Politische Patenschaften

Seit dem Jahr 2009 hat die IGFM bereits über 300 politische Patenschaften initiiert und 2011 ein Programm für Patenschaften gestartet. Die IGFM leistet seit Jahrzehnten Einzelfallarbeit und setzt sich für politische Gefangene weltweit ein.
Abgeordnete für Menschenrechte
Patenschaften für politische Gefangene und verschleppte Zivilisten
Was sind politische Patenschaften?
Bei diesem Programm der IGFM wählen Abgeordnete einen konkreten politischen Gefangenen aus und setzen sich mit ihrem politischen Gewicht für seine oder ihre Freiheit ein. Das geschieht vor allem dadurch, dass der oder die Abgeordnete sich an die Botschaft und die entsprechende Regierung wendet und per Brief Fragen zu dem oder der politischen Gefangenen stellt. Möglich und wünschenswert ist natürlich auch, dass Abgeordnete in ihrer eigenen Medienarbeit auf ihren Einsatz für Menschenrechte und den Gefangenen hinweisen. Je mehr Öffentlichkeit für die Gefangenen, desto besser.
Warum helfen politische Patenschaften?
Internationale Aufmerksamkeit schützt und rettet Leben! Selbst Folterstaaten wie die Islamische Republik Iran oder die Volksrepublik China wollen nach außen einen Anschein von Rechtmäßigkeit aufrechterhalten. Für beide Länder ist Deutschland politisch und wirtschaftlich ein außerordentlich wichtiges Land. Die Erfahrung zeigt, dass Länder, wie der Iran, Wünsche von deutschen Abgeordneten und Vorgänge, die den Iran betreffen, sehr aufmerksam wahrnimmt. In der Vergangenheit hat der Einsatz von Politikern für eine große Mehrheit der betreuten Gefangenen zu erheblichen Verbesserungen geführt: zur Umwandlung von Todesstrafen in Haftstrafen, zur deutlichen Reduzierung der willkürlichen Gefängnisstrafen, zu einem Ende von Misshandlungen und vielfach auch zur Freilassung.
Deswegen übernehmen Abgeordnete und Mandatsträger politische Patenschaften
Wie funktioniert eine politische Patenschaft konkret?
Wir veröffentlichen auf unserer Website Portraits mit Informationen zu gewaltlosen politischen Gefangenen, die dringend Hilfe benötigen – z.B. Menschenrechtsverteidiger, Frauenrechtlerinnen, Journalisten, Angehörige verfolgter Minderheiten, Umweltaktivisten und weitere. Aus dieser Datenbank wird den Abgeordneten eine inhaftierte Person vorgeschlagen. Der weitere Verlauf der Patenschaft wird gemeinsam besprochen, wobei der Fokus auf der Öffentlichkeitsarbeit und Appellen liegt. Wir unterstützen gerne bei der Veröffentlichung von Medieninformationen im Wahlkreis oder der Erstellung einer Unterschriften-Liste für die inhaftierte Person. Die IGFM liefert Updates, sobald es Veränderungen gibt und weist auf mögliche Anlässe hin, um z.B. die jeweilige Botschaft oder auch die inhaftierte Person zu kontaktieren. Von der Übernahme der Patenschaft bis zur Freilassung kann es Monate, aber auch Jahre dauern.
Zu politischen Gefangenen in den Ländern
Die IGFM unterstützt Menschen, die sich gewaltlos für die Verwirklichung der Menschenrechte in ihren Ländern einsetzen oder die verfolgt werden, weil sie ihre Rechte einfordern. Mit Öffentlichkeitsarbeit, Appellen und politischen Patenschaften setzen wir uns gezielt für die Freilassung politischer Gefangener ein.
Erfahren Sie über die Flaggen mehr zu den einzelnen Ländern.
Verschleppte Zivilisten aus der Ukraine
Die Verschleppung und Gefangennahme von ukrainischen Zivilisten ist eines der drängendsten Probleme des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine. Berichten zufolge werden mehr als 16.000 ukrainische Zivilisten, die von der russischen Armee illegal entführt wurden, in Gefangenenlagern in Russland oder in den besetzten Gebieten festgehalten. Die genaue Anzahl ist unklar.
Erfahren Sie mehr über unseren Einsatz für die ukrainischen Zivilisten über die Flagge.
Wer hat bisher teilgenommen?
Am Patenschaftsprogramm für politische Gefangene haben Politiker vom Landtagsabgeordneten bis zum Präsidenten des Europäischen Parlaments teilgenommen. Unter ihnen waren Ministerpräsidenten, Landes- und Bundesminister, Staatsminister, Staatssekretäre, Generalsekretäre, Fraktionsvorsitzende und Stellvertretende Fraktionsvorsitzende, parlamentarische Geschäftsführer, Mitglieder und Sprecher von Ausschüssen und Parlamentariergruppen von CDU, CSU, SPD, Bündnis90/Die Grünen und der FDP.
Seit 2018 übernahmen Abgeordnete diese politische Patenschaften (Auflistung nicht vollständig):



















