Aras Amiri

Die in London lebende Doppelstaatlerin Aras Amiri wurde 2018 während einer Iranreise festgenommen und 2019 zu zehn Jahren Haft verurteilt. Die iranische Führung nutzt Doppelstaatlerinnen wie Amiri immer wieder gezielt als „Geiseln“, um politische Zugeständnisse zu erreichen. Nach drei Jahren Haft wurde Aras Amiri im August 2021 freigesprochen und aus der Haft entlassen.
Nach dreijähriger Haftstrafe freigesprochen!
Die 1985 geborene Aras Amiri arbeitete vor ihrer Festnahme fünf Jahre lang für die Regierung des Vereinigten Königreichs, um Kultur und Bildung zu fördern und studierte Kunstmanagement an der Kingston Universität in London. Die iranisch-britische Doppelstaatlerin setzte sich zudem für die Wertschätzung der iranischen Kultur im Vereinigten Königreich ein, indem sie zum Beispiel iranische Bücher ins Englische übersetzte. 2018 wurde Amiri während eines Besuchs bei ihrer kranken Großmutter im Iran festgenommen, verhört und anschließend ins Gefängnis gebracht, wo sie mindestens 30 Tage in Einzelhaft verbrachte.
2019 wurde sie wegen „Spionage“ und „Handeln gegen die nationale Sicherheit“ zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Amiri legte gegen diese Entscheidung Berufung ein, die iranische Justiz lehnte ihren Antrag vorerst jedoch ab. Ihre Haft verbrachte Amiri im Evin-Gefängnis in Teheran.
Nach internationalem Druck wurde Amiri am 9. April 2020 aufgrund der COVID-19-Pandemie und der damit einhergehenden Angst vor dem Ausbruch des Virus in den überfüllten iranischen Gefängnissen für knapp einen Monat freigelassen. Nachdem sie erneut Berufung gegen ihr Urteil eingelegt hatte, wurde sie am 15. August 2021 vom Obersten Gerichtshof im Iran freigesprochen.
Hintergrund der Verhaftung
Die iranische Regierung und die Gerichte behaupten, Aras Amiri habe gestanden, mit dem britischen Geheimdienst gegen die Islamische Republik kooperiert zu haben und werfen ihr vor, Kontakte zu Kunst- und Theatergruppen zu nutzen, um den Iran auf kultureller Ebene zu infiltrieren. Jedoch schrieb Amiri im Juni 2019, einige Monate nach ihrer Verurteilung, einen Brief an den Obersten Richter des Irans, in dem sie erklärte, dass sie im Gefängnis sitzt, weil sie sich weigere, mit dem iranischen Geheimdienst zusammenzuarbeiten, der sie gebeten hatte, für ihn zu spionieren.
Strategie der Geiselnahme von Doppelstaatlern
Unter dem Argument, dass das iranische Regime Doppelstaatlichkeit nicht anerkennt, wurde Amiri als „Geisel“ im Gefängnis festgehalten, um sie als Druckmittel zu nutzen, um politische Ziele gegenüber Großbritannien durchzusetzen. Neben Amiri sind der IGFM auch Anoosheh Ashoori und Nazanin Zaghari-Ratcliffe mit iranisch-britischer Doppelbürgerschaft, die iranische Französin Fariba Abdelkhah sowie die Deutsch-Iranerin Nahid Taghavi bekannt, die im Iran festgehalten werden.