Gefangene in Belarus

Das im April 2011 gestartete politische Patenschaftsprogramm der IGFM schenkt inhaftierten Bürgerrechtlern, Journalisten, Demonstranten und weiteren politisch Verfolgten in Belarus eine Stimme.

„Öffentlichkeit schafft Schutz für Menschenrechtsverteidiger und Bürgerrechtler“

Einsatz für politische Gefangene in Belarus

Die Republik Belarus erlangte 1991 ihre Unabhängigkeit von der UdSSR. Seit 1994 regiert Alexander Lukaschenko das Land zwischen Polen und Russland autoritär und zunehmend diktatorisch. Jegliche Form politischer Opposition wird unterdrückt, Medien- und Pressefreiheit stark eingeschränkt. Oppositionelle, Demokratieaktivisten und kritische Stimmen werden inhaftiert, gefoltert oder ins Exil getrieben. Dennoch engagieren sich zahlreiche Menschen für Freiheit und Demokratie. Diesen Einsatz bezahlen sie häufig mit ihrer Freiheit oder  ihrem Leben.  Nach Angaben der IGFM werden über 500 Menschen derzeitig unschuldig und aus politischen Gründen festgehalten.

Frei: Maria Kalesnikava

Die politische Aktivistin war während der Präsidentschaftswahlen 2020 Stabsleiterin des Oppositionellen Wiktar Babaryka. Am 6. September 2021 wurde sie wegen angeblicher „Verschwörung zur Machtergreifung“ zu 11 Jahren Gefängnis verurteilt. Im Dezember 2025 wurde Maria Kalesnikava gemeinsam mit 122 anderen politischen Gefangenen freigelassen.

Katsiaryna Andreeva

Am 15. November 2020 wurde die belarusische Journalistin verhaftet, nachdem sie live über das gewaltsame Vorgehen von Sicherheitskräften gegen friedliche Demonstrierende berichtet hatte. Dafür wurde sie am 18. Februar 2021 zu zwei Jahren Haft verurteilt. Kurz vor Ende der Haftzeit wurde sie wegen angeblichem Hochverrat zu acht weiteren Jahren Gefängnis verurteilt.

Dzianis Ivashyn

Der belarusische Investigativjournalist wurde am 12. März 2021 von Agenten des Geheimdienstes KGB verhaftet. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Ihm wird "Behinderung der Arbeit eines Ermittlungsbeamten" sowie "Hochverrat" vorgeworfen, wofür ihm bis zu 15 Jahre Haft drohen.

Frei: Ihar Losik

Der Blogger und Autor wurde am 25. Juni 2020 vor seinem Haus festgenommen und später zu 15 Jahren in einer Strafkolonie verurteilt. Grund für die Strafe war u.a. angebliche „Anstiftung zu Hass und Zwietracht gegen Vertreter der Behörden“. Losik hat mehrfach mit Hungerstreiks gegen seine Inhaftierung protestiert.

Erfolge der Menschenrechtsarbeit

Menschenrechtsarbeit braucht Ausdauer – manchmal viel Ausdauer. Vor allem dann, wenn Diktaturen sehen, dass Menschenrechtler erfolgreich arbeiten, gesellschaftlichen Einfluss gewinnen und dadurch die Willkür menschenfeindlicher Regime in Frage stellen. Es ist daher schon ein Erfolg, wenn Menschenrechtler in Gefangenschaft nicht (mehr) gefoltert werden, wenn sie Zugang zu Angehörigen bekommen und sich ihre Haftbedingungen verbessern. Manchmal aber, dauert der Einsatz wirklich lange – umso größer ist die Freude, wenn Menschenrechtler dann schließlich doch freigelassen werden.

Erfolge der Menschenrechtsarbeit

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