Lichterkette gegen Christenverfolgung

Zu einer Lichterkette gegen Christenverfolgung lud die Arbeitsgruppe Hamburg der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) am 16. November ein.
IGFM: „Asia Bibi kein Einzelfall“
Die Situation der christlichen Minderheit in Pakistan hat sich seit der Freilassung und Ausreise der vom Vorwurf der Gotteslästerung freigesprochenen Christin Asia Bibi nicht verbessert. „Ich bin zu Ihnen gekommen, um Ihnen für Ihren jahrelangen Einsatz zugunsten dieser verfolgten Christin zu danken.“ Das sagte die Menschenrechtsanwältin Aneeqa Anthony (Lahore/Pakistan) bei der Lichterkette der Hamburger Arbeitsgruppe der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) gegen Christenverfolgung am 16. November 2019. Es gebe jedoch keinen Grund zum Feiern, weil die Islamisten, die die Christin angefeindet hätten, sich an anderen Angehörigen der Minderheit rächen wollten.
Viele weitere Fälle wegen angeblicher Blasphemie würden jahrelang von den Gerichten verschleppt, weil die Richter unter dem Druck gewaltbereiter Radikaler zu keiner Entscheidung kämen. Angeklagte säßen lange hinter Gittern, bevor Beweise, die sie entlasten, geprüft würden. Derweil müssten sich Angehörige und selbst Nachbarn vor Lynchjustiz in Sicherheit bringen. „Wir stellen jeden Monat Hunderte Formen von Gewalt gegen Angehörige von Minderheiten fest“, erklärte Anthony weiter. Sie nannte Entführung junger Frauen und Mädchen, Vergewaltigung, Zwangsheirat sowie erzwungener Übertritt zum Islam als weitere Beispiele.
Der frühere FDP-Obmann im Menschenrechtsausschuss des Deutschen Bundestages, Burkhardt Müller-Sönksen (Hamburg) betonte, es sei ein besonderes Anliegen der FDP, dass jeder auf die von ihm selbst gewählte Weise glauben dürfe. Auch verstehe er selbst seinen christlichen Glauben so, dass andere in deren Glauben respektiert würden, was dazu berechtige, das gleiche auch für Christen einzufordern. Zwar glaube er, dass diese Grundsätze von fast allen Parteien geteilt würden, jedoch komme in der Praxis im Ausland bei Regierungsbesuchen zu wenig dabei heraus, weshalb ein konkreteres Engagement der Bürger auch in Deutschland gefordert wäre.
Michaela Koller, Referentin für Religionsfreiheit der IGFM (Frankfurt am Main), unterstrich vor rund 200 Teilnehmern der IGFM-Demonstration, wie mutig die katholische Christin Aneeqa Anthony sei, die sich angesichts mehrfacher Angriffe auf ihr Leben weiter in ihrer Heimat für die Rechte von Angehörigen der Minderheiten einsetze. Die Forderung nach Schutz verfolgter Christen ist ein Schwerpunkt der Arbeit der IGFM. „Christen stellen die größte Gruppe unter den religiös Verfolgten dar und viele Menschenrechtler, die sich zum christlichen Glauben bekennen, setzen sich gezielt auch für die Freiheit anderer Gruppen ein“.

IGFM-Referentin für Religionsfreiheit Michaela Koller im Gespräch mit Pastor Mathias Krüger. Bild:Burkhardt Müller-Sönksen.

Weit sichtbar: Zwei Demonstranten mit Plakaten. Bild:Burkhardt Müller-Sönksen.