Sadegh Ghasemi

Sadegh wurde wie viele andere im Rahmen der Demonstrationen am 16. November 2022 verhaftet. Die Umstände um seine willkürliche Inhaftierung sind schleierhaft und es droht ihm die Todesstrafe. Im Juni 2025 wurde er freigelassen.

Demonstrant nach willkürlicher Festnahme frei

Sadegh Ghasemi
Geburtsdatum: –

Festnahme: November 2022

Anklage: „Korruption auf Erden“ „Kriegsführung gegen Gott“

Urteil: ausstehend

Im Juni 2025 freigelassen!

Sadegh kommt aus Izeh. Er wurde wie viele andere im Rahmen der Demonstrationen am 16. November 2022 verhaftet. Die Gründe, die zu seiner Verhaftung führten, sind unklar.

Der Izeh-Fall
Während des Protestes eröffneten Sicherheitskräfte auf dem Markt in Izeh das Feuer auf die Menge und töteten dadurch mehrere Menschen, darunter auch Kinder. In derselben Nacht wurde das Auto, in dem Kian Pirfalak und seine Eltern auf dem Heimweg waren, beschossen. Dabei wurde der 9-Jährige getötet und sein Vater schwer verletzt. Der Tod von Kian Pirfalak erzürnte die internationale Gesellschaft, weit über die Grenzen des Irans hinaus. Im Inland löste die Tötung des unschuldigen Kindes neue Protestwellen aus. Die willkürliche Verhaftung von mehreren unschuldigen Demonstranten, darunter Mohammad Kourkour dient als Schauprozess, um die Taten des Regimes zu vertuschen und dabei die einfachen Bürger mit den Verbrechen des Regimes anzulasten.

Drohende Todesstrafe
Sadegh wurde willkürlich wegen „Kriegsführung gegen Gott“ und „Korruption auf Erden“ angeklagt, was das Todesurteil zur Folge haben kann. Seine Familie wurde erst sechs Monate später über die Anklagen informiert. Sie berichten auch von Falschinformationen seitens des Regimes. Der Fall wurde an das Revolutionsgericht von Ahvaz verwiesen. Sadegh Ghasemi ist derzeit im Sheyban-Gefängnis in Ahvaz inhaftiert.

Es wurde bekannt, dass Sadegh von November 2022 bis April 2023 daran gehindert wurde, eine rechtliche Verteidigung einzuschalten. Am 16. April 2023 wurde ihm endlich ein Anwalt genehmigt.  Es gibt nur wenige Informationen über seinen Zustand oder zu seinem Prozess. Sein Fall ist unübersichtlich und intransparent, dennoch ist es unter den Anklagepunkten klar, dass ihm die Hinrichtung droht.

Im Juni 2025 wurde bekannt, dass Sadegh aus dem Gefängnis freigelassen wurde. Ob die Anklage gegen ihn fallen gelassen wurde, ist nicht bekannt.

Systematische Missachtung der Menschenrechte
Die Islamische Republik Iran missachtet systematisch die Rechte ihrer Bürger. Immer wieder kommt es zu willkürlichen Festnahmen, Verurteilungen ohne faire Gerichtsprozesse sowie zu Misshandlungen und Hinrichtungen von Andersdenkenden. Mit der unmenschlichen Behandlung ihrer Gefangenen verletzt die Islamische Republik Iran in hohem Maße die von ihr ratifizierten menschenrechtlichen Mindeststandards des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte („Zivilpakt“) der Inhaftierten. Dazu gehören unter anderem das Verbot von Folter und grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung (Artikel 7), das Verbot willkürlicher Gefangennahme (Artikel 9) sowie das Recht auf ein faires Verfahren (Artikel 14).

Stand: Juli 2025

So können Sie Sadegh helfen:

Post an politische Gefangene ist oft ein wirksamer Schutz gegen Misshandlungen, denn die Post zeigt dem Gefängnispersonal und den Behörden, dass ein Gefangener im Ausland bekannt ist. Den politischen Gefangenen hilft das Wissen, in der Welt nicht vergessen zu sein.

Deshalb: Schreiben Sie aufmunternde Worte direkt an Sadegh Ghasemi.

To

Sadegh Ghasemi
Sheyban Prison
Ahvaz
Khuzestan Province
Islamic Republic of Iran

Bitte schreiben Sie an die Botschaft der Islamischen Republik Iran und den Justizchef in Teheran, Gholamhossein Mohseni-Ejei. Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung des Gefangenen:

Iranische Botschaft in Deutschland
Botschafter: Herr Majid Nili Ahmadabadi
Botschaft der Islamischen Republik Iran
Podbielskiallee 65-67
14195 Berlin
E-Mail: info@iranbotschaft.de

Iranischer Justizchef 
Chief Justice Gholamhossein Mohseni-Ejei
The judiciary
Valiasr Avenue, Pastor Avenue, In front of Jami police station
Tehran
Islamic Republic of Iran

Sehr geehrter Herr Botschafter,

mit diesem Schreiben bringe ich meine Besorgnis über die mir vorliegenden Berichte zur Verhaftung des Iraners Sadegh Ghasemi zum Ausdruck.
Er wurde nach der friedlichen Teilnahme an Protesten im Rahmen der Demonstrationen am 16. November 2022 verhaftet.

Die Gründe, die zu seiner Verhaftung führten, wurden nicht transparent kommuniziert. Es ist lediglich bekannt, dass er wegen „Korruption auf Erden“, „Kriegsführung gegen Gott“ angeklagt wurde. Seine Familie wurde erst sechs Monate später über die Anklagen informiert und weiß auch nichts über seinen Zustand. Es wurde bekannt, dass Sadegh von November 2022 bis April 2023 daran gehindert wurde, eine rechtliche Verteidigung einzuschalten. Es gibt nur wenige Informationen über seinen Zustand oder zu seinem Prozess. Sein Fall ist unübersichtlich und intransparent, dennoch ist es unter den Anklagepunkten klar, dass ihm die Hinrichtung droht.

Mit größter Sorge bewegen mich die zahllosen Berichte über Verhaftungen und das gewaltsame Vorgehen von Sicherheitskräften, die bei mir große Zweifel an der Rechtstaatlichkeit der Justizverfahren aufkommen lassen.

Mit Blick auf die Verhaftung von Sadegh Ghasemi erbitte ich ihre Rückmeldung, was Sie zur Aufklärung dieses Falls tun werden, und fordere die schnellstmögliche Freilassung. Bitte schützen Sie das Leben von Sadegh Ghasemi!

Hochachtungsvoll,

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