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Mary Mohammadi

Die Bürgerrechtlerin wurde am 12. Januar 2020 nach der Teilnahme an einer öffentlichen Demonstrationen in Teheran von Sicherheitskräften festgenommen. Seit Februar 2020 war sie wieder auf Kaution frei. Nachdem sie im Exil gelebt hatte, war Mary im Dezember 2025 in den Iran zurückgekehrt.

Bürgerrechtlerin nach Rückkehr erneut festgenommen

Mary Fatemeh Mohammadi
Geburtsdatum: –

Festnahme: Frühjahr 2026

Inhaftiert in: unbekannt

Vorwurf: unklar

Urteil: unbekannt

Die christliche Konvertitin und Bürgerrechtlerin Fatemeh (Mary) Mohammadi wurde am 12. Januar 2020 festgenommen, nachdem sie an einer Demonstration teilgenommen hatte. Bei ihrer Verhaftung wurde sie schwer misshandelt und sexuell erniedrigt. In den ersten 24 Stunden nach der Verhaftung bekam sie kein Essen.Sie wurde wegen angeblicher „Störung der öffentlichen Ordnung durch Teilnahme an einer illegalen Versammlung“ angeklagt und im Evin-Gefängnis in Teheran inhaftiert. Am 26. Februar 2020 ließ man Mary auf Kaution frei. Ihre ursprünglich für März 2020 angesetzte Anhörung wurde auf unbegrenzte Zeit verschoben. Nachdem sie die letzten Jahre im Exil gelebt hatte, kehrte sie aus unbekannten Gründen im Dezember 2025 in den Iran zurück und wurde im Frühjahr 2026 erneut festgenommen.

Festnahme nach Rückkehr 2026
Berichten zufolge kehrte Mary Mohammadi vor einiger Zeit in den Iran zurück, nachdem sie im Exil gelebt hatte. Laut unseren Informationen ging es ihr bis Ende Februar dort noch gut, sie war frei und unverletzt. Ihr familiäres Umfeld berichtete zuletzt, dass sie an einem unbekannten Ort festgehalten wird. Diese Meldungen sind äußerst beunruhigend, da die Repression schon allgemein seit Kriegsbeginn deutlich zugenommen hat. Nähere Informationen über ihre Festnahme und derzeitigen Aufenthaltsort sind nicht bekannt.
Ihre Rückkehr in das Land, dessen Führung sie verfolgt, stellt keinen Einzelfall dar. Dabei spielen nicht nur allgemein Heimweh und der altruistische Wunsch, möglichst zu einer Verbesserung der Lage beizutragen eine Rolle, sondern leider auch Rassismus im Land des Exils. Derartige Herabsetzungen musste auch Mary Mohammadi in den USA erfahren, was für den Dokumentationsfilm über sie mit dem Titel „The Passion of a Revolutionary Cinderella“ mit versteckter Kamera gefilmt und darin gezeigt wurde.

Aktivitäten im Vorfeld der Festnahme 2020
Mary nahm am 12. Januar 2020 an öffentlichen Demonstrationen in Teheran auf dem Azadi-Platz teil, als Sicherheitskräfte sie festnahmen. Sie veröffentlichte am Tag ihrer Verhaftung eine Reihe von Tweets, in denen sie die Desinformationspolitik der iranischen Regierung im Zuge des Flugzeugabschusses am 8. Januar 2020 kritisierte.
Bereits im November 2017 wurde Mary erstmals bei einem Hauskirchentreffen verhaftet und für sechs Monate im berüchtigten Evin-Gefängnis inhaftiert. Die Vorwürfe lauteten: Mitgliedschaft in evangelikalen Gruppen, christliche Aktivitäten und Gefährdung der nationalen Sicherheit durch staatsfeindliche Propaganda.Im Jahr darauf, am 29. September 2018, wurde sie vom Geheimdienst scharf verhört.

Im Juli 2019 kam es zu einem tätlichen Angriff auf sie in einem Bus. Dabei warf ihr eine Frau vor, ihr Kopftuch nicht ordentlich zu tragen. Als sie die Angreiferin wegen Körperverletzung anzeigte, wendeten sich die Polizeiermittlungen gegen Mary: ihr wurde vorgeworfen, den Hijab nachlässig getragen zu haben. Letztendlich wurde sie freigesprochen, jedoch auch die Angreiferin. Der Konvertitin wurde wegen ihres Glaubens die Studienberechtigung entzogen. Im Dezember 2019, nur einen Tag vor ihrer Exmatrikulation twitterte sie Informationen über zehn christliche Konvertiten, die aufgrund ihrer friedlichen religiösen Aktivitäten derzeit im Iran inhaftiert sind. Viele iranische Menschenrechtsorganisationen brachten damals ihre Besorgnis über Marys Zustand zum Ausdruck und baten die iranische Justiz, sie freizulassen.

Unterdrückung der Religionsfreiheit im Iran
In den letzten Jahren wurden Dutzende christliche Konvertiten inhaftiert, viele weitere wurden gezwungen, ihr Land zu verlassen. So wurden im Winter 2019 neun christliche Konvertiten vom Islamischen Revolutionsgericht zu insgesamt 55 Jahren Gefängnis verurteilt. Solche Verurteilungen drohten christlichen Bürgern, während Beamte der Islamischen Republik, darunter Außenminister Javad Zarif, wiederholt behaupteten, dass niemand im Iran wegen seines Glaubens strafrechtlich verfolgt wird. Nach der Scharia ist in der Islamischen Republik Iran ist jede Art von religiöser Propaganda illegal und wird als „Abfall vom Glauben“ (Apostasie) eingestuft, was mit der Todesstrafe oder langfristiger Inhaftierung bestraft wird.

Stand: Juni 2026

So können Sie Mary helfen:

Bitte schreiben Sie an die Botschaft der Islamischen Republik Iran und den Chef der iranischen Justiz. Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung der/s Gefangenen.

Hier geht es zu den aktuellen Adressen.

Sehr geehrter Herr Botschafter,

mit diesem Schreiben bringe ich meine Besorgnis über die mir vorliegenden Berichte zur Verhaftung der Bürgerrechtlerin Mary Mohammadi zum Ausdruck.

[…]

Mit größter Sorge bewegen mich die zahllosen Berichte über Verhaftungen und das gewaltsame Vorgehen von Sicherheitskräften, die bei mir große Zweifel an der Rechtstaatlichkeit der Justizverfahren aufkommen lassen.

Ich appelliere an Sie, Frau Mohammadi umgehend und ohne Auflagen freizulassen. Nach internationalen Rechtsstandards hat sie in keiner Weise eine strafbare Handlung begangen. Ihre Verhaftung ist willkürlich.

Außerdem appelliere ich an Sie, die Haftbedingungen in einem transparenten Verfahren zu untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Ich bitte Sie herzlich, mir zu schreiben, was Sie unternommen haben.

Hochachtungsvoll

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نرگس_محمدی#

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