Brutaler Militäreinsatz in Mahabad und Kobane

Auf der linken Seite zu sehen ein zerstörtes Weizensilo in der Gegend Kobane und rechts zu sehen, Protestierende in der Stadt Mahabad, Iran.
Brutaler Militäreinsatz türkischer und iranischer Truppen
Vernichtung kurdischer Selbstbestimmung eint Erdogan und Mullah-Regime
Frankfurt am Main, 21. November 2022 – Nach Angriffen durch die türkische Luftwaffe auf die Stadt Kobane in der syrischen Autonomieregion warnt die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) vor einer breiten Militäroffensive durch das NATO-Mitglied Türkei in Nordsyrien. Bei den Angriffen sind mehrere Menschen zu Tode gekommen. Zeitgleich gingen iranische Revolutionsgardisten willkürlich mit äußerster Gewalt und unter Einsatz schwerer Waffen gegen die Zivilbevölkerung in der kurdisch geprägten Stadt Mahabad im Nordwesten des Irans vor. Die IGFM verurteilt die massiven Angriffe durch türkische und iranische Truppen und fordert die sofortige Einstellung der Militäroperationen.
Während im Zuge der aktuellen Proteste gegen das Regime Revolutionsgardisten mit äußerster Gewalt gegen die protestierende Zivilbevölkerung vorgehen, greift Nato- Mitglied Türkei Ziele in Nordostsyrien an und destabilisiert somit die ganze Region. Kurdische Einheiten sichern dort weiterhin die Inhaftierung von Kämpfern der Terrormiliz IS. „Was der IS in Kobane nicht geschafft hat, will Erdogan erreichen. Es geht um die Vernichtung kurdischer Selbstbestimmung und Identität!“, kritisiert Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.
Bei den Angriffen gegen die kurdisch geprägte Stadt Mahabad wurden laut ersten Berichten Panzer und Mörsergranaten eingesetzt, Häuser wurden nachts gestürmt und durchsucht, es wurde willkürlich auf protestierende Menschen geschossen. Nach der Ermordung von Mahsa Jina Amini durch die iranische Sittenpolizei ist der Protest in den kurdisch geprägten Gebieten im Nordwesten des Irans seit Wochen massiv gewachsen. Das islamistische Mullah-Regime kämpft seit Jahrzehnten gegen Minderheiten wie Bahaí, Kurden oder konvertierte Christen. Die aktuellen Angriffe richten sich jedoch gezielt gegen Kurden und sollen die gesamte Protestbewegung im Iran zerschlagen.
Die Autonome Administration von Nord- und Ostsyrien, auch bekannt unter dem kurdischen Namen Rojava, wird seit Jahren als störendes Element für die islamistisch-nationalistische Expansionspolitik der türkischen Regierung gesehen. Minderheiten wie Kurden, Jesiden und assyrische Christen leiden seit Jahren unter massiven Menschenrechtsverletzungen durch Handlanger der aggressiven Expansionspolitik Erdogans. „Die Aggressionen Erdogans gegen die kurdischen Kantone und seine gleichzeitige Unterstützung islamistischer Milizen richten sich gegen die Werte, die die NATO verteidigen will.“, erklärt IGFM-Sprecher Lessenthin abschließend.