Einsatz für Geiseln im Iran

Am 19. Mai 2021 forderten 60 britische Parlamentarier Außenminister Dominic Raab auf, dem im Iran inhaftierten Anoosheh Ashoori diplomatischen Schutz zu verleihen, um seine Freilassung zu erreichen. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte unterstützt das Vorgehen auch für weitere in der Islamischen Republik inhaftierte Doppelstaatler, die der Willkür des iranischen Regimes ausgesetzt sind. Das Bild zeigt drei von ihnen (v.l.): Nahid Taghavi, Fariba Abdelkhah und Anoosheh Ashoori.
Britische Abgeordnete fordern diplomatischen Schutz für inhaftierte Doppelstaatler im Iran
IGFM: Den Geiselnahmen muss endlich ein Ende bereitet werden!
Frankfurt am Main / Teheran / London, 21. Mai 2021 – In einem Offenen Brief appellieren 60 britische Parlamentarier an Außenminister Dominic Raab, sich erneut für die Freilassung des unschuldig inhaftierten Anoosheh Ashoori einzusetzen und ihm diplomatischen Schutz zu gewähren. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) begrüßt diesen Einsatz für Ashoori und verweist auf die zahlreichen weiteren Gefangenen mit doppelter Staatsbürgerschaft, die in iranischen Gefängnissen festgehalten werden.
Der gebürtige Iraner Anoosheh Ashoori wurde im August 2017 unter fadenscheinigen Vorwürfen von Spionage verhaftet und ist seitdem im Evin-Gefängnis in Teheran inhaftiert. Trotz mehrerer Bemühungen, Ashooris Rückkehr nach London zu ermöglichen, ist der pensionierte Ingenieur weiterhin in Gefangenschaft. In Isolationshaft und unter Folter wurde der 67-jährige zu einem falschen Geständnis gedrängt. Darüber hinaus wurde ihm rechtlicher Beistand verwehrt. Trotz bestehendem Verdachts auf eine COVID-19-Ansteckung wurde ihm auch medizinische Hilfe verweigert.
Konsequente Missachtung von Rechten politischer Gefangener
Die Führung der Islamischen Republik erkennt weitere Staatsangehörigkeiten gebürtiger Iraner nicht an und verweigert Doppelstaatlern konsularische Unterstützung. Der IGFM sind mindestens elf politische Gefangene aus sieben Ländern bekannt, die aktuell im Iran festgehalten werden. Darunter sind neben Ashoori auch Fariba Adelkhah, eine französisch-iranische Sozialanthropologin, die im Oktober 2020 aus dem Evin-Gefängnis in den Hausarrest entlassen wurde sowie die Kölner Architektin Nahid Taghavi, die im selben Monat während einer Iranreise festgenommen wurde und sieben Monate in Isolationshaft verbringen musste.
„Den Geiselnahmen muss endlich ein Ende bereitet werden. So lange der Iran Doppelstaatler als Geiseln missbraucht, muss die internationale Gemeinschaft Konsequenzen daraus ziehen!“, so Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM. „Die Inhaftierung dieser Personen verfolgt eine klare Strategie, um sie gegen ihre Heimatstaaten zu verwenden. Diese Taktik verlangt Reaktion seitens der Heimatstaaten der Inhaftierten. Auch Deutschlands Iran-Politik muss selbstbewusst und konsequent internationales Recht und Menschenrechte verteidigen!“.