Abdolreza Haghnejad

Der Pastor der Freikirche „Kirche des Iran“ Abdolreza Matthias Haghnejad wurde am 2. Februar 2019 gemeinsam mit acht weiteren Gemeindemitgliedern von Kräften der iranischen Revolutionsgarden verhaftet. Haghnejad wurde aufgrund von „Handlungen gegen nationale Sicherheit“ und „Förderung des Zionismus“ zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Nach fast drei Jahren in Haft kam er am 30. Dezember 2021 frei. Zwei Wochen später wurde er erneut festgenommen – wegen Vorwürfen, die 2014 bereits fallengelassen wurden.
Iranischer Pastor endlich wieder frei

Politische Patin: Mitglied des Europäischen Parlaments Sabine Verheyen (CDU)
Abdolreza Matthias Haghnejad arbeitete als Pastor der Freikirche „Kirche des Iran“ in der nordiranischen Stadt Rasht. Er unterstützte die Kirchenleitung seit dem früheren Pastor, Youcef Nadarkhani, der zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Im Februar 2019 wurde Haghnejad bei einer Razzia festgenommen und schließlich zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt. Am 24. November 2021 urteilte der Oberste Gerichtshof des Iran, dass die Verbindung zu einer Hauskirche allein keine Straftat gegen die nationale Sicherheit darstelle. Nach fast drei Jahren in Haft wurde Haghnejad am 30. Dezember 2021 aus der Haft entlassen. Seit dem 15. Januar 2022 ist er erneut inhaftiert und wurde am 22. Juni 2023 aus einem Gefängnis in der Provinz Gilan in ein Gefängnis in Minab (Provinz Hormozgan) verlegt. Im Dezember 2024 wurde Abdolreza nach Beendigung seiner Haftstrafe aus dem Gefängnis entlassen.
Festnahme
Am 2. Februar 2019 wurde Pastor Matthias Haghnejad während der Versammlung der Hauskirche von Kräften der iranischen Revolutionsgarden verhaftet. Während der Razzia beschlagnahmten die Sicherheitskräfte alle Mobiltelefone der Mitglieder und durchsuchten auch das Haus des Pastors, sie entwendeten seine Bücher und das Mobiltelefon seiner Frau. Außer Abdolreza Matthias Haghnejad wurden im Januar-Februar 2019 auch Khalil Dehkanpour, Hossein (Elisha) Kadivar, Kamal Naamanian, Mohammed Vafada, Shahrooz Eslamdous, Babak Hosseinzadeh, Mehdi Khatibi und Behnam Akhlaghi verhaftet, alle Mitglieder derselbe Kirche.
Prozess und Verurteilung
Am 24. Juli 2019 wurden Pastor Matthias und acht oben genannte Kirchenmitglieder bei einer ersten Anhörung vor Gericht beschuldigt, „gegen die nationale Sicherheit zu handeln“ und „den Zionismus zu fördern“. Der Richter der Anhörung, Mohammed Moghiseh, lehnte den Anwalt ab, der fünf der Angeklagten, darunter Pastor Matthias, vertreten sollte. Die Angeklagten wiederum lehnten den von der Regierung gestellten Anwalt ab. Daraufhin erhöhte der Richter die Kaution pro Person auf eine Milliarde und 500 Millionen Tomans, was einem Betrag von €109.000 entspricht. Da die Männer nicht in der Lage waren, eine solche Summe zu zahlen, wurden alle fünf Angeklagten in das Teheraner Evin-Gefängnis gebracht. Die weiteren vier Angeklagten wurden bis zur nächsten Anhörung gegen die bestehende Kaution, die jeweils €10.900 betrug, freigelassen. Mitte Oktober 2019 wurde Pastor Abdolreza Matthias Haghnejad von der Abteilung 28 des Revolutionsgerichts unter Vorsitz des Richters Moghiseh zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Seine weiteren Berufungen wurden abgelehnt.
Zwei Wochen nach seiner Freilassunng im Dezember 2021, am 15. Januar 2022, wurde Haghnejad erneut vor Gericht geladen, verhaftet und zur Verbüßung einer sechsjährigen Haftstrafe in das Anzali-Gefängnis zurückverlegt. Das Urteil zu seiner erneuten Inhaftierung stammt bereits aus dem Jahr 2014 und war eigentlich bereits durch ein Berufungsgericht aufgehoben worden. Ihm wird vorgeworfen, „gegen die Sicherheit des Landes gehandelt zu haben, indem er eine Gruppe gebildet und das Christentum außerhalb der Kirche und in der Hauskirche propagiert sowie Informationen an die Feinde des Islam weitergegeben habe“.
Hintergrund: Hauskirchen im Iran
In der Islamischen Republik Iran werden Minderheiten wie Bahai, Atheisten und auch Christen durch das islamische Recht drastisch diskriminiert. Viele christliche Konvertiten treffen sich im Iran heimlich in sogenannten Hauskirchen. Die Zahl der Konvertiten wird auf mehrere Hunderttausend geschätzt. Immer wieder kommt es zu Razzien, Einschüchterungen und willkürlichen Festnahmen, die abschreckend auf die Gemeindemitglieder wirken sollen.
Stand: Januar 2025


