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1922 UdSSR Lenins grausame Anweisungen

Lenin-Denkmal in Schwerin

40 Jahre Lenin in Schwerin sind genug

Am 14. Juni 2025 findet in Schwerin eine Mahnkundgebung am Lenin-Denkmal statt – organisiert von der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) und der Lagergemeinschaft Workuta/GULag Sowjetunion e.V. Unter dem Motto „40 Jahre Lenin in Schwerin sind genug“ fordern Zeitzeugen, Aktivisten und Vertreter der Zivilgesellschaft die Entfernung der Lenin-Statue und setzen ein Zeichen gegen das Gedenken an kommunistische Gewaltherrschaft.

Bereits im Jahr 1982 veröffentlichte die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in ihrer Zeitschrift einen Beitrag, der sich mit den gewaltsamen Maßnahmen Lenins gegen die russisch-orthodoxe Kirche befasste. Das nun digitalisierte und historisch bedeutsame Dokument offenbart Lenins geheime Anweisungen zur Konfiszierung kirchlicher Wertgegenstände, zur Einschüchterung der Bevölkerung und zur systematischen Verfolgung von Geistlichen – ein erschütterndes Zeugnis politisch motivierter Gewalt in der frühen Sowjetunion.

Das Lenin-Denkmal am Großen Dreesch in Schwerin wurde von dem estnischen Bildhauer Jaak Soans geschaffen. Es soll an Lenins Dekret über den Grund und Boden sowie die Enteignung der Großgrundbesitzer in der sowjetischen Besatzungszone erinnern. Foto: Wikimedia

Am 10. Februar 1922, zu Zeiten eines grauenhaften Hungers in der Sowjetunion, schrieb W. I. Lenin einen Brief an seinen Genossen Molotow, der den Vermerk trug: „Streng geheim mit der Bitte, in keinem Fall Kopien anzufertigen.“ Vordergründig ging es darum, die Kirchenschätze zu beschlagnahmen. Der Patriarch Tichon selbst hatte bereits die Anweisung gegeben, solche Wertgegenstände zur Unterstützung der Hungernden zu verkaufen, die nicht im Gottesdienst verwendet werden. Er wies jedoch darauf hin, dass geweihte Gegenstände nicht aus den Kirchen entfernt werden dürfen, da dies ein strafbares Sakrileg sei. Lenin schrieb dazu:

Wir müssen um jeden Preis die Beschlagnahme der Kirchenschätze auf das entschiedenste und schnellste ausführen, wodurch wir uns einen Fond von mehreren Hundert Millionen Goldrubel sichern können (man denke an die gigantischen Reichtümer einiger Klöster und Kirchen). Ohne diesen Fond ist keine staatspolitische Arbeit im Allgemeinen und kein ökonomischer Aufbau im Besonderen möglich, sowie ohne ihn eine erfolgreiche Haltung in Genua undenkbar ist. Wir müssen diesen Fond von einigen Hundert Millionen, vielleicht auch einiger Milliarden Goldrubel, um jeden Preis in die Hand bekommen. Dieses mit Erfolg durchzuführen kann nur jetzt geschehen. Alle Überlegungen weisen darauf hin, dass es uns später nicht gelingen würde, da zu keinem Zeitpunkt, als während einer verzweifelten Hungersnot, wir die Zustimmung der breiten bäuerlichen Masse sichern können, oder zumindest die Neutralisierung dieser Massen, in dem Sinne, dass ein Sieg bei der Konfiszierung der Kirchenschätze ohne Widerspruch und so vollständig verwirklicht werden könnte.

Ein kluger Schriftsteller über staatliche Probleme weist sehr richtig darauf hin, dass, wenn zur Erreichung bestimmter politischer Ziele eine Reihe grausamer Maßnahmen erforderlich ist, so müssen diese auf das tatkräftigste und in kürzester Frist verwirklicht werden, weil eine langandauernde Anwendung grausamer Maßnahmen die Massen nicht ertragen würden.

Diese Überlegung wird noch insbesondere durch die Tatsache bestärkt, dass durch Russlands internationale Lage die Wahrscheinlichkeit besteht, dass Genua für uns, aller Wahrscheinlichkeit nach, harte Maßnahmen gegen eine reaktionäre Geistlichkeit politisch unopportun sein würden, vielleicht sogar gefährlich. Jetzt ist ein Sieg über die reaktionäre Geistlichkeit vollkommen gesichert…

