Drohende Abschiebung in den Iran

Hossein Ahmadi floh 2017 aus dem Iran nach Deutschland und konvertierte zum Christentum. Im November 2019 nahm er auch an einer Demonstration vor dem iranischen Konsulat in Frankfurt teil. Kurz davor waren Massenproteste im Iran blutig niedergeschlagen worden. Die Demonstrierenden in Deutschland wollten ihre Solidarität mit den Opfern zeigen. Im Falle einer Abschiebung droht Hossein Ahmadi lebenslange Haft oder die Todesstrafe.

Christlicher Konvertit und Regimekritiker kämpft um Asyl in Deutschland

IGFM: Iraner Hossein Ahmadi darf nicht abgeschoben werden

Frankfurt am Main, 30.06.2021 – Am 1. Juli 2021 entscheidet das Verwaltungsgericht Frankfurt über das Schicksal eines christlichen Konvertiten aus dem Iran: Hossein Ahmadi. Den 33-jährigen Konvertiten und Regimekritiker würde im Iran lebenslange Haft oder sogar die Todesstrafe erwarten. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) unterstützt Ahmadi, da er zum Opfer schwerwiegender Menschenrechtsverletzungen im Iran zu werden droht, falls seine Abschiebung vollzogen wird.

„Als Konvertit und Regimekritiker gerät Hossein Ahmadi im Falle einer Abschiebung in den Iran in Lebensgefahr. Nach iranischem Recht gilt das Verlassen des Islams als todeswürdiges Verbrechen. Gleiches gilt für öffentliche Kritik an der islamistischen Führung“, erklärt Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.

Hossein Ahmadi floh 2017 nach Deutschland. Der Musiker besucht als gläubiger Christ seit 2018 die Gemeinde „Vaterhaus“ in Frankfurt am Main. Dort ließ er sich im Juni 2019 taufen und konvertierte vom Islam zum Christentum. Die Abkehr vom Islam gilt in der Islamischen Republik Iran als eine der schlimmsten Straftaten. Die IGFM berichtete bereits 2019 über die verschärfte Verfolgung von Konvertiten.

Am 20. November 2019 nahm Ahmadi an einer Demonstration vor dem iranischen Konsulat in Frankfurt am Main teil. Er wollte sich mit seinen Landsleuten solidarisieren, da Proteste im Iran unter Inkaufnahme großer Opferzahlen blutig beendet wurden. Etwa zehn Tage nach der Demonstration machten Unbekannte im Iran das Elternhaus Ahmadis ausfindig, um seine Eltern einzuschüchtern. Durch Filmaufnahmen der Demonstration hatte man Hossein Ahmadi erkannt.

Mahnwache am 20.2.2020 in Frankfurt vor dem iranischen Konsulat

Mahnwache der IGFM für politische Gefangene im Iran am 20. Februar 2020 vor dem iranischen Konsulat in Frankfurt am Main. Auch an dieser Kundgebung hatte Hossein Ahmadi teilgenommen.

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