/Aufforderung zum Einsatz für Nasrin Sotoudeh an Heiko Maas

Aufforderung zum Einsatz für Nasrin Sotoudeh an Heiko Maas

Heiko Maas soll sich für Menschenrechtsverteidigerin Nasrin Sotoudeh einsetzen

Die IGFM fordert vom deutschen Bundesaußenminister Heiko Maas Einsatz für die  Freilassung von Nasrin Sotoudeh.
Foto: Dominik Butzmann

IGFM: Das Urteil gegen Nasrin Sotoudeh verstößt eklatant gegen internationales Recht

Berlin / Frankfurt am Main (11. April 2019) – Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) fordert die sofortige Freilassung der iranischen Menschenrechtsverteidigerin Nasrin Sotoudeh. Nach ihrer erneuten Verurteilung zu 33 Jahren Gefängnis und 148 Peitschenhieben muss Außenminister Heiko Maas sich gegenüber der iranischen Regierung für ihre Freilassung einsetzen, so die IGFM in einer einstimmigen Resolution der IGFM-Mitgliederversammlung.

Bereits nach einer früheren Inhaftierung im Jahr 2010, die durch großen internationalen Druck verkürzt werden konnte, gab die 55-Jährige Menschenrechtsanwältin ihren Kampf nicht auf, vertrat vor Gericht Frauen, die die Kopftuchpflicht nicht anerkannten und klagte weiterhin unerschrocken die Menschenrechtsverbrechen der iranischen Regierung an. Nachdem sie im Juni letzten Jahres verhaftet wurde, folgte zunächst ein Urteil von fünf Jahren, das ohne ihre Anwesenheit, ohne Anklage und ohne ihr Wissen gefällt wurde.

Der Vorstandssprecher der IGFM, Martin Lessenthin, kritisiert die erneute Verurteilung zu 33 Jahren Haft und 148 Peitschenhieben scharf. Lessenthin: „Das Gericht bricht selbst die iranische Strafprozessordnung und überreizt den Strafrahmen der Islamischen Republik. Das Urteil steht in keinem Verhältnis zu ihren angeblichen Verbrechen. Sotoudehs selbstloser Einsatz für die Frauen- und Menschenrechte darf nicht zu einer so unmenschlichen Strafe führen. Der Einsatz der Bundesregierung für ihre Freilassung ist dringend und unerlässlich.”

Nasrin Sotoudeh ist Mutter eines Sohnes (Nima) und einer Tochter (Mehrave). Die Gefangene gilt als eine der bekanntesten Menschenrechtsanwältinnen weltweit. Sie wird seit dem 13. Juni 2018 in dem für Folter berüchtigten Evin-Gefängnis gefangen gehalten. Auch ihr Ehemann, der Menschenrechtler Reza Khandan, wurde am 4. September 2018 verhaftete und inhaftiert. Die iranische Rechtsanwältin setzte sich besonders für Frauenrechte und gegen die Todesstrafe ein. Vom Europäischen Parlament wurde sie mit dem Sacharow ausgezeichnet. Sie gehört dem Kuratorium der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte an und war neben der Nobelpreisträgerin Shirin Ebadi und dem Rechtsanwalt Abdolfattah Soltani Mitgründerin des vom Regime verbotenen Iranischen Zentrums für Menschenrechtsverteidiger.

Als politische Paten im Rahmen eines Patenschaftsprogramms der IGFM engagieren sich der Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour und die Europaabgeordnete Helga Trüpel für die Freilassung von Nasrin Sotoudeh.

Mehr zu Nasrin Sotoudeh

IGFM-Resolution zur Freilassung Nasrin Sotoudehs

Nasrin schreibt aus dem Gefängnis an ihren Sohn