Unterdrückung Tibets

Die Kommunistische Partei Chinas hat erneut religiöse Stätten der tibetischen Gesellschaft angegriffen. Wie erst kürzlich bekannt wurde, sind bereits im November 2021 Buddha-Statuen und andere religiöse Artefakte in Klostern in der Provinz Sichuan zerstört worden. Zusätzlich wurde auch die Berichterstattung darüber unterdrückt und mit Verschleppung in Umerziehungslager bestraft.

Wegen Berichten über Abriss religiöser Statuen in Umerziehungslager gebracht

IGFM kritisiert anhaltende Menschenrechtsverletzungen durch chinesische Behörden und fordert Freilassung von willkürlich Inhaftierten 

 

Frankfurt am Main / Lhasa, 27. Mai 2022 – Zerstörung und Drangsalierung: Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) erfahren hat, wurden tibetische buddhistische Mönche gezwungen, eine Statue aus dem achten Jahrhundert abzureißen. Chinesische Behörden schränkten die Kommunikation über soziale Medien im Anschluss stark ein, bedrängten die Bevölkerung und brachten mindestens zehn Tibeter in so genannte „Umerziehungseinrichtungen“. 

„Das ist bereits die dritte große buddhistische Statue, die in dieser Region zerstört wurde. Die chinesischen Behörden setzen ihre Assimilationspolitik rigoros fort, zerstören Kulturdenkmäler und verletzen die Religionsfreiheit der Tibeter. Regelmäßig werden Vorschriften geändert oder neu erfunden, um Zerstörung und Repressalien zu rechtfertigen.“, kritisiert die IGFM.

Dritte buddhistische Statue abgerissen

Im Kreis Drango in der Provinz Sichuan ließen chinesische Behörden im November 2021 die Statue des indischen tantrischen Meisters Guru Padmasambhava aus dem achten Jahrhundert abreißen. Die etwa 14 Meter hohe vergoldete und versilberte Bronzestatue stand vor dem Kloster Chanang in Shara Thang in der Gemeinde Nyimo. Das Kloster, das zur Nyingmapa-Schule des tibetischen Buddhismus gehört, wurde 1703 errichtet und ist reich an Reliquien. Vor der chinesischen Besetzung Tibets lebten und studierten dort etwa 500 Mönche, heute sind es nur noch etwa 50. Nach Informationen der IGFM wurden zahlreiche weitere religiöse und kulturelle Stätten im 15 Kilometer entfernten Dorf Sengdeng zerstört – darunter auch eine 30 Meter hohe Buddha-Statue. Das chinesische Regime setzte sogar paramilitärische Truppen ein, um Proteste der Tibeter vor Ort und Berichterstattung über das Geschehene zu unterbinden. Das ist auch der Grund, weshalb die Vorfälle erst kürzlich, Monate später, bekannt wurden.

Einschränkung der sozialen Medien und „Umerziehung“ tibetischer Häftlinge

Nach der Zerstörung der Statue wurden Mobiltelefone stichprobenartig überprüft, die Überwachung von Online-Aktivitäten intensiviert und Anwohner eingeschüchtert. Mindestens zehn Tibeter wurden verhaftet – unter anderem drei Pilger, deren WeChat-Konten Hintergrundbilder der Buddha-Statuen aufwiesen. Tenzin Nyima und Tashi Dorje, Mönche des Klosters Drango Namgyal Ling, wurden festgenommen wie auch Tsering Samdup aus der Nomadensiedlung Norpa. Die Verhafteten werden in einer so genannten „Umerziehungseinrichtung“ in Thangnakma, etwa fünf Kilometer von Drango entfernt, festgehalten. „In diesen Umerziehungseinrichtungen werden Tibeter ohne Anklage oder Gerichtsverfahren interniert. Sie müssen Zwangsarbeit leisten und werden gefoltert. Die in Frankfurt ansässige Menschenrechtsorganisation fordert China auf, die Menschenrechte der Tibeter sowie deren Kultur zu achten und alle „Umerziehungseinrichtungen“ zu schließen. Alle willkürlich inhaftierten Tibeter müssten umgehend freigelassen werden.

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