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Angehörige bitten um Hilfe

Es ist bekannt, dass die russischen Truppen zahlreiche ukrainische Kinder aus den besetzten Gebieten der Ost-Ukraine nach Russland verschleppt haben. IGFM-Vorsitzender Edgar Lamm fordert anlässlich des bevorstehenden Zweiten Jahrestages des russischen Überfalls auf die Ukraine am 24. Februar die sofortige Freilassung der entführten Zivilisten.

IGFM beklagt Verschleppung ukrainischer Zivilisten nach Russland

Appell zum 2. Jahrestag des Überfalls auf die Ukraine

Frankfurt am Main, 20. Februar 2024

Es ist bekannt, dass die russischen Truppen zahlreiche ukrainische Kinder aus den besetzten Gebieten der Ost-Ukraine nach Russland verschleppt haben. Bisher immer noch zu wenig bekannt ist die Entführung von erwachsenen ukrainischen Zivilisten nach Russland. Darauf weist jetzt die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt hin.

Bisher haben sich 42 Angehörige von ukrainischen Zivilisten, die nach Russland verschleppt wurden, an die IGFM gewandt und um Unterstützung für deren Freilassung gebeten. Laut der ukrainischen Friedensnobelpreisträgerin Oleksandra Matwijtschuk und der Organisation „Center for Civil Liberties“ wurden bisher mindestens 4.000 Zivilisten entführt. Doch im Gegensatz zu den Kriegsgefangenen gibt es weder ein Programm für den Austausch von Zivilisten noch gesicherte Informationen darüber, wo sie festgehalten werden.

In den meisten Fällen handelt es sich um einfache Ukrainer ohne politische Funktion, die von russischen Soldaten entführt und dann an einen unbekannten Ort verschleppt wurden. Nach Angaben der IGFM werden sie in russischen Gefängnissen oder in den besetzten Gebieten in der Ost-Ukraine festgehalten.

In nahezu allen Fällen wurde der erwerbstätige Mann verschleppt mit der Folge der Verarmung der Familien.

Die IGFM weist auf den Fall Kostyantyn Litvinov (geboren am 11. Februar 1992) hin. Er ist einer der wenigen, der nach seiner Verschleppung freigelassen wurde. Er berichtete, dass am 2. März 2022 russische Soldaten in sein Haus in der Nähe von Sjewjerodonezk bei Luhansk eindrangen und ihn mit Waffengewalt entführten. Erst ein Jahr später wurde bekannt, dass er in der Strafkolonie Swerdlowsk Nr. 38 in der Region Luhansk festgehalten wird. Am 3. Januar 2024 wurde die Schwester Litvinovs über die Freilassung informiert.

Die IGFM hatte sich zusammen mit der hessischen Landtagsabgeordneten Martina Feldmayer, die eine politische Patenschaft für Litvinov übernommen hatte, für ihn eingesetzt.

IGFM-Vorsitzender Edgar Lamm fordert anlässlich des bevorstehenden Zweiten Jahrestages des russischen Überfalls auf die Ukraine am 24. Februar die sofortige Freilassung der entführten Zivilisten sowie die Rückführung der entführten Kinder.

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