Humanitäre Hilfe in Kurdistan

In der autonomen Region Kurdistan im Nordirak haben mehrere tausende Jesidinnen und Jesiden Zuflucht gefunden, nachdem der IS im Jahr 2014 einen Völkermord an der jesidischen Gemeinschaft beging. Die IGFM ist seit 2014 in der Region Kurdistan aktiv und unterstützt die Flüchtlingscamps mit humanitärer Hilfe.
Diesen Menschen helfen wir:
Aus dem Provisorium Flüchtlingscamp ist für viele heute eine dauernde Bleibe geworden, verbunden mit neuen Herausforderungen: die Notwendigkeit zur Schaffung einer beständigen Infrastruktur, eines Schulbetriebs oder z.B. einer funktionierenden Gesundheitsversorgung. Jahrelang anhaltende Vertreibung und die vielfältigen damit verbundenen Traumata können selbst die Bewältigungsfähigkeiten und Ressourcen der widerstandsfähigsten Person übersteigen. Wie in jeder Konfliktsituation stehen unterschiedliche Bevölkerungsgruppen vor unterschiedlichen Herausforderungen. Besonders vulnerabel sind schwer traumatisierte IS-Befreite, Menschen mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten, Kinder, Waisen und Witwen sowie die Angehörigen der diskriminierten religiösen Minderheiten.
Schüler und Studenten
Geflüchtete Kinder können teilweise im Schichtbetrieb in reguläre örtliche Schulen gehen. Oft sind die Wege dorthin aber zu weit. Abhilfe bringen improvisierte Zeltschulen, in denen Geflüchtete, die selbst Lehrer sind, ehrenamtlich arbeiten und unterrichten. Die Schüler erhalten von der IGFM nicht nur Schreibzeug, Stifte und anderen Schulbedarf, sondern wenn möglich auch Schuhe und Kleidung. Die IGFM hilft aber auch geflohenen Studenten in den Universitäten im kurdischen Nordirak, damit sie dort ihr Studium abschließen können.
Menschen mit Behinderungen, Kranke und Verletzte
Ob unebene, enge Wege zwischen den Zelten, weite Distanzen zu den sanitären Einrichtungen oder ausbleibende Unterstützung für die Anschaffung von Hilfsmitteln – das Leben in einem Camp ist voller Barrieren. Besondere Hilfe brauchen daher Menschen mit Behinderungen, Kriegsverletzte und Kranke – aber auch deren Familien. Die IGFM unterstützt sie mit orthopädischen Hilfsmitteln, Krücken, Toilettenstühlen und vor allem Rollstühlen, von denen die IGFM inzwischen mehrere Hundert in den Nordirak bringen konnte.
Beistand für Befreite des IS
Viele Geflohene waren auch Gefangene des IS – sie haben schlimmste körperliche und psychische Gewalt erfahren müssen und benötigen dringend Beistand. Besonders Frauen werden als Sexsklavinnen auf menschenunwürdige Weise behandelt und „verkauft“. Nach diesen Gräueltaten sind die Flüchtlingscamps oft ihr einziger Zufluchtsort. Durch Beschäftigung, verschiedene Kurse und seelischen Beistand versucht die IGFM sie wieder in ein normaleres Leben zurück zu führen.
Seit der ersten Anhörung eines IS-Opfers einen Monat nach dem Völkermord im Shingal-Gebiet hat die IGFM über 100 IS-Opfer sowohl im Irak als auch in Deutschland interviewt und ihre Berichte dokumentiert.
So helfen wir:
Kernanliegen der humanitären Hilfe der IGFM ist es, nachhaltige und unabhängige Sicherheit für die Betroffenen zu schaffen. Im Herzen der Arbeit steht daher ein breites Portfolio an Bildungs- und Ausbildungsprojekten. Diese reichen von Alphabetisierungskursen über Nachhilfekursen, Seminaren zu Brandschutz und Familienplanung, Sprach- und PC-Kurse bis hin zu Handwerksausbildungen.
Dieses Angebot richtet sich immer nach der Nachfrage im jeweiligen Camp und wird von lokalen Lehrkräften, meist selbst Geflüchtete, umgesetzt.














