Krim: 12 Jahre Gefangenschaft

Bei der Veranstaltung am 26. Februar kommen Stimmen der Aktivistinnen sowie unterdrückter Journalisten und Medien auf der besetzten Krim zu Wort. Insbesondere die Situation der einheimischen Minderheit der Krimtataren steht im Fokus. Zeugen und Angehörigen der massiven Repression berichten aus eigener Erfahrung.
„Voices of Captivity: Crimea under occupation“
Gespräch und Ausstellung
Termin: 26. Februar 2026, 19.00 Uhr
Ort: Kornmarkt 3, 60311 Frankfurt am Main
(Veranstaltungsraum von Prostir Zbirka, Eingang über den Hof in den Keller)
Gemeinsam mit der Menschenrechtsorganisation Libereco und der ukrainischen Initiative Prostir Zbirka veranstaltet die IGFM am 26. Februar 2026 eine Informationsveranstaltung über inzwischen 12 Jahre russischer Repression gegenüber Krimtataren, Medienschaffenden, Aktivisten und der Zivilgesellschaft allgemein auf der russisch besetzten Halbinsel.
Die Krimtatarin und ehemalige politische Gefangene Leniie Umerova und die Ukrainerin Sascha Barkova, deren Bruder Bohdan Ziza in russischer Haft ist, berichten über ihre persönlichen Erfahrungen und zeigen anhand eindrucksvoller Fotografien die Situation auf der Krim – Fotos, deren Urheber zum Teil bereits in Haft sind.
Sascha Barkova
(Schwester des aus der Krim stammenden inhaftierten Künstlers Bohdan Ziza)
Foto: Libereco
Hintergrund: Seit der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim im Jahr 2014 steht die ukrainische Halbinsel unter russischer Besatzung. In den ersten Wochen nach der Machtübernahme wurde nahezu die gesamte unabhängige Medienlandschaft zerschlagen. Viele Journalistinnen und Journalisten mussten fliehen, Redaktionen wurden geschlossen, kritische Berichterstattung systematisch unterdrückt.
Aus dieser Repression heraus entstand eine mutige Bewegung von Bürgerjournalisten, überwiegend krimtatarische Aktivisten und Angehörige politischer Gefangener. Trotz massiver Risiken dokumentieren sie Hausdurchsuchungen, Verhaftungen, Gerichtsprozesse und Einschüchterungen. Ihre Arbeit macht Menschenrechtsverletzungen sichtbar, die sonst im Verborgenen blieben.
Die Ausstellung zeigt eindrucksvolle Fotografien, die unter Gefahr aufgenommen wurden. Sie dokumentieren die Repressionen gegen die krimtatarische Gemeinschaft: bewaffnete Durchsuchungen, Massenverhaftungen, lange Haftstrafen wegen angeblichen „Terrorismus“ sowie das Leid der Familien. Viele der abgebildeten Journalisten und Aktivisten, darunter Server Mustafaiev, Amet Suleymanov oder Osman Arifmemetov , wurden selbst zu langen Haftstrafen verurteilt.
Zahlen des ZMINA Human Rights Centre belegen das Ausmaß der Angriffe: Allein in den Jahren 2022 und 2023 wurden 162 Fälle von Übergriffen auf Medienschaffende und Online-Aktivisten dokumentiert. Drohungen, Durchsuchungen, willkürliche Festnahmen und politisch motivierte Strafverfahren gehören zum Alltag unter der Besatzung.
Diesem Geschehen möchten wir aktiv die Aufmerksamkeit geben, die es verdient!

