerrechtlern, Journalisten, Demonstranten und weiteren politisch Verfolgten in China eine Stimme.

„Öffentlichkeit schafft Schutz für Menschenrechtsverteidiger und Bürgerrechtler“

Einsatz für politische Gefangene in China

Seit ihrer Gründung im Jahr 1949 wird die Volksrepublik China durch die autoritäre Ein-Parteien-Regierung der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) geführt. Seitdem wird jegliche Form organisierter politischer Opposition unterdrückt. Sowohl MenschenrechtsverteidigerInnen als auch religiöse Minderheiten werden inhaftiert, gefoltert oder verschwinden gar spurlos in sogenannten Schattengefängnissen. Im Falle der uigurischen Bevölkerung im Nordwesten Chinas kommt es zu Masseninternierung, Überwachung und Zwangsarbeit.
Und dennoch engagieren sich zahlreiche Menschen unter Einsatz ihres Lebens für Freiheit und Menschenrechte in China. Ihren Einsatz und ihr Engagement als MenschenrechtsanwältInnen, unabhängige JournalistInnen, WissenschaftlerInnen und kritische BürgerInnen bezahlen sie häufig mit ihrer Freiheit oder gar ihrem Leben.

Dr. Wang Bingzhang

Der chinesische Bürgerrechtler Dr. Wang Bingzhang ist am 10. Februar 2003 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Im Juni 2002 war er zusammen mit zwei Mitstreitern unter ungeklärten Umständen in Vietnam entführt und nach China verschleppt worden.

Jiang Tianyong

Durch internationale Aufmerksamkeit kam er frei: Die chinesische Regierung hat Jiang Tianyong rund zwei Jahre willkürlich gefangen gehalten, weil er mit Angela Merkel über Menschenrechte gesprochen hatte. Die Behörden drangsalieren ihn weiter.

Frei: Aktivist Lee Ming-che

Der taiwanesische Demokratieaktivist Lee Ming-che wurde im März 2017 bei seiner Einreise in die Volksrepublik China verhaftet und nach langer Isolationshaft im September 2017 zu fünf Jahren wegen "Untergrabung der Staatsgewalt" verurteilt. Die Strafe war auf sein Engagement für ein pluralistisches China zurückzuführen. Am 14. April 2022 wurde er aus der Haft entlassen und konnte in seine Heimat nach Taiwan zurückkehren

Erfolge der Menschenrechtsarbeit

Menschenrechtsarbeit braucht Ausdauer – manchmal viel Ausdauer. Vor allem dann, wenn Diktaturen sehen, dass Menschenrechtler erfolgreich arbeiten, gesellschaftlichen Einfluss gewinnen und dadurch die Willkür menschenfeindlicher Regime in Frage stellen. Es ist daher schon ein Erfolg, wenn Menschenrechtler in Gefangenschaft nicht (mehr) gefoltert werden, wenn sie Zugang zu Angehörigen bekommen und sich ihre Haftbedingungen verbessern. Manchmal aber, dauert der Einsatz wirklich lange – umso größer ist die Freude, wenn Menschenrechtler dann schließlich doch freigelassen werden.

Erfolge der Menschenrechtsarbeit

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