Tabish und Yeshua Shahid

Die pakistanischen Christen Tabish und Yeshua Shahid wohnten in der punjabischen Provinzhauptstadt Lahor. Die Zwillingsbrüder arbeiteten als Fabrikarbeiter. Sie wurden von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA zu den Gefangenen des Monats Oktober 2024 ernannt. Foto: Claas
Pakistanische Zwillingsbrüder in Haft
Die pakistanischen Christen Tabish und Yeshua Shahid wohnten in der punjabischen Provinzhauptstadt Lahor. Die Zwillingsbrüder arbeiteten dort als Fabrikarbeiter.
Festnahme und Verurteilung
Am 26. August 2024 besuchten Tabish und Yeshua Verwandte in einem Dorf im Distrikt Kasur, während dort das jährliche Fest zu Ehren eines Sufi-Heiligen gefeiert wurde. Dort bastelten sie sich Spielgeld aus Altpapier und warfen die selbstgemachten Scheine in die Luft. Passanten beobachteten sie dabei und beschuldigten sie daraufhin, Seiten aus dem Koran verwendet zu haben.
Tabish und Yeshua entgegneten, dass sie nicht gelesen hätten, was auf dem Papier steht. Unter dem Vorwurf der Blasphemie schlugen einige der Umstehenden auf die Brüder ein, die schließlich die Flucht ergriefen und sich verstecken konnten. Nachdem in der Moschee zum Ergreifen der Zwillinge aufgerufen wurde, flüchteten mehr als 40 christliche Familien aus den umliegenden Häusern, um möglichen Vergeltungsakten zu entgehen. Die Polizei nahm zunächst einige Christen, darunter auch Verwandte der Brüder, auf dem Viertelfest fest, bis Tabish und Yeshua sich dann ergaben und festgenommen wurden.
Den Zwillingsbrüdern wird angebliche „Koranschändigung“ vorgeworfen. Der Vorwurf ist haltlos, da die Brüder Analphabeten sind und wahrscheinlich die Bedeutung der Papiere nicht verstanden. Seit Ende August 2024 befinden sie sich im Gefängnis von Kasur (Provinz Punjab). Nach Gesetz der Blasphemie droht ihnen eine lebenslange Gefängnisstrafe oder auch die Hinrichtung.
Stand: April 2025
Gefangener des Monats der IGFM
Die IGFM setzt sich seit ihrer Gründung 1972 für aus Glaubensgründen Verfolgter und Menschen, die dieses wichtige Recht verteidigen ein. Als „Gefangener des Monats“ wird monatlich das Schicksal einer Person vorgestellt, die aufgrund ihres Glaubens inhaftiert ist oder verfolgt wird. Mehr zu den „Gefangenen des Monats“ und wie Sie sich für diese Person einsetzen können, können Sie in der Zeitschrift „Religionsfreiheit im Fokus“ oder in den Portraits der Gefangenen nachlesen.





