Menschenrechtslage der Uiguren

Abduweli Ayup im Gespräch über seine Erfahrungen im Umerziehungslager in China

Veranstaltungsbericht „Menschenrechtslage der Uiguren“

Am 7. März 2024 lud die IGFM zum zweiten Vortragsabend der Veranstaltungsreihe „Menschenrechtslage der Uiguren“ in die Denkbar in Frankfurt ein. Im Fokus stand ein Interview mit dem uigurischen Aktivisten Abduweli Ayup, der 428 Tage in einem Umerziehungslager der Volksrepublik China verbringen musste.

Seit Jahren berichten Betroffene aus dem Nordwesten des Landes, der Provinz Xin Jiang und gleichzeitiger Heimat der Uiguren, von massiven Menschenrechtsverletzungen in Form von Zwangssterilisierungen, willkürlichen Verhaftungen und Folter. Menschenrechtsorganisationen und Experten weltweit sprechen von einem kulturellen Genozid, den die Volksrepublik China mit aller Anstrengung zu vertuschen versucht.

Abduwli Ayup am Abend des 7. März über seine Erlebnisse als Uigure in China.

Abduweli Ayup lebte fast 40 Jahre lang in Kashgar in der Provinz Xin Jiang, eine der am meisten überwachten Regionen der Welt, in der Uiguren in Umerziehungslager gesteckt, gefoltert und ihrer Würde beraubt werden. Auch er blieb davon nicht verschont und wurde unter dem Vorwand von „illegaler Spendensammlung“ in ein solches Lager gesteckt. In seinen Texten und Vorträgen erzählt der Linguist von seinen persönlichen Erfahrungen und den Erlebnissen vieler anderer Uiguren.

Zu Beginn des Abends überreichte der Uigure und Mitveranstalter Enver Can traditionelle uigurischer „Doppas“ an die Organisatoren. Anschließend folgte eine kurze Vorstellung der Künstlergruppe „Wahrheitskämpfer“ und das vorgelesene Grußwort der Frankfurter Bürgermeisterin Dr. Nargess Eskandari-Grünberg, die kurzfristig absagen musste.

Carola Moritz liest aus Ingrid Widiartos „Ramadan im Gefängnis“.

Einleitend in das Interview las die Schauspielerin Carola Moritz aus dem Buch „Ramadan im Gefängnis“ von Ingrid Widiarto vor. Im Anschluss führte Enver Can das Gespräch mit Abduweli Ayup, in dem dieser über seine Zeit in der Volkrepublik China, dem Gefangenenlager und über sein jetziges Leben im norwegischen Exil berichtete. Ein besonderes Augenmerk lag im Laufe des Interviews auf den notwendigen Mitteln zur Erhaltung der uigurischen Kultur, wie uigurischen Kindergärten und Bücher.

In einer abschließenden Fragerunde wurde auf weitere Themen wie die Vertreibung der Uiguren, die politische Positionierung muslimischer Staaten, die Politik der Zwangssterilisierungen an Uiguren, die Reaktion der chinesischen Regierung auf uigurischen Aktivismus und Abduwelis Beziehung zu seiner in China verbleibenden Familie eingegangen.

Die Organisatoren der Veranstaltung v.l.n.r: Valerio Krüger (IGFM), Susanne Köhler (Wahrheitskämpfer), Enver Can (Ilham Tohti Initiative) und Ingrid Widiarto (Autorin).

Ein Beitrag von Lisa Marie Raab

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