Ich gelange zu dem eindeutigen Schluss, dass wir jetzt die entschiedenste und gnadenloseste Schlacht der reaktionären Geistlichkeit liefern müssen und ihren Widerstand mit einer Grausamkeit zu brechen haben, die sie einige Jahrzehnte nicht werden vergessen können. Die Ausführung dieses Planes stelle ich mir folgendermaßen vor: Offiziell darf, ganz gleich mit welchen Maßnahmen, nur der Genosse Kalinin hervortreten – niemals und unter keinen Umständen darf weder in der Presse, noch sonst wo, vor der Öffentlichkeit der Genosse Trotzki erscheinen. Das bereits im Namen des Politbüros abgesandte Telegramm über die zeitweilige Unterbrechung der Konfiszierung soll nicht widerrufen werden. Das Telegramm ist für uns von Vorteil, denn es vermittelt dem Gegner die Vorstellung, als würden wir zögern, als ob es gelungen sei, uns einzuschüchtern (gerade weil das Telegramm als geheim deklariert wurde, wird der Feind bald von ihm Kenntnis haben).

Es soll nach Schuja einer der energischsten, tüchtigsten und umsichtigsten Mitglieder des WZIK oder anderer Vertretungen der Zentralgewalt (besser einer als mehrere) geschickt werden. Er soll von einem der Mitglieder des Politbüros mündliche Anweisung erhalten. Diese Anweisung müsste zum Ziele haben, dass er in Schuja möglichst viele, aber nicht weniger als einige Dutzend Vertreter der örtlichen Geistlichkeit, des örtlichen Kleinbürgertums und der örtlichen Bourgeoisie aufgrund des Verdachtes der direkten oder indirekten Teilnahme an gewalttätiger Widersetzung zu dem Dekret über die Beschlagnahme kirchlicher Wertgegenstände verhaftet. Sofort nach Beendigung der Aufgabe hat er in Moskau persönlich vor der GPU, der Vollversammlung des Politbüros oder vor zwei Beauftragten denselben Bericht zu erstatten. Aufgrund dieses Berichtes gibt das Politbüro eine detaillierte Anweisung an die Justiz, ebenfalls in mündlicher Form, damit enden muss, dass eine sehr große Anzahl der einflussreichsten und gefährlichsten Reaktionäre der Stadt Schuja der Prozess gemacht wird, der unbedingt damit enden muss, dass eine sehr große Anzahl der einflussreichsten und gefährlichsten Reaktionäre der Stadt Schuja erschossen wird – und möglichst nicht nur Reaktionäre dieser Stadt, sondern auch aus Moskau und anderen geistlichen Zentren.

Den Patriarchen Tichon, so meine ich, sollten wir aus taktischen Gründen jetzt nicht erfassen, obwohl er ohne Zweifel an der Spitze dieses Aufruhrs der Sklavenhalter steht. In Bezug auf ihn muss die GPU eine geheime Anweisung erhalten, damit alle seine Beziehungen so genau wie möglich überwacht und aufgedeckt werden, gerade im jetzigen Augenblick. Dzerzinskij und Unschlicht sollen verpflichtet werden, hierüber dem Politbüro persönlich wöchentlich Bericht zu erstatten. Auf dem Parteikongress soll eine Geheimsitzung aller oder fast aller Delegierten zu dieser Frage in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der GPU, NK und dem Revolutionstribunal stattfinden. Auf dieser Sitzung muss der geheime Beschluss gefasst werden, dass die Beschlagnahmung aller Wertgegenstände, besonders in den reichsten Klöstern und Kirchen, mit erbarmungsloser Entschlossenheit, selbstverständlich vor nichts haltmachend, in kürzestem Zeitraum durchgeführt wird.

Je mehr es uns gelingen wird, Vertreter der reaktionären Bourgeoisie und der reaktionären Geistlichkeit aus diesem Anlass zu erschießen, desto besser. Wir müssen gerade jetzt diesen Leuten eine eindringliche Lektion erteilen, dass sie für die nächsten Jahrzehnte jeden Gedanken an Widerstand aufgeben…

Die Echtheit dieses Dokuments, das die Archiv-Nummer ZPA IML Fond 2, Objekt 22954 trägt, wird durch eine Meldung in der Prawda Nr. 101/1922 belegt. Dort ist zu lesen, dass ein Tribunal in Schuja am 10. Mai 1922 acht namentlich genannte Priester und drei Bürger, darunter eine Frau, zum Tode durch Erschießen verurteilt hat. Die Bevölkerung von Schuja wollte es nicht zulassen, dass geweihtes Kirchengut von Soldaten geraubt wurde. Der Patriarch Tichon wurde zunächst unter Hausarrest gestellt.

Diese historischen Dokumente mahnen uns, nicht zu vergessen. Setzen auch Sie ein Zeichen gegen das Gedenken an kommunistische Gewaltherrschaft – kommen Sie zur Mahnkundgebung am 14. Juni 2025 in Schwerin!

Schwerin sagt Lenin Goodbye!

